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Leo Bönniger strebt zweiten EM-Titel an

Galaxy Gym-Fighter will sich gegen den Marokkaner Mohammed Lazrak auch die europäischen Krone des Weltverbandes ISKA holen.
Von Andreas Allacher, MZ

Beim Sparringstreff traf Leo Bönniger auch auf Stefan Reisinger, der sich ebenfalls in der Vorbereitung auf einen Kampf in München am 12. November befindet.
Beim Sparringstreff traf Leo Bönniger auch auf Stefan Reisinger, der sich ebenfalls in der Vorbereitung auf einen Kampf in München am 12. November befindet. Foto: Galaxy Gym

Regensburg. Eigentlich hat Kickboxer Leo Bönniger sein Soll für dieses Jahr schon erfüllt. Denn das Aushängeschild von Galaxy Gym Regensburg hat bereits den Europameistertitel des WFCA geholt – dem wohl derzeit leistungsstärksten Weltkickboxverband, in dem viele der dominierenden holländischen Kämpfer gelistet sind. Dennoch steigt Bönniger am Freitag in Kirchheim-Teck bei Stuttgart wieder in den Ring, um sich auch noch den derzeit vakanten EM-Titel des amerikanischen Weltverbandes ISKA, der weltweit die ganz großen Kämpfe organisiert, zu sichern. Gegner im Hauptkampf der Champions Gala II ist der Marokkaner Mohammed Lazrak.

Wert der Wettkampfpraxis betont

Höhepunkt in der Vorbereitung von Leo Bönniger auf diesen Titelkampf war ein Sparringstreff in Regensburg, bei dem er auf mehrere adäquate Kämpfer wie den Europameister Artur Scherer aus Ansbach und Eugen Main aus Nürnberg sowie Klubkollegen wie Junioren-Weltmeister Dominik Santl traf. Dann fuhr der Regensburger weiter nach Heidelberg, um mit Alex Schmitt, gegen den er schon einen WM-Kampf verloren hat, weiterzutrainieren. Denn neben Fitness, Kondition und Ernährung ist vor allem die Wettkampfpraxis wichtig, um für den unbekannten Gegner gerüstet zu sein, sagt Galaxy-Gym-Leiter und Haupttrainer Cai Waldenberger. Er berichtet, dass die Marokkaner derzeit die Kickbox-Szene kräftig aufmischen: Sie gelten als starke Einzelkämpfer, die mit entsprechender Technik- und Taktikschulung schwer zu besiegen sind. Seinen letzten Gegner hat Mohammed Lazrak in der ersten Runde ausgeknockt. Allein der Größenvorteil – mit 190 Meter ist er sechs Zentimeter größer als Bönniger – macht ihn gefährlich. Der Marokkaner bereitet sich übrigens in den Niederlanden auf den Fight gegen den Oberpfälzer vor, wo derzeit nach Einschätzung Waldenbergers die besten Kämpfer und Trainer beheimatet sind.

Fünf Runden über je drei Minuten

Bei Sparringstreff kämpfte Bönniger insgesamt 20 Runden gegen Topleute aus Bayern, wobei man darauf achten müsse, dass man sich beispielsweise durch die Zugehörigkeit zu benachbarten Gewichtsklassen im Wettkampf nicht in die Quere kommt. „Leo ist nicht totzukriegen“ sah Waldenberger mit Genugtuung. Als Haupttrainer gibt er im Galaxy Gym die Taktik vor, fünf weitere Coaches arbeiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten am gleichen Ziel. Am Freitag geht es wie bei allen Titelkämpfen der A-Klasse über fünf Runden von je drei Minuten – und das vor 400 VIP-Gästen.

Waldenberger betreut Bönniger seit über 14 Jahren und räumt ihm gute Siegchancen gegen Mohammed Lazrak ein, wobei ein Treffer im Kampfsport alles verändern kann. „Ich erwarte einen Fight auf Augenhöhe, bei dem auch die Tagesform entscheiden könnte.“ Mit 28 Jahren hat sein Schützling inzwischen auch viel Erfahrung gesammelt und ein sicheres Auge für die Situation entwickelt, so dass er im Gegensatz zu vielen jungen Kämpfern nicht mehr so sehr auf seine Aggressivität setzen muss. Und nachdem er bereits amtierender Europameister ist, kann er die Aufgabe mit einem gesunden Selbstbewusstsein angehen. Denn ein zweiter EM-Titel wäre in erster Linie eine Bestätigung für Bönniger, sagt Cai Waldenberger, würde aber sicherlich auch weitere Karriere-Chancen auftun.

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Varianten

  • Beim Kickboxen

    unterscheidet man zwischen Semi-, Leicht- und Vollkontakt. Die Vollkontaktvariante gibt es zudem mit Lowkick, das heißt, es können auch die Oberschenkel angegriffen werden. Amateure starten immer mit Fuß-, Kopf- und Handschutz. Bei den Profis gibt es nur noch die Boxhandschuhe. Zur Chancengleichheit wird in verschiedenen Gewichtsklassen gekämpft.

  • Seit den 90-er Jahren

    hat sich international das K1 durchgesetzt, bei dem zudem Knietechniken erlaubt sind. Auch in diesen Disziplinen waren in der Vergangenheit Regensburger Galaxy-Sportler erfolgreich.

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