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SSV Jahn

Heiko Herrlich wird Trainer des SSV Jahn

Der SSV Jahn Regensburg hat seinen Nachfolger für Christian Brand gefunden. Heiko Herrlich übernimmt ab Januar das Ruder.
Von Jürgen Scharf, MZ

Der ehemalige Bundesliga-Profi Heiko Herrlich wird der neue Trainer des SSV Jahn. Foto: dpa
Der ehemalige Bundesliga-Profi Heiko Herrlich wird der neue Trainer des SSV Jahn. Foto: dpa

Regensburg.Verdächtig ruhig war es in den vergangenen Tagen beim SSV Jahn Regensburg. Am Sonntagabend gab es dann den Paukenschlag. Ex-Nationalspieler Heiko Herrlich wird neuer Trainer beim Fußball-Regionalligisten. Er erhält einen Vertrag bis Saisonende, der sich um ein Jahr verlängert, wenn der Verein den ersehnten Aufstieg in die 3. Liga schafft.

Seit Mitte November suchte Jahn-Sportchef Christian Keller einen neuen Trainer. Damals hatte der Klub bekannt gegeben, dass Coach Christian Brand zur Winterpause gehen muss. Nach einem furiosen Saisonstart war den Oberpfälzern in der Liga zuvor die Puste ausgegangen. Am letzten Spieltag des Jahres rutschte der Aufstiegsfavorit mit einer Niederlage in Schweinfurt sogar auf den zweiten Tabellenplatz ab. 13 Spiele hat Heiko Herrlich nun Zeit, den SSV Jahn wieder auf den ersten Platz zu führen. Nur dieser bedeutet die Qualifikation für die Aufstiegsrelegationsspiele zur 3. Liga. Seine Arbeit wird der 44-Jährige Anfang Januar aufnehmen.

„Ich finde hier eine gute Ausgangssituation vor, denn wir können in dieser Saison noch alles erreichen.“

Heiko Herrlich

Zuletzt waren im Vereinsumfeld noch ganz andere Namen genannt worden. Gino Lettieri oder Gerd Dais etwa, die beide mit anderen Mannschaften bereits Aufstiege geschafft hatten. Nun erhielt jedoch Herrlich den Zuschlag. „Er hat im Auswahlprozess aus Sicht aller Verantwortlichen eine absolut überzeugende Leistung abgeliefert“, begründet Keller in einer Vereinsmitteilung die Entscheidung. Unter Herrlichs Leistung solle die Mannschaft nun „wieder ihr volles Potenzial ausschöpfen und in der restlichen Saison an die Grenzen ihres Leistungsvermögens gehen“. Dafür werde es auch „die volle Unterstützung aller Beteiligten im Innen- und Außenverhältnis benötigen“, sagt Keller und dürfte damit auf das zuletzt etwas belastete Verhältnis von Fans und Mannschaft anspielen. Während Teile der Anhänger den Rauswurf von Brand gefordert hatten, hatten sich die Spieler öffentlich hinter ihren Trainer gestellt.

Ein unermüdlicher Kämpfer

  • Als Profi

    war der gebürtige Mannheimer für Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund aktiv. Er bringt es auf 258 Einsätze und 74 Tore in der Bundesliga. Seine erfolgreichste Zeit erlebte Herrlich beim BVB, mit dem er zwei deutsche Meistertitel (1996 und 2002), die Champions League (1997) sowie den Weltpokal (ebenfalls 1997) gewann. Zuvor hatte er in Mönchengladbach bereits den Sieg im DFB-Pokal errungen (1995).

  • Seine Erfolge:

    Herrlich lief fünfmal für die deutsche Nationalmannschaft auf und erzielte dabei ein Länderspieltor. Im Herbst 2000 wurde beim Mittelstürmer ein bösartiger Hirntumor festgestellt. Sein größter Erfolg: Er besiegte den Krebs und kehrte anschließend sogar wieder auf den Platz zurück.

  • Als Trainer

    arbeitete Herrlich einige Jahre im Nachwuchsbereich von Borussia Dortmund (U19) und beim FC Bayern München (U17). Zudem war er über zwei Jahre lang erfolgreich als Trainer der U17- und später der U19-Nationalmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes tätig und feierte in diesem Zusammenhang unter anderem einen 3. Platz bei der U17-Weltmeisterschaft.

  • Seine Stationen:

    Als Trainer des VfL Bochum war Herrlich in den vergangenen Jahren auch bereits in der 1. Bundesliga unterwegs. Zudem coachte er die SpVgg Unterhaching in der dritten Liga.

Mit Herrlich darf der Klub nun auf einen echten Neuanfang hoffen. Dieser ist ein bekanntes Gesicht im deutschen Fußball. Als Profi war der gebürtige Mannheimer für Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund aktiv. Insgesamt spielte er 258 Mal in der Bundesliga und erzielte dabei 74 Tore. Seine erfolgreichste Zeit erlebte Herrlich in Dortmund. Dort gewann er zwei deutsche Meistertitel (1996 und 2002), die Champions League (1997) sowie den Weltpokal (ebenfalls 1997). Außerdem lief er fünfmal für die deutsche Nationalmannschaft auf. Im Herbst 2000 wurde beim Mittelstürmer ein bösartiger Hirntumor festgestellt. Er besiegte den Krebs und kehrte anschließend sogar wieder auf den Platz zurück.

In der Bildergalerie – die Karriere von Heiko Herrlich:

Die Karriere von Heiko Herrlich

Im Anschluss an seine aktive Karriere arbeitete Herrlich zunächst einige Jahre im Nachwuchsbereich von Borussia Dortmund und beim FC Bayern München. Zudem war er zwei Jahre lang Nachwuchstrainer des Deutschen Fußball-Bundes. Als Trainer des VfL Bochum war er zwischen 2009 und 2010 dann auch in der 1. Bundesliga aktiv. Zudem coachte er die SpVgg Unterhaching in der dritten Liga. Aus dieser Zeit kennt ihn SpVgg-Präsident Manfred Schwabl. Er beschreibt den Coach als „sehr akribisch, sehr geradlinig, sehr ehrlich“. Ihm habe es stets gefallen, dass Herrlich überaus offen und direkt mit den Spielern umgehe, auch wenn das gerade bei denen, die nicht so zum Zug kommen, „nicht immer gut so gut ankommt“. Als Trainer stehe Herrlich für eine attraktive Spielweise, meint Schwabl: „Insgesamt kann man dem SSV Jahn zu dieser Entscheidung nur gratulieren“ – und er freue sich auch selbst darüber, dass der Ligakonkurrent einen guten Mann an Land gezogen habe. Er wünsche den Regensburgern aufrichtig, dass sie aufsteigen, erklärt Schwabl, denn dann sei der Top-Favorit weg – „und wir können nächstes Jahr selber oben angreifen“.

Kommentar

Klarer Auftrag

Heiko Herrlich soll es beim SSV Jahn nun richten. Damit hat der Klub nicht, wie eigentlich vermutet wurde, einen Trainer verpflichtet, der schon Jahrzehnte...

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Herrlich selbst teilte am Sonntag mit, dass er sich auf die neue Aufgabe sehr freue: „Ich finde hier eine gute Ausgangssituation vor, denn wir können in dieser Saison noch alles erreichen. Es gilt nun alle Kräfte im Verein zu bündeln, damit wir am Ende erfolgreich sind.“ Am kommenden Dienstag soll der Coach offiziell in Regensburg vorgestellt werden.

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Die aktuelle Tabelle der Regionalliga Bayern:

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