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Handball

ESV dreht Spiel gegen Spitzenreiter

Regensburgerinnen machen aus einem 24:26-Rückstand einen 29:26-Sieg. Aufsteigerduell der Adler endet remis.
Von Gerd Winkler

Franzi Peter (Nr. 8) traf als Kreisläuferin zum 24:25, 26:26 und 29:26.Foto: Brüssel
Franzi Peter (Nr. 8) traf als Kreisläuferin zum 24:25, 26:26 und 29:26.Foto: Brüssel

REGENSBURG.Die Handballfrauen des Drittligisten ESV 1927 Regensburg haben ihre Erfolgsgeschichte abgerundet: Der 29:26 (13:13)-Heimerfolg gegen Tabellenführer HSG Freiburg war im vierten Spiel gegen das Topduo, das bisher der SV Allensbach komplettiert hat, der vierte Sieg. Nach den Pleiten bei den abstiegsbedrohten TG Pforzheim und TSV Haunstetten konnten die Blau-Schwarzen den Rückstand auf Freiburg auf vier Punkte verkürzen. Weil Allensbach gegen den HCD Gröbenzell mit 31:38 patzte, überholte der ESV dank der Tordifferenz den SVA.

Vor 300 Zuschauern stand Ingo Gömmel in der Verantwortung, da Cheftrainer Stefan von Frankenberg kurzfristig fehlte. In der Starting-Six lief Natascha Weber auf Linksaußen auf. Franzi Peter übernahm in der Mitte die Spielgestaltung, auf Halbrechts begann die angeschlagene Andrea Vlachova. Inklusive Rechtsaußen Mirela Negrutiu startete der ESV somit mit drei Linkshänderinnen. Auf Halblinks spielte Nicole Lederer, am Kreis Sara Mustafic, so dass der ESV vorne wie hinten klare Größenvorteile hatte.

Allerdings musste Vlachova ihrer Verletzung am Bizeps früh Tribut zollen, so dass mit Nicole Schiegerl die vierte Linkshänderin nachrückte. In den letzten zehn Minuten vor der Halbzeit feierte die 15-jährige DHB-Auswahlspielerin Sophia Peter auf dem linken Flügel ihr Debüt in der 3. Liga.

Blockarbeit hapert

Gewonnen wurde die Partie am eigenen Kreis, obwohl es an der Blockarbeit haperte. Dafür gelang es der Abwehr Freiburgs umtriebige Nadine Czok, die für ihre Verhältnisse auf nur vier Treffer kam, zu kontrollieren. Entscheidend war die Maßnahme von Gömmel, die in der zweiten Hälfte kurz gedeckte Franzi Peter an den Kreis zu beordern (ab 47.).

Obwohl die Schiedsrichter in der Schlussphase bei Strafzeiten und „Nicht-Strafzeiten“ sowie bei fälligen Anzeigen von Zeitspiel eher zugunsten Freiburgs entschieden, blieb der ESV davon unbeeindruckt: Das letzte Gäste-Tor zum 24:26 (54.17) war das letzte.

Indes wurde in der Frauen-Bayernliga der SG Mintraching/Neutraubling beim abstiegsgefährdeten 1. FC Nürnberg mit 16:25 (7:13) das Fell über die Ohren gezogen. „Der Gegner hat das Spiel nicht gewonnen, wir haben es verloren“, klagte Trainer Wolfgang Völkl: „Wir haben uns schwergetan, ins Spiel reinzukommen, das hat sich wie einer roter Faden durchgezogen.“ Im Angriff sei versäumt worden, einfach zu spielen: „Wir haben es aufwändig gemacht, sind festgemacht worden oder oft ins Eins-gegen-Eins gegangen.“ Eigene Konter: Fehlanzeige. Weil wenig Bälle am eigenen Kreis erobert wurden. Zum Comeback kam Carina Stöhr.

In der Frauen-Landesliga hat am Sonntagabend der ESV 1927 II das prestige- wie zuschauerträchtige Lokalderby beim SV Obertraubling mit 21:20 (12:9) für sich entschieden. Drei Sekunden vor dem Ende erzielte Jasmin Ellwanger nach einem Freiwurf den Siegtreffer für die Gäste. „Wir sind einfach zu brav und zu naiv, als dass wir da richtig stören“, monierte SVO-Trainerin Judith Pimpl. Derweil befand ESV-Coach Daniel Kessler: „Bei etwas mehr Konsequenz im Angriff hätten wir das Spiel früher entscheiden können.“

Der ersatzgeschwächte Männer-Bayernligist SG Regensburg hat bei Mitaufsteiger Eichenauer SV nach Rückständen in der Schlussphase noch ein 25:25 (15:12) erzwungen.

Sieben Feldtore durch Heinle

Für die Oberbayern dürfte der Ligaverbleib kaum zu realisieren sein, seit Sommer sind die langfristigen Ausfälle von drei Leistungsträgern im Rückraum zu beklagen. „In der Landesliga waren wir stärker als jetzt“, klagt SV-Coach Aleks Radukic, der als Profi in den ersten Ligen in Serbien und Italien spielte. Angesichts des Aufbäumens auf ganzer Breite konnten die Adler das Näherrücken dieser Teams mit dem Zähler abmildern. Wie beim 28:28 im Oktober entpuppten sich die Oberbayern sehr eingespielt, befand Torwarttrainer Matthias Elgeti: „Eichenau steht in der Abwehr kompakt, da musst du dir jedes Tor hart erarbeiten“. Garant für den Teilerfolg waren sieben Feldtore von Lukas Heinle. Derweil reichte Landesligist ASV Cham das Heim-31:31 (13:15) gegen TV Erlangen-Bruck II, um aufgrund der Pleiten der Konkurrenten nun mit einem Zähler Vorsprung auf Platz zwei zu stehen. 28:31 zurück (57.) setzte Coach Filip Turecek erfolgreich auf einen siebten Feldspieler. „Erlangen hatte eine besser besetzte Mannschaft als bei unserem 27:21-Sieg in der Vorrunde“, begründete Turecek den – auf den ersten Blick – Punktverlust. Die Gäste fuhren zuletzt vier Siege ein.

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