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Fußball

Für eine Nacht auf Platz zwei?

Dem unbesiegten TSV Kareth-Lappersdorf reicht im Heimspiel gegen den TSV Seebach schon ein Remis, um vorzurücken.
Von Gerd Winkler

Abteilungsleiter Anton Brunnbauer (links) im Gespräch mit dem neuen Karether Coach Matthias Bösl Foto: Christian Brüssel
Abteilungsleiter Anton Brunnbauer (links) im Gespräch mit dem neuen Karether Coach Matthias Bösl Foto: Christian Brüssel

Lappersdorf.Fünf ungeschlagene Spiele: Ob Bezirksliga, Bezirksoberliga oder Landesliga – so gut ist der TSV Kareth-Lappersdorf seit 17 Jahren nicht mehr aus den Startlöchern gekommen. „Wirklich? Das wusste ich nicht einmal“, räumt Abteilungsleiter Anton Brunnbauer verdutzt ein. Zuletzt gab es so einen Auftakt in der Saison 2002/03 unter Trainer Franz Fuchsgruber. Am Ende gelang der Aufstieg in die Landesliga. Nun kann der TSV (4., 9 Punkte) am Freitag um 19 Uhr gegen Landesliga-Neuling TSV Seebach (14., 4) dem Aktuellen die Krone aufsetzen: Schon ein Unentschieden reicht, um zumindest für eine Nacht auf Relegationsplatz zwei vorzurücken.

So eine Momentaufnahme gab es auf Kareths Höhen in der Historie noch nicht. Für Brunnbauer ist der „fantastische Erfolg kein Zufall“. Es wären sogar zwei Punkte mehr drin gewesen: „Beim 1:1 in Weiden waren wir die bessere Mannschaft. Hinten raus hatten wir noch zwei klare Torchancen.“ Er wolle aber die Kirche im Dorf lassen.

Für ihn hätten die fünf unbesiegten Partien zwei Gründe. „Voriges Jahr hat sich wegen dem großen Verletzungspech die Mannschaft oft von alleine aufgestellt. Teilweise haben die Führungsspieler lange oder ganz gefehlt, es mussten drei, vier A-Jugendliche spielen“, blickt Brunnbauer zurück. Coach Kurt Poschenrieder, den Vorgänger von Matthias Bösl, seien von Woche zu Woche die Hände gebunden gewesen. Der Abteilungsleiter stellt klar: „Jetzt haben wir einen deutlich breiteren Kader, der Matthias mehr Möglichkeiten gibt.“

Ein sehr erfahrener Trainer

Der zweite Grund ist an Bösl festzumachen. „Trotz seiner erst 38 Jahren ist er ein sehr erfahrener Trainer“, zieht Brunnbauer nach zwei Monaten Zusammenarbeit ein erstes Fazit: „Matthias versteht das Geschäft einfach. Er weiß, wie die Spieler zu behandeln sind.“ Der Burglengenfelder habe ein unheimliches Auge, was die Leistungsfähigkeit des Einzelnen und der ganzen Mannschaft angeht. Brunnbauer geht ins Detail: „Er kann beurteilen, was ein Spieler kann und was er bringen muss. Und auf welcher Position jemand spielt, wo er der Mannschaft am besten weiterhilft.“ Bösl sage ganz klar, was die Aufgabe ist und überfordert den Spieler nicht. „Wenn einer ein Tief hat, nimmt er darauf Rücksicht“, hat der langjährige Abteilungsleiter festgestellt, „und wenn es für die erste Elf nicht reicht, managt Matthias das mit dem Spieler ganz gut.“ Zudem lasse Matthias Bösl im Spiel durch seine ruhige Art keine Hektik auf der Bank aufkommen.

Für den weiteren Saisonverlauf ist Brunnbauer guter Dinge: „Wir haben wirklich eine gute Truppe und werden sicherlich nichts mit dem hinteren Tabellendrittel zu tun haben.“ Der Optimismus gründet sich auf das, was sich in der Hinterhand befindet. Mit Abwehrchef Daniel Massinger und dem pfeilschnellen Außen Maxi Röhrl kehren noch im August zwei Leistungsträger zurück. Mit Routinier Matthias Brunnbauer ist wohl erst im neuen Jahr zu rechnen.

Derweil beschäftigt sich Matthias Bösl mit dem Tagesgeschäft: den Personalien sowie dem TSV Seebach. Nach zwei Einwechslungen wird Daniel Oppelt „diesmal als Vorsichtsmaßnahme geschont. Ich hoffe, dass wir mit Daniel in der Englischen Woche planen können.“

Stollreiter rückt in die Startelf

Ähnliches gilt für Markus Scherübl, den eine alte Knieverletzung plagt: „Er pausiert jetzt zwei, drei Wochen, damit er das auskurieren kann.“ Des Weiteren steht die Herausnahme von Michael Amann auf dem Plan, der zuletzt beim 2:1-Erfolg in Neumarkt mit dem Knöchel gegen den Pfosten rauschte. Für den 17-Jährigen wird Valentin Stollreiter in die erste Elf rücken.

„Seebach ist kein normaler Aufsteiger, der in ungewohnter Umgebung erst Erfahrung sammeln muss“, warnt Bösl: „Da haben viele schon Bayernliga- und Landesliga-Luft geschnuppert.“ Der 38-Jährige erwartet „ein Spiel auf Augenhöhe“. Zum möglichen zweiten Platz für eine Nacht sagt der Coach schelmisch: „Irgendwann wird’s vielleicht mal klappen.“

Die Kontrahenten

  • Kareth:

    Der TSV Kareth-Lappersdorf ist bislang die einige Mannschaft, gegen die Tabellenführer SpVgg Weiden nicht gewonnen hat. In der anstehenden Englischen Woche geht es zum Derby nach Tegernheim (Mi.), dann kommt Aufsteiger Lam (Sa.).

  • Seebach:

    In den fünf Spielen, vier davon zuhause, haben die Deggendorfer viermal unentschieden gespielt und eine Partie verloren.

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