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Regensburg-Triathlon

Klare Siege für Straub und Neef


Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

  • Wieder der Schnellste in Regensburg: Sebastian Neef Foto: Brüssel
  • Nachgemeldet und gleich gewonnen: Julian Straub.Foto: Brüssel

Mittendrin reckte sich wieder eine Faust im Pulk der Triathleten auf dem Regensburger Dultplatz in die Höhe. Wieder hatte einer der 879 (von 1060 gemeldeten) Teilnehmer, die letztlich das Ziel sahen, sein ganz persönliches Ziel erreicht. Bei brütender Hitze fiel das dem einen leichter, dem anderen schwerer. Zur ersten Kategorie zählte zweifelsfrei Sebastian Neef: Es sah nicht nur locker aus, was der Sieger der olympischen Distanz des Compexx-Triathlons machte, sondern es war auch locker. Sebastian Neef fühlte sich nach 1,5 Kilometern Schwimmen, 40 Kilometern Radfahren und zehn Kilometern Laufen nach 1:54:18,0 Stunden bestens, „auch wenn ich nicht ganz so schnell war wie voriges Jahr – aber gefühlt ging es mir besser“.

Straub unterbietet Siegerzeit 2012

Bei den Frauen unterbot die Neu-Regensburgerin Juliane Straub trotz der hohen Temperaturen in 2:04:21,1 sogar die Siegerzeit von 2012 um über drei Minuten und entthronte damit auch Titelverteidigerin Astrid Zunner-Ferstl (2:11:01,0), die aber auch „mit Platz zwei zufrieden“ war. Neef, Straub und auch den Männer-Zweiten Stephan Aitl (2:00:15), der sich vier der sechs Minuten Rückstand schon im Schwimmen einhandelte, eint eines: Für das Trio steht am Sonntag mit der 70.3-Europameisterschaft in Wiesbaden der Saison-Höhepunkt an – wenn auch für Neef und Straub mit Profilizenz, während Aitl als Amateur antritt.

Sebastian Neef hatte am Samstag noch einen Radtest als Trainingseinheit absolviert, bei dem er sich in hiesigen Regionen ein ähnliches Streckenprofil ausguckte wie in Hessen. Via Eitlbrunn und Ponholz war er ins Regental gefahren und hatte über Kürn und Bernhardswald den Heimweg gesucht. Mit interner Zeitmessung: „2:30 Stunden habe ich für 91 Kilometer gebraucht“, sagte Neef und schaute nach. „Auch wenn es sich schwer vergleichen lässt: Da wäre ich in Wiesbaden voriges Jahr gut dabei gewesen.“ In Regensburg hatte er die Konkurrenz sicher im Griff. „Ich habe dich am ersten Hügel gesehen – und wusch, warst du weg“, formulierte es der Dritte, Sebastian Mahr aus Ingolstadt (2:00:15) im trauten Zwiegespräch der Triathleten auf den Podestplätzen.

Trainer als Grund für Fortschritte

„Du hast dich gegenüber dem vergangenen Jahr nochmal gesteigert“, meinte auch Stephan Aitl zu Neef im Ziel, der diesmal seinen Sieg mit einem Zielband-Limbo statt Siegersprung beging. „Ein Trainer bringt einiges“, antwortete Neef, der seine Fortschritte vor allem darauf zurückführt, dass er seit Herbst 2012 mit Christian Ruderer zusammenarbeitet, der in Regensburg studiert hat und zuletzt als Referendar am Albertus-Magnus-Gymnasium tätig war. „Auch in Sachen Ernährung habe ich einiges besser gemacht“, erzählt der 24-Jährige.

Stephan Aitl gönnt es „dem Sebi“ und setzt „andere Prioritäten. Wenn ich nicht 31 wäre, sondern 25 – aber so bin ich seit zehn Jahren im Beruf als Osteopath“. Aitl, der liebend gerne in Regensburg startet („Ich war schon sechs, sieben Mal hier und beim Marathon mal Dritter“) kommt auf „15 bis 20 Trainingsstunden die Woche, davon fünf bis sechs mit meiner Frau auch beim Gehen in den Bergen“ und will in Wiesbaden sehen, ob es für die Qualifikation zur 70.3-Weltmeisterschaft in Las Vegas reicht. „Teilnehmen kann ich aber dann sowieso nicht.“

Gladbach macht’s schlechter

Auch die Frauen-Zweite Astrid Zunner-Ferstl strahlte. „Schon mit dem Schwimmen ohne Neoprenanzug war ich zufrieden.“ Auf dem Rad blieb die 39-Jährige als einzige Frau unter einer Stunde und rückte Juliane Straub auf die Pelle. Nachmittags eilte Zunner-Ferstl zum Entspannen nach Hause. „Ab 14.30 Uhr liege ich auf der Coach und schaue fern“, sagte sie. Was sie gesehen hat, dürfte ihr nicht so gefallen haben wie ihr Wettkampf: Astrid Zunner-Ferstl sah das Pokal-Aus ihres Lieblingsklubs Borussia Mönchengladbach in Darmstadt.

Vorne zog Juliane Straub ihre Kreise: Die 29-Jährige setzte in den vergangenen Jahren ihren Schwerpunkt auf Bundesligarennen, will heuer aber anderweitig ihre Möglichkeiten austesten. Bei der Mitteldistanz-EM im Kraichgau stoppten sie noch zwei Reifenplatten, jetzt träumt sie für Wiesbaden von einem Top-Ten-Platz. Seit eineinhalb Jahren hat die Potsdamerin, die als Juniorin im Duathlon Erfolge feierte (WM-Sechste 2002), ihren Lebensmittelpunkt in Regensburg, wo sie als Assistentin der Geschäftsführung beim Ausbildungsinstitut für Verhaltenstherapie (AVR) arbeitet.

Eigentlich stand der Frankfurter Citytriathlon für Juliane Straub im Programm, doch wegen einer Hochzeit in Hof passte Regensburg besser ins Konzept und die Pläne wurden kurzfristig geändert. „Was mich hier erwartet, wusste ich nicht“, sagte Straub zu ihrer Regensburg-Premiere und musste sich dank gestaffelter Startzeiten „durch die Männermassen durchwurschteln“. Am Ende aber freute sie sich wie auch Astrid Zunner-Ferstl („Das Publikum war super“) über den Heimvorteil. „Überall standen Leute, die mich kannten“, sagte Straub.

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