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Leichtathletik

Fünf Starts, fünf Bestzeiten für die Telis-Läufer

DM-Abschneiden in Marburg überrascht selbst LG-Teamchef Kurt Ring: Pfliegers starkes Comeback, Kocks Top-Debüt
Von claus-Dieter wotruba, MZ

  • Zurück: Philipp Pflieger (r.) Fotos: LG
  • Stark: Maren Kock (r.)

MARBURG. Dass Kurt Ring etwas überrascht in seiner Läuferschaft, ist selten wie Schnee im Mai. In Marburg bei den deutschen Bahnmeisterschaften aber war Ring „von den Socken“: Fünf Starter, fünf Bestzeiten lautete die Bilanz. „Es rollt sehr gut an.“ Das führte sogar zu einer kleinen Feier. „Normalerweise machen wir das nicht.“

Dieses Mal war es mehr als angebracht. Die Vorsicht in Anbetracht von Philipp Pfliegers einjähriger Wettkampfpause „löste sich in Luft auf“. Der 24-Jährige rannte in 28:45,76 Minuten nur 76 Hundertstel an der B-Norm für die Europameisterschaften in Helsinki Ende Juni vorbei. „Die Zeit wurde am Anfang vertrödelt“, sagt Ring, den es dennoch nicht ärgerte. „Das war ein Einstiegslauf. Philipp kann noch schneller.“ Das Ziel des Schwaben im Oberpfälzer Trikot bleiben sowieso die 5000 Meter. Die dort für die Europameisterschaft nötigen 13:40 Minuten will Pflieger am 26. Mai in Oordegem/Belgien laufen.

Dieselbe Distanz hat Maren Kock im Visier, die in Marburg ihr Debüt über 10000 Meter gab und ihre Straßenzeit-Bestzeit über zehn Kilometer um satte drei Minuten steigerte. „Das war überraschend stark“, kommentierte Kurt Ring den 33:29,14 Minuten langen Auftritt. „Sie wird ihren Weg machen und ist noch ganz jung für diese Strecken. Aber Helsinki kommt wohl noch ein wenig zu früh“, sagt Ring über die 21-Jährige, hält aber auch für möglich, dass die Emsländerin die B-Norm (15:35) erzielt. „Am 23. Mai hat Maren in Koblenz ihre Feuertaufe. Einen zweiten Versuch wird sie bei der Sparkassen-Gala am 2. Juni in Regensburg unternehmen.“

Kock, die die zweite Rennhälfte in 16:29 Minuten schneller als die erste gestaltete, gewann damit die Juniorinnen-Klasse und wurde bei den Frauen Dritte – direkt vor ihrer Teamkollegin Jana Soethout (33:57,53), die ihren persönlichen Topwert ebenfalls um 70 Sekunden drückte. „Ich hatte mal den Traum, dass man mit einer 34er-Zeit die Nummer vier bei uns im Team ist“, sagt Ring. „Jetzt ist das so.“ Vorneweg liefen bei den Frauen nur Langstrecken-Ass Sabrina Mockenhaupt (31, LG Sieg), die vier Monate nach ihrem Ermüdungsbruch ihren Titel in 32:24,36 Minuten vor Halbmarathon-Meisterin Simret Restle-Apel aus Kassel (32:41,50) verteidigte, womit das Duo zugleich die Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) für die EM erfüllte.

Die deutsche Marathon-Meisterin Steffi Volke feierte in der W-35-Klasse einen Start-Ziel-Erfolg (35:31,18). „Ich hätte sie lieber im Frauenrennen gesehen“, sagt Ring. „Dort wäre sie wahrscheinlich Sechste geworden – unter weit besseren Bedingungen.“ 40 Sekunden unter ihrer bisherigen Bestleistung lag aber auch Volke dennoch.

Und schließlich brachte Youngster Jonas Koller seinen Lauf-Boss noch ins Staunen und drückte seine Marke um 1:25 Minuten. Dem 19-jährigen Talent der LG Telis Finanz fehlten als U-23-Drittem in 30:17,47 Minuten nur zwei Sekunden zur Norm für die U-20-WM in Barcelona. „Ich weiß gar nicht, wann das ein Deutscher in dem Alter zuletzt gelaufen ist“, sagt Ring und hofft, dass „der Verband ihn dennoch nominiert“.

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