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Hängepartie endet mit dem Rückzug

Frauen-Landesligist SV Obertraubling verschwindet von der Landkarte.
Von Gerd Winkler

Nach dem bitteren Aus des Frauen-Landesligisten SV Obertraubling ist Trainerin Judith Pimpl bedient.
Nach dem bitteren Aus des Frauen-Landesligisten SV Obertraubling ist Trainerin Judith Pimpl bedient. Foto: Christian Brüssel

OBERTRAUBLING.Nächstes Drama vor den südlichen Toren Regensburgs: Die nahezu komplette Ausnahme-Spielergeneration des TSV Neutraubling läuft seit Jahren für die SG Regensburg II auf, den langsam wieder auf die Beine kommenden TSV-Männern blieb im Frühjahr wegen eines Formfehlers der Aufstieg in die Bezirksliga verwehrt – und nun zieht Frauen-Landesligist SV Obertraubling sein Team zurück. In der abgebrochenen Corona-Saison hatte sich die Truppe von Trainerin Judith Pimpl sechs Spieltage vor dem regulären Ende mit 21:19 Punkten auf dem Weg zum Klassenerhalt befunden.

Während im März aus sportlicher Sicht alles auf die siebte Landesliga-Saison am Stück hindeutete, nahm das Unheil schon seit Jahresbeginn seinen Lauf. Im alten Jahr hatte Dreh- und Angelpunkt Susi Adam angekündigt, ihre Karriere im Mai zu beenden. Kurz darauf äußerte sich Jennifer Beck gleichermaßen. Die beiden Personalien hätten für Unruhe gesorgt, blickt Abteilungsleiter Karl Span traurig zurück: „Einige in der Mannschaft haben bezweifelt, dass wir in der Landesliga wettbewerbsfähig sind“. Über die sozialen Medien und per Aushang in der Universität Regensburg hat sich der Verein auf die Suche gemacht, um die Lücken zu schließen.

Noch bevor Corona für einen Stillstand des Spielbetriebs sorgte, ergaben sich dann hoffnungsvolle Kontakte zu drei Akteuren der ebenfalls kriselnden und mittlerweile abgemeldeten SG Naabtal.

Derweil kam der komplette 16er-Kader ins Grübeln: Eine Hälfte wollte nur in der Landesliga spielen, die andere Hälfte votierte für einen freiwilligen Rückzug in die Bezirksoberliga Ostbayern. Zudem stand die Trainingszeit am Freitag in der Kritik. „Den Mädels war es zu stressig, am Samstag oder Sonntag auch noch zu spielen, das ganze Wochenende ist praktisch ‚weg‘“, erläutert Span die Hintergründe. Der Abteilungsleiter versuchte die beiden Einheiten auf Dienstag und Donnerstag zu verlegen, scheiterte jedoch am Veto der Fußball-Abteilung.

Im Laufe der Monate wackelte das Gebilde immer mehr, so dass final nur noch ein Drittel der Mannschaft weiter auflaufen wollte. Die drei Ex-Naabtalerinnen hatten sich zwischenzeitlich zum HC Sulzbach und ESV 1927 Regensburg II orientiert. In der Not griff Trainerin Judith Pimpl Anfang Juli zum Telefonhörer, um Trainer Ben Heiligtag von Bezirksoberligist SG Regensburg eine Spielgemeinschaft schmackhaft zu machen. „Ich habe zuerst gemeint, ob wir ein Testspiel vereinbaren wollen“, sagte Heiligtag: „Ich war total überrascht, dass es in Obertraubling so schlecht ausschaut. Davon habe ich ansatzweise nichts geahnt“. Die Frist beim Verband für dieses Vorhaben war indes seit Monaten verstrichen.

Trainerin Pimpl, über lange Jahre erfolgreich auf der Bank des Drittligisten ESV 1927 wirkend, ist vom ewigen Tauziehen frustriert, möchte vorerst Abstand vom Handball: „Als wir unseren Rückzug beim Verband bekannt gaben, bin ich kurz darauf von anderen Vereinen kontaktiert worden“.

Schadenfreude von der Konkurrenz gibt es nicht: Unisono bedauern Heiligtag, Abteilungs-Vize Dirk Bader von Bayernligist SG Mintraching/Neutraubling und Koordinator Robert Torunsky vom ESV 1927 das Desaster: „Für den Raum Regensburg ist Obertraubling ein wichtiger Standort“.

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