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Jahn: Im Derby soll der Knoten platzen

Um seine Spieler auf die Auswärtspartie in Amberg vorzubereiten, greift Trainer Heiko Herrlich zu ungewöhnlichen Maßnahmen.
Von Jürgen Scharf, MZ

Jahn-Stürmer Markus Ziereis (2. von rechts) trifft hier im Hinspiel gegen Amberg zum 2:0 für die Regensburger, die am Ende mit 4:3 gewinnen. Foto: Nickl
Jahn-Stürmer Markus Ziereis (2. von rechts) trifft hier im Hinspiel gegen Amberg zum 2:0 für die Regensburger, die am Ende mit 4:3 gewinnen. Foto: Nickl

Amberg.Sportchef Christian Keller hielt nach der Partie seines SSV Jahn Regensburg gegen den Tabellenletzten aus Rain den Ball flach. Wenn auch mühsam und nur knapp mit 1:0, so hatte die Mannschaft das Spiel zumindest gewonnen. Einen wirklich entscheidenden Schritt aus der Krise sah Keller darin aber nicht. „Der Gradmesser ist das Spiel in Amberg“, sagte er – und lenkte den Blick damit gleich auf das mit Spannung erwartete Oberpfälzer Derby in der Regionalliga Bayern am heutigen Dienstagabend.

Nach drei Spielen ohne Sieg hatte es beim Jahn in der vergangenen Woche mächtig gekracht. Das Schlusslicht aus Rain kam da am vergangenen Freitag eigentlich genau zum richtigen Zeitpunkt nach Regensburg. Gewinnen und Selbstvertrauen tanken, so war der Plan des Spitzenreiters vor der Partie. Am Ende tat sich der Jahn aber wieder überraschend schwer. Den Spielern schien das Donnerwetter ihrer Vorgesetzten stark zugesetzt haben. Gerade zu Beginn der Partie wirkten sie ängstlich, scheuten nahezu jedes Risiko. „Da spielt der Kopf sicher mit“, bestätigte Torwart Philipp Pentke, dass die Sicherheit derzeit fehlt. Dank eines tollen Schusses von Stürmer Markus Ziereis kam der Jahn zumindest zum Sieg – und der dürfte für die Mannschaft unglaublich wichtig gewesen sein. Das Selbstvertrauen komme schließlich über die Siege, sagt Sportchef Keller.

Achtmal auswärts nicht gewonnen

Vertrauen ins eigene Können kann der Jahn in den kommenden Wochen der Wahrheit gebrauchen. Am Dienstag steht das Derby in Amberg an, am Samstag reist er zum Spitzenspiel nach Burghausen und am Dienstag in einer Woche kommt Unterhaching zum Totopokal-Halbfinale nach Regensburg. Gerade das Auswärts-Doppelpack in dieser Woche dürfte für den Jahn, der zuletzt achtmal auf fremdem Platz nicht gewinnen konnte, eine knifflige Aufgabe sein.

„Der Gradmesser ist das Spiel in Amberg.“

Christian Keller

Besondere Aufgaben erfordern besondere Maßnahmen, denkt sich da Jahn-Trainer Heiko Herrlich und sorgt mit einer ungewöhnlichen Aktion für Aufsehen. Er lässt die Spieler mit ihren privaten Autos zum Spiel nach Amberg reisen – und nicht wie sonst mit dem Mannschaftsbus. Bereits vor längerer Zeit sei ihm aufgefallen, dass es beim Jahn für die Spieler eine gewisse Komfortzone gebe, sagt er. Aus dieser will er sie nun mit aller Macht herausholen und ihnen bewusst machen, welche Privilegien sie genießen. Der eine oder andere habe das auch bereits schon kapiert, er wolle nun aber auch den Letzten wachrütteln.

Als Spieler habe er erlebt, was eine Veränderung des gewohnten Ablaufs bewirken kann, sagt Herrlich. Mit Mönchengladbach habe er mehrmals hintereinander klar beim FC Bayern München verloren. Der damalige Trainer Bernd Krauss habe dann beschlossen, beim nächsten Spiel in München nicht wie gewohnt am Vorabend sondern erst am Spieltag anzureisen. Es half – die Borussia gewann mit 1:0. Herrlich betont aber auch, dass derlei Überraschungsaktionen keine Dauerlösung sein könnten. Die Anreise mit den Autos nach Amberg werde eine „einmalige Angelegenheit“ sein.

An seiner Forderung an die Spieler, endlich konstant Leistung zu zeigen, habe sich ohnehin nichts geändert. „Die Situation ist eigentlich wie vor dem Spiel gegen Rain“, sagt der Coach. In der Rückrundentabelle der Regionalliga Bayern steht der SSV Jahn auf dem elften Platz, wie er mit Schrecken festgestellt habe: „Das ist nicht schlecht, das ist ganz schlecht.“

Kommentar

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Der Jahn grüßt weiter von der Tabellenspitze:

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Ein angeschlagener Boxer

Mit einem Sieg in Amberg soll nun auswärts die Trendwende eingeläutet werden. Beim zweiten Oberpfälzer Klub der Regionalliga ging zuletzt nahezu nichts mehr. Alle sechs Spiele hat der FC in diesem Jahr bislang verloren, dabei kein einziges Tor geschossen. Herrlich will sich davon aber nicht in Sicherheit wiegen lassen. „Es ist völlig klar, dass die in diesem Spiel, im Derby, anders auftreten werden. Angeschlagene Boxer sind immer gefährlich“, glaubt der Coach.

Beim Jahn wird Alexander Nandzik wieder mit dabei sein. Er fiel am vergangenen Freitag wegen einer Lebensmittelvergiftung kurzfristig aus, dürfte in Amberg aber wieder in der Startelf stehen. Weiterhin ausfallen wird dagegen Oli Hein, der immer noch an den Folgen einer starken Prellung leidet. Bei ihm wird es sicher auch für das Top-Spiel in Burghausen eng werden.

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