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Ex-EVR-Talent hofft in Südtirol auf die Zukunft

Italien ist das vom Coronavirus derzeit am stärksten betroffene Land in Europa.

Torhüter Paul Hofer wurde drei Jahre lang beim EV Regensburg ausgebildet.
              Foto: Matthäus Kostner
Torhüter Paul Hofer wurde drei Jahre lang beim EV Regensburg ausgebildet. Foto: Matthäus Kostner

Regensburg.Zwar nicht der absolute Corona-Hotspot, aber dennoch schwer in Mitleidenschaft gezogen, ist auch das bei Skifahrern eigentlich um diese Jahreszeit sehr beliebte Grödner Tal in Südtirol. Aus dieser Gegend stammt Paul Hofer. Der junge Mann ist Eishockey-Torwart und spielte zwischen 2016 und 2019 drei Spielzeiten lang für den Nachwuchs des EV Regensburg.

„Wir sind eine Tourismusregion. Bis Anfang März war bei uns noch alles voller Skifahrer“, sieht der 18-Jährige den Hauptgrund für die rasche Ausbreitung des Virus in seiner Heimatregion. Seit dem 12. März herrscht in Italien eine strenge Ausgangssperre, dennoch nahm die Zahl der infizierten Menschen zu. „Wir können nur zu Hause bleiben und hoffen, dass sich aus dem nahen Verwandtenkreis niemand ansteckt“, bangt Hofer auch um die Gesundheit seiner Angehörigen.

Aus sportlicher Sicht blickt der junge Torhüter trotzdem nach vorne, in die Zeit nach Corona. „Als die Nachricht kam, dass der Rest der Saison komplett abgesagt ist, war für mich sofort klar, dass es nun für mich keine Pause gibt, sondern ich mit meinem Sommertraining starte“, sagt Hofer. Trotz Ausgangssperre trainiert der Linksfänger, der in der Spielzeit 2019/20 neben zwei Alps-Hockey-League-Einsätzen für die 1. Mannschaft des HC Gherdeina überwiegend für das U19-Team im Tor stand, im Regelfall zweimal täglich: „Ich trainiere mit allem, was mir zu Hause zur Verfügung steht.“ Dass er selbst beim Eishockey gelandet ist, findet der gebürtige Brixener wenig erstaunlich: „Viele meinen immer, bei uns gibt es nur das Skifahren. Klar, die Touristen kommen zum Skifahren und auch von uns Einheimischen kann nahezu jeder Ski fahren. Tatsächlich aber ist es so, dass auch Fußball und Eishockey bei uns einen sehr hohen Stellenwert haben.“

In der kommenden Saison will Hofer den festen Sprung in den Seniorenbereich schaffen. Dass ihn sein weiterer Karriereweg irgendwann zurück nach Deutschland führt, hält der junge Torhüter indes nicht für ausgeschlossen: „Ich habe sehr schöne Erinnerungen an die Zeit in Regensburg. Es war eine komplett neue Situation, erstmals weg von der Familie zu sein. Ich habe aber in dieser Zeit sehr viel gelernt und kann mir gut vorstellen, irgendwann zurückzukehren.“

Dabei ist Hofer nur durch Zufall in der Domstadt gelandet. „Ich habe 2016 über den Alex Großrubatscher (Anm. d. Red.: inzwischen beim Deggendorfer SC) mitbekommen, dass in Regensburg ein Internatsplatz frei ist. Den Alex kenne ich von klein auf. Er stammt aus meinem Nachbardorf. Da ich schon immer den Traum hatte, Profi zu werden, habe ich diese Gelegenheit ergriffen“, erzählt Hofer. Und wer weiß: Vielleicht findet der Traum von der Profikarriere des Paul Hofer irgendwann seine Fortsetzung in Deutschland. (ose)

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