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Futsal

Jahn 1889: Mit Futsal in die Bundesliga

Oliver Vogel hat eine neue Heimat gefunden, große Ziele und lebt nun seine in Australien geweckte Leidenschaft aus.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

  • Oliver Vogel zaubert mit dem Ball, die Mannschaft schaut zu: Der Trainer hat mit Futsal beim SSV Jahn große Ziele. Fotos: Brüssel (2)

Regensburg. Das Stichwort hat sechs Buchstaben und weckt bei Oliver Vogel das Leuchten eine kleinen Jungen in den Augen. Für hiesige Breitengrade ist das ungewöhnlich: Denn Futsal ist in Deutschland und besonders in Bayern eher ein Reizthema als des Kick-Anhängers liebstes Kind. Bei Vogel ist das anders, ganz anders. „Mit acht habe ich Futsal das erste Mal gesehen. Aber erst mit 40 ist in Australien mein Herz aufgegangen“, sagt 45-Jährige.

Viereinhalb Jahre verbrachte Oliver Vogel dort, spielte selbst („Ich war in der Zeit nicht einmal verletzt“) und leitete drei Futsal-Teams. Mit dem FC Melbourne brachte er eines bis in die zweite Liga und hatte ein anderes, das er „Ze Germans“ nannte. Dann trieb ihn das Schicksal nach Regensburg: Privates und Berufliches spielte perfekt zusammen. Als ein Freund im Netz dann auch noch herausfand, dass es mit dem Futsal-Club Regensburg den bayernweit ersten Futsal-Verein in der Stadt gibt, wusste Vogel: „Soviele Zufälle auf einmal kann es nicht geben.“ Oliver Vogel freilich wollte nach einer Saison seine Ambitionen selbst in die Hand nehmen und weiterentwickeln. Er suchte den Futsal-Fortschritt und im Winter eine neue Heimat.

Der Vater pfiff im Jahn-Stadion

Vogel, dessen Vater Wolfgang E., inzwischen 78, in Karlsruher Diensten einst im altehrwürdigen Jahn-Stadion als Schiedsrichter pfiff, als die Regionalliga die höchste Liga war, unternahm einen Versuch beim SSV Jahn. Über das soziale Netzwerk Xing kontaktierte er Jahn-Sportchef Christian Keller. Den beeindruckte das 17-seitige „Buch“, wie es Vogel nennt, es kam zum Treffen. An das weichenstellende Datum kann sich Oliver Vogel noch genau erinnern. „Es war der 19. Februar und ich war total aufgeregt mit meinen 45“, sagt er mit einem breiten Grinsen.

Vogels Leidenschaft übertrug sich. Es reichte zwar ob der sportlichen Probleme des Klubs nicht, um die Futsaler aufzunehmen, doch zum Mutterverein SSV Jahn 1889 und seinem Präsidenten Norbert Lieske stellte Keller sofort den Kontakt her. Die wenigsten Regensburger wissen, das es mit dem SSV Jahn 2000 und dem SSV Jahn von 1889 zwei eigenständige Jahn-Vereine gibt. Lieske freute die Blutauffrischung, denn der SSV Jahn 1889 ist längst eher ein Breitensportverein mit vielen älteren Mitgliedern.

Oliver Vogel aber hat den Klang des Namens schon verspürt. Mit Carlos Sternecker (Corpus Care) und Sepp Weigert (Team-Sport) fand er zwei Unterstützer. In München trat der SSV Jahn vor vier Wochen schon als Mit-Ausrichter eines Turniers in Erscheinung – und an ersten Einladungen erkennt Vogel die Zugkraft des Namens Jahn auch bereits.

Der 45-Jährige hat mit dem SSV Jahn 1889 hohe Ziele. „In zwei Jahren will ich in die gerade gegründete Regionalliga und danach in die Bundesliga, die noch entsteht“, sagt Vogel. Als eine der letzten Nationen Europas will der Deutsche Fußball-Bund 2016 auch das Manko einer fehlenden Nationalmannschaft beseitigen. „2017 will ich einen von uns dabei haben“, sagt Vogel, der aktuell auf Spielersuche ist und auch am Samstag beim Tag der offenen Tür in der neuen Arena für sein Team und seinen Sport werben will.

Australisches Vorbild-Projekt

Das Vorbild kommt, na klar, aus Australien. Oliver Vogel berichtet – mit leuchtenden Augen – von einem Projekt, das 2006 begann. „Heute spielen fünf Leute davon im Nationalteam“, sagt Vogel.

Am kommenden Mittwoch veranstaltet Vogel von 18 bis 19 Uhr in der Zweifach-Turnhalle des Werner-von-Siemens-Gymnasiums einen Sichtungstag.Gesucht werden auch Torhüter, die „gerne vom Handball oder Hockey kommen können“, sagt Vogel. Kontakt unter Telefon 0171/11 78 251 oder per Mail an ovogel@technogym.com.

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