MyMz

Judoka greifen nach dem Cup

Titelverteidigung Abensberger sind beim Europapokal-Endturnier in Moskau gefordert

Von Dieter Krelle, MZ

ABENSBERG. Der 13. deutsche Meistertitel für die Judoka des TSV Abensberg ist schon seit zwei Monaten unter Dach und Fach. Der Ehrgeiz aber, einer doch ziemlich zerrissenen Saison noch die Krone aufzusetzen, ist ungebrochen. Die Niederbayern streben am Samstag ab 13 Uhr (Ortszeit) beim Europapokal-Endturnier in der Sporthalle Druszba in Moskau nach dem sechsten Cup-Sieg. „Die Titelverteidigung wird sehr schwer“, sagt TSV-Motor Otto Kneitinger zum wegen der Terminengpässe vor Olympia in Peking auf ein einziges Turnier eingedampften Wettbewerb.

Gegen die russischen Spitzenclubs um Putin-Verein Yawara Neva St. Petersburg, Sambo 70 Moskau und SC Gladiator, gegen vier türkische Teams, dazu Fiamme Azzurre (Italien), Levallois (Frankreich) und SC Impol Bystrica (Slowenien) muss sich die eingeschworene TSV-Truppe bewähren, die mit Vorjahres-Finalgegner St. Petersburg für die Gruppen-Auslosung gesetzt ist. „In Budapest haben wir bewiesen, dass wir selbst gegen zusätzlich mit internationalen Stars bestückte Nationalteams bestehen können“, blickt Kneitinger stolz auf den ersten Abensberger Europacup-Triumph seit 2000 zurück. „Im Gegensatz zu anderen Spitzenvereinen wie Racing Paris, US Orleans, Paris St. Germain oder dem van der Geest-Club JC Haarlem haben wir nicht resigniert.“ Mit dem ursprünglich gemeldeten Tiflis (Georgien) fehlt ein Konkurrent der letzten Jahre in Moskau, was eher politische denn sportliche Gründe hat.

In der Kompakt-Endrunde fällt die Entscheidung in nur einem Durchgang mit sieben Einzelkämpfen (bisher zwei mit 14). Da ist volle Konzentration von Beginn an gefordert. Und deshalb ist Kneitinger dem Deutschen Judobund und Nationaltrainer Frank Wieneke dankbar, dass er die Olympia-Anwärter, zum Großteil Abensberger, nicht zum Kano-Cup nach Japan schickte, sondern sie bis Dienstag in einem Trainingslager in Paris zusammengezogen hatte.

Ole Bischof will sich bewähren

In Tokio kämpften dagegen Andi Mitterfellner (Silber in der 66 kg-Kategorie) und der in der 90-kg-Klasse erfolgreiche Olympiasieger Ilias Illiadis. Auf sie kann Trainer Ivan Radu in Moskau ebenso zurückgreifen wie auf die WM-Dritten Ludwig Paischer (60 kg) und Mikiki Ungvari (66 kg), dazu Kyoshy Uematsu und Joao Pina (73 kg) sowie David Alarza (90 kg). Von den deutschen Nationalkämpfern brennen beim TSV Ole Bischof (81 kg), Björn Bachmann und Robert Dumke (90 kg), Michael Jurack und Dimitri Peters (100 kg) auf die internationalen Bewährungsproben. Dagegen wird Schwergewichtler Andi Tölzer nach seiner langwierigen Leistenverletzung, die schon seinen Einsatz bei der WM und auch im DM-Finale verhinderte, über seinen Einsatz wohl erst vor Ort entscheiden. Nicht dabei ist dort Adrian Kulisch (66 kg), auf dessen Dienste der TSV seit dessen unentschuldigtem Fehlen bei der deutschen Endrunde verzichtet.

Youngster sammeln Erfahrungen

Am Duft der großen Judowelt kann dagegen der Abensberger Talentschuppen um Markus Reiter, Dominik und Sebastian Liebl (60 kg), Gerhard Zeitler (66 kg), Fabian Seidlmeier, Stefan Kneitinger, den frisch gebackenen Regensburger Sportler des Jahres, Christopher Völk (73 kg), Dominik Gerzer, Martin Oberndorfer (100 kg) und Thomas Ettengruber (+100 kg) schnuppern. „Auf sie werden wir in der neuen Saison noch stärker bauen“, sagt Kneitinger, der mit dem estnischen Schwergewichtler Martin Padar für 2008 einen einzigen Neuzugang ankündigt. Wie auch Toni Lettner und Georg Schels (81 kg) werden sich die Youngster in Moskau mit den über 50 Schlachtenbummlern wohl eher in der Zuschauerrolle befinden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht