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INTERNATIONAL

Gesichter, die man noch sehen wird

Chinesen und WM-Starterinnen: Im Olympiajahr war das Feld internationaler. Nach Fehlstart ein wenig Wirbel im Sprint
Von Claus-Dieter wotruba, MZ

  • Erstaunt: Adam Gemili
  • Im Pech: Fabienne Schlumpf
  • Schnell: Anyika Onuora
  • Hoch hinaus: Zhiming Yun Fotos: Brüssel (6)

REGENSBURG. Ganz lässig saßen die beiden Herren aus Asien neben der Laufbahn und schauten ihrer Kollegin zu. Zhiming Yun und Xiaoyi Zhang waren zwei jener Farbtupfer, die das Bild der Sparkassen-Gala auch ausmachen und die heuer doch ein wenig zahlreicher und hochwertiger als sonst üblich waren. Die Chinesen etwa sind in Cottbus schon dabei, sich für die Olympischen Sommerspiele in London in Europa zu akklimatisieren und machten deswegen den netten Ausflug nach Regensburg.

Zhiming Yun etwa animierte im Weitsprung das Publikum vor seinem abschließenden sechsten Versuch, als sein Sieg schon feststand, zum Klatschen, landete nach 8,10 Metern im dritten Durchgang erneut zwei Zentimeter jenseits der Acht-Meter-Grenze und verabschiedete sich mit einer artigen Verneigung vor dem Publikum.

Es war beileibe nicht die einzige Leistung internationaler Dimension. Die Gala bot Gesichter, die man sehen wird und schon sah. „Jetzt die 100 Meter unter zehn Sekunden, dann gehe ich heim und schaue mir die Gala nur noch am Livestream an“, witzelte Meeting-Direktor Kurt Ring. Er blieb, aber auch die 10,08 Sekunden des Briten Adam Gemili waren eine stolze Leistung. Schon im Vorlauf im Vorprogramm hatte der 18-jährige U-20-Vize-Europameister mit iranisch-marokkanischen Wurzeln seine Bestleistung auf 10,11 Sekunden massiv nach unten gedrückt, nach dem Finale war Gemili verdattert. „Es ist wundervoll hier. Ich weiß es nicht, wie ich das gemacht habe, so schnell zu sein“, sagte er. „Das hatte ich noch nicht. Jetzt wird die Auswahl bei uns eben noch größer.“ Sprach’s und führte später die Staffel von Großbritannien ins Ziel – hier allerdings nicht mit Bestleistung.

Das deutsche Quartett sollte eigentlich auch laufen, verzichtete aber dann. Ein nicht zurückgeschossener Fehlstart von Christian Blum, der in 10,20 Sekunden über 100 Meter EM-Norm gelaufen wäre, sorgte für Protest und Gegenprotest. Julian Reus hatte diese ohne Wirbel und jeden Zweifel mit 10,27 exakt erfüllt und schaffte es über die 200 Meter (20,64) gleich noch einmal – wie auch Sebastian Ernst (20,59) und Tobias Unger (20,68).

Bei den Frauen hatte die deutsche Spitze ja anders als in den vergangenen Jahren in Regensburg von vorneherein gepasst, sodass WM-Teilnehmerinnen wie Anyika Onuora aus Großbritannien oder die US-Amerikanerin Charonda Williams zusammen mit Sloweninnen und Finninnen das Sprintfeld beherrschten.

Pech hatte eine Schweizerin: Über 3000 Meter Hindernis verfehlte Fabienne Schlumpf nach einem Alleinlauf die EM-Richtzeit um läppische fünf Zehntel (9:55,50). Die Ex-Regensburgerin Susi Lutz, jetzt in Bamberg zuhause, freute sich über ihre Zeit (10:22,23) und bot Laufhilfe an: „Wenn du jemanden brauchst, ruf mich an.“

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