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HÜRDENSPRINT

Einmal mehr als Vierte sein

SpindlersZiel ist eine DM-Medaille. Bei der Gala läuft sie neue Bestzeit.

Wer ist Sieger und wer Besiegte? Pamela Spindler, die Regensburger Sprinterin (l.) und Cindy Roleder

REGENSBURG. Das Duo ist ungleich, ungleicher geht es nicht. Das Duo trennten in Regensburg 21 Hundertstel. Hier die 22-jährige Profi-Athletin Cindy Roleder aus Leipzig, der im Unistadion drei Hundertstel zur Olympia-Norm fehlten, die aber in 12,95 Sekunden immerhin das EM-Ticket löste. Da die 30-jährige Pamela Spindler, die das blaue Trikot der LG Telis Finanz Regensburg trägt, als Bankkauffrau eine 40-Stunden-Woche hat und ihre drei Jahre alte Bestzeit von 13,34 von den deutschen Meisterschaften 2009 in Ulm auf 13,16 drückte.

So jubelte die viel gefeierte Besiegte bald ausgiebiger als die Siegerin, weil sie sich am meisten über sich selbst wunderte. In den vergangenen beiden Jahren hatte sich Pamela Spindler mehr auf die flachen Strecken verlegt (2010 auch wegen Achillessehnenproblemen) und ein einziges Hürdenrennen bestritten – und war dann verdattert, als sie jenes am Ende der Saison 2011 in 13,43 bestritt. „Ohne jedes Training für diese Strecke“, wie sie verwundert sagt.

Die Frau weckt auch bei den anderen Verwunderung und zeigt, wieviel Begeisterung ausmachen kann. Ihre Förderung hielt sich stets in Grenzen, der Gedanke ans Aufhören war immer wieder da. „Profi sein kann ich nicht. Unter den besten acht in Deutschland zu sein, ist auf Dauer auch nichts Großartiges, aber ich hatte eben immer noch so viel Spaß“, sagt Spindler.

Also tüftelte sie mit Heinz Löser, den Leichtathletik-Freunde vielleicht noch als Trainer der Rockmeier-Zwillinge kennen, an einem Plan für eine ultimative letzte Saison, in die sie gleich hoffnungsvoll mit einer 13,37 in Zeulenroda einstieg. „Ich bin nicht die große Technikerin, aber im Hürdenlauf kommt es darauf an, dass man sich traut. Und ich bin jetzt viel lockerer“, sagt Spindler.

Das große Zieldatum ist der Hürden-Endlauf am 16.Juni, 18.10 Uhr bei den deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid: „Ich war schon alles: Vierte, Fünfte, Sechste – aber eine Medaille habe ich noch nicht“, sagt Pamela Spindler. Dafür fährt sie „zwei, drei Mal die Woche zwei Stunden für zwei Stunden Training“ von Garmisch-Partenkirchen nach München. „Ich habe ja nur diese drei betreuten Einheiten.“

An mehr mag die Telis-Läuferin gar nicht denken – auch wenn sie jetzt Nummer zwei der Jahresbestenliste ist und die B-Norm für die Europameisterschaft nur sechs Hundertstel weg.

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