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EM

Florian Orth wieder im Sturzpech

Im 1500-Meter-Finale bei der EM stürzt Florian Orth von der LG Telis Finanz 400 Meter vor dem Ziel. Am Ende wird er Zehnter.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Wieder ist der Regensburger Finalist gestürzt: Florian Orth.
Wieder ist der Regensburger Finalist gestürzt: Florian Orth. Foto: dpa

Zürich.Florian Orth wird wieder eine Narbe mitnehmen von der Europameisterschaft, diesmal an der rechten Wade. Während ein paar Meter weiter die Medaillengewinner in den Katakomben des Letzigrunds vom spektakulären Rennen über 1500 Meter erzählten, mutmaßte der Regensburger nur über die Ursachen des Malheurs, das ihm schon vor zwei Jahren in Helsinki unterlaufen war. Just als es in die entscheidenden Meter ging, kam Orth zu Fall, diesmal 420 Meter vor dem Ziel. „Ich wollte reagieren, lief zwei Schritte schneller und dann legt’s mich“, sagte Orth. „Die Ausgangslage war top, die Beine waren top – und dann habe ich wieder nicht die Chance, es ins Ziel zu bringen.“ Orth rappelte sich auf und lief in 3:54,35 Minuten als Zehnter ins Ziel. „Einen Platz besser als in Helsinki.“ Zunächst half nur Galgenhumor.

Es hatte gedauert, bis Florian Orth zur Analyse fähig war. „Mir war gleich klar, dass das genäht werden muss“, sagte er über seine Wunden. „Einmal fünf und einmal drei Zentimeter.“ Diese und allerlei Schürfwunden heilen. „Ich wollte ja zum Beispiel beim Istaf in Berlin laufen.“ Dass der neuerliche Sturz keine psychologischen Folgen hat, hofft Florian Orth.

Regensburger verhilft Mekhissi-Benabbad zum Sieg

Sein Missgeschick nutzte der Franzose Mahiedine Mekhissi-Benabbad (3:45,60) zum Antritt und spurtete allen davon, auch dem Titelverteidiger Henrik Ingebrigtsen aus Norwegen (3:46,10). „Über 1500 Meter wird er nicht die Zeit dazu haben“, hatte sich Orth nach dem Vorlauf zum Kontrahenten geäußert, dem im Hindernisrennen Gold genommen worden war, weil er das Trikot auf der Zielgeraden auszog. Jetzt verschaffte ihm ausgerechnet der Regensburger die Gelegenheit genau dazu. „Es tut mir leid, wenn ich dadurch jemanden in irgendeiner Weise behindert habe.“

Auch die Teamkollegen Homiyu Tesfaye (5./3:46,46) und Timo Benitz (7./3:47,26) mussten dem in Orths Folge gefallenen Briten Charlie Grice ausweichen. „Drei Deutsche und keine Medaille, das ist schlecht“, sagte Tesfaye, der im Endspurt unterlag: „Die letzten 50 Meter hatte ich keine Kraft mehr. Das enttäuscht mich.“

Für Aufsteiger Timo Benitz, den mancher bei einem langsamen Rennverlauf wie diesem sogar für einen Titelkandidaten gehalten hatte, war es „das hakeligste Rennen, das ich je hatte“. Der 22-Jährige wollte die Kirche im Dorf lassen in Sachen Erwartungen: „Anfang des Jahres wäre ich superhappy mit so einer Platzierung gewesen. Top acht ist für mich der Hammer. Ich war mit der sechstbesten Zeit gemeldet, jetzt bin ich Siebter.“

Und dass über 1500 Meter vor allem der Kampf Mann gegen Mann entscheidet, zeigte Zürich. Vor Orth war schon der Ire Ciaran O’Lionaird zu Fall gekommen. Und nach einem Protest im Vorlauf wurden der Italiener El Kabbouri (9.) und der Spanier David Bustos (6.) in den Endlauf als Starter 13 und 14 genommen. „Da wurde es noch enger“, sagt Orth. Mit ihm als einem der Leidtragenden.

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