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Fussball-Bayernliga

Es geht gegen Fischers Heimatverein

Der TSV Schwabmünchen ist Donaustaufs erster Bayernliga-Gast. Der SVD-Mann hatte einst in Augsburg einen bekannten „Chef“.
Von Gerd Winkler

Zwei Marken Markenzeichen von Donaustaufs Mittelfeldmann Michael Fischer sind sein Vollbart und das Tattoo am rechten Arm. Foto: Brüssel
Zwei Marken Markenzeichen von Donaustaufs Mittelfeldmann Michael Fischer sind sein Vollbart und das Tattoo am rechten Arm. Foto: Brüssel

Donaustauf.Zum ersten Mal kreuzt Michael Fischer die Klingen mit seinem gefühlten Heimatverein TSV Schwabmünchen. Am Sonntagnachmittag um 16 Uhr ist es so weit, im Trikot des SV Donaustauf. Der Neuling erwartet im ersten Bayernliga-Heimspiel der Vereinsgeschichte ein Inventar der Süd-Gruppe: Ab der Saison 2012/13 sorgte die allgemeine Liga-Reform unterhalb der Regionalliga für die Zweiteilung der bis dato eingleisigen Klasse - in eine Nord- und Südgruppe.

Michael Fischer spielte fünf Jahre für Schwabmünchen, ehe es ihn beruflich nach Regensburg verschlug. Sein heutiger Arbeitgeber La Brique, zugleich Hauptsponsor von Donaustaufs Lokalrivalen FC Tegernheim, hatte den Bankkaufmann im Dezember 2013 nach Regensburg gelotst. „Mir macht die Arbeit brutal Spaß, ich fühle mich richtig wohl in der Firma“, schwärmt der 29-Jährige mit der Zusatzqualifikation Immobilienkaufmann. Bis heute hat Fischer jedoch seinen schwäbischen Dialekt behalten.

Viele sind immer noch im Amt

Natürlich habe er seit dem Verlassen das Abschneiden des Heimatvereins verfolgt. „Ich werde viele wiedersehen, zu denen lange kein Kontakt mehr bestand. Ich freue mich darauf“, kribbelt es im Vorfeld. Abteilungsleiter, Teammanager und Mannschaftsarzt sind noch immer im Amt. Und damals wie heute ist Tim Uhde Schwabenmünchens Kapitän. Donaustaufs Mittelfeld-Allrounder stellt klar: „Zu allererst denke ich an die drei Punkte, die sollen in Donaustauf bleiben.“

Zuletzt hat Fischer im April beim SSV Jahn II Schwabmünchen zugeschaut. „Eine sehr, sehr junge Mannschaft. Die spielen hinten mit einer 5er-Kette und haben ein wahnsinnig schnelles Umschaltspiel nach vorne“, urteilt Fischer.

Bis zur D-Jugend kickte er beim „eigentlichen Heimatverein“ SV Untermeitingen, ehe er zum FC Augsburg wechselte. „Wir haben immer wieder gegeneinander gespielt, irgendwann hat mich der FCA gefragt, ob ich kommen will“, erinnert sich Fischer. Ein Mitspieler war Erik Thommy: Der Flügelflitzer schaffte über den SSV Jahn 2016/17 den Sprung in die Bundesliga. Thommy läuft aktuell für Fortuna Düsseldorf auf.

Auch Nagelsmann war da

In der A-Jugend war für ein halbes Jahr ein gewisser Thomas Tuchel Michael Fischers „Chef“. Mit der Übernahme von Augsburgs abstiegsbedrohter zweiter Mannschaft nahm Tuchels Trainerkarriere Fahrt auf. Die nächste Station des heutigen Coachs von Paris Saint-Germain war Bundesligist FSV Mainz 05. Julian Nagelsmann, seit Sommer Verantwortlicher auf der Bank von RB Leipzig, kundschaftete damals Augsburgs Gegner aus – für die zweite Mannschaft.

Nach vier Jahren in Tegernheim heuerte Fischer im Sommer 2017 beim Bayernligisten Ammerthal an. „Das ist ein geiler Verein, ich war noch bei keinem, wo sich soviele Leute engagieren“, schwärmt er und ergänzt: „Die haben einen Wahnsinnsplatz – der beste, auf dem ich jemals gespielt habe“. Das Kapitel dauerte nur ein halbes Jahr. „Ich habe kurzfristig einen Studienplatz gekriegt. Aber der Aufwand war neben der Arbeit zu groß. Bei Samstagsspielen ging es nach der Vorlesung direkt zu unseren Spielen.“

Schweren Herzens kehrte der schussstarke (116 km/h laut FuPa) Mittelfeldspieler nach Tegernheim zurück. Seit den Sommer streift Fischer das SVD-Trikot über. „Die waren schon zwei, drei Jahre an mir dran“, erläutert er. Er möchte nun „mit Ende 20 jetzt so hoch wie möglich spielen und das eigene Leistungsvermögen ausreizen“. Von der Zusammenarbeit mit Sepp Schuderer ist Fischer „begeistert“. Dieser sei ein ganz anderer Trainertyp, als die er bisher erlebt habe. „Man merkt, dass Sepp Fußball lebt, er setzt viel auf Emotionen“, berichtet Fischer: „Sepp gibt in jedem Training 100 Prozent und jedes Training hat Wettkampf-Charakter.“ Am Sonntag ist erstmals ein Wettkampf gegen „seinen“ TSV Schwabmünchen zu bestreiten.

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Gegner und Einschätzung

  • SVD-Personalien:

    Kapitän Martin Sautner ist verhindert, Mario Baldauf hat sich zurückgemeldet.

  • Gegner:

    Der sportliche Leiter Hans Melzl hat Schwabmünchen beim Heim-2:2 gegen Landsberg begutachtet. Schuderers Erkenntnis: „Da kannst‘ nicht mit 4:2:2:2 spielen und musst dir etwas einfallen lassen“.

  • Schwabmünchen:

    Trainer Paolo Maiolo kann bis auf Kapitän Tim Udo aus dem Vollem des 28er-Kaders schöpfen.

  • Einschätzung:

    Für Maiolo ist die Bayernliga „mit Sicherheit stärker geworden: Vergangenes Jahr sind zwei, drei Teams abgefallen, heuer die Aufsteiger schätze ich relativ stark ein“.

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