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Judo-Bundesliga rein deutsch

wunschtraum Bundestrainer möchte Liga ohne Ausländer – nicht nur in Abensbergregen sich Zweifel daran.

Als Kokommentator fürs Internet-TV der Europäischen Judo-Union vertrieb sich Abensbergs Otto Kneitinger nach dem Europacup-Aus die Zeit.Foto: kr

Von Dieter Krelle, MZ

ABENSBERG. Schwergewichts-Europameister Andi Tölzer blickt am 12. Januar erstmals Richtung Fixstern für das Judo-Jahr 2008. Der Start bei Olympia in Peking ist für den Star des deutschen Rekordmeisters TSV Abensberg das Wichtigste. Das erste Test gegen einen Teil der Weltelite im österreichischen Mittersill aber ist nicht nur für den 140-kg-Athleten, der beim Abensberger Europacup-Aus in Moskau sehr vermisst wurde, nach über viermonatiger Pause wegen einer langwierigen Leistenverletzung wichtig. Vielmehr wollen an gleicher Stelle der deutsche Judo-Präsident Peter Frese, die Verantwortlichen der deutschen Spitzenvereine und das Bundestrainer-Kollegium nach Impulsen für ihren Sport suchen.

Wie Abensbergs Macher Otto Kneitinger aber zweifeln etliche Vereinsvertreter daran, dass die blanke Verwirklichung des Vorschlags von Bundestrainer Frank Wieneke, für die Judo-Bundesligasaison 2009 nur noch deutsche Kämpfer zuzulassen, das Elexir für Leistungssteigerung bieten kann. „Da müssen schon noch andere Strukturen geschaffen werden“, sagt Kneitinger, der darauf verweist, dass die Liga im Olympiajahr eine völlig ungestörte Vorbereitung der Peking-Kandidaten ermöglicht, weil sie erst im Herbst nach den Spielen ein Kompaktprogramm um die Bundesliga-Meisterschaft abwickelt.

„Die Voraussetzungen können also besser nicht sein. Jetzt müssen Trainer und Athleten schauen, was sie aus diesen Bedingungen machen.“ Gespannt darf man auch sein, welche Ergebnisse das vor Wochen verabredete Nachdenken der Funktionäre über die Entwicklung der Bundesliga wohl bringen wird.

Auch in Österreich will die Europäische Judo-Union zwei Wochen später in Saalbach-Hinterglemm erste Bilanz der Maßnahmen zur Verbesserung von Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, die bei einem Treffen in der Sommerresidenz von Judo-Enthusiast Wladimir Putin in Sotchi beschlossen worden waren. Fest steht bereits, dass auch der Judo-Europapokal 2008 wieder als Kompaktturnier ausgetragen wird. Für das Jahr danach soll der zum Mitarbeiter von Sportdirektor Daniel Lascau aufgerückte Indrek Pertelson den Wettbewerb wieder zu einem attraktiven Aushängeschild des Verbands gestalten. Ein gewichtige Aufgabe für die beiden ehemaligen Abensberger Spitzenkämpfer.

Die Vorbereitung dieser EJU-Tagung hat Otto Kneitinger übernommen, der seinem TSV in Moskau nur zu gerne noch den Gewinn des sechsten Europa-pokals beschert hätte. Denn seiner wachsenden beruflichen Belastung Tribut zollend, will er ab Januar in Sachen Abteilungsführung kürzer treten.

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