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Lutz und Co: Erst Cross-EM – und dann lockt Barcelona

Telis-Topleute beginnen auf dem Laufband die Winterarbeit und haben große Träume für 2010.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Ein erster Leistungstest mit Maske: Nationalläuferin Susi Lutz Foto: RFZ

REGENSBURG. Nach der Saison ist vor der Saison. Zurück liegt für die Leichtathleten der LG Telis Finanz ein Jahr, das seinesgleichen sucht. Eines, in dem Titelzähler kaum mitkamen: 36Sportler brachten es auf 59 Gold-Plätze auf Landesebene. Deutschlandweit waren es 20. „16 echte Titel und vier bei den Senioren“, splittet TelisTeamchef Kurt Ring auf. Die Resonanz darauf? „In Deutschland findet das Anerkennung, in der Region weniger. Außer von unserem Hauptsponsor werden wir nach wie vor als süße, kleine Randsportart behandelt.“

Der 60-Jährige kämpft seit Jahren auch mal mit markigeren Worten dafür, den Nachwuchs nach vorne zu bringen. 2009 gelang das wie nie: Ein Quintett startete in Kaunas (Susi Lutz, Philipp Pflieger) und Novi Sad (Corinna Harrer, Julia Kick, Manuel Ziegler) auf der europäischen U-23- und U-20-Bühne und brachte mit Silber (Harrer, 800 Meter) und Bronze (Lutz, 3000 Meter Hindernis) zwei Medaillen mit nach Hause. Ring: „Wir haben eine sehr große Breite.“

Auf den Lorbeeren ausruhen ist aber nicht: Im Rückenzentrum in Regensburg absolvierten die Aushängeschilder gerade wieder ihre Leistungstests. „Athleten empfinden das oft als Überprüfung. Das ist es aber gar nicht“, sagt Kurt Ring, der zusammen mit Dr. Frank Möckel Datenbänke aufgebaut hat, fleißig auswertet und die Trainingspläne entsprechend den Ergebnissen optimiert. „Die Werte waren top“, freut sich Ring. „Alle sind gut über den Sommer gekommen.“

Der Blick ist schon jetzt nach vorne auf die nächsten Höhepunkte gerichtet: Lutz und Pflieger peilen zu ihrem U-23-Abschied die Teilnahme an der Cross-Europameisterschaft am 13. Dezember in Dublin an, wo auch Harrer an den Start gehen soll. „Das Ziel für die drei“ aber ist ein anderes, ein südlicheres: In Barcelona findet von 26. Juli bis 1. August 2010 die Europameisterschaft statt. Die Latte liegt hoch: „Ich weiß auch, dass die Chance jemanden durchzubringen, vielleicht bei zehn Prozent liegt.“ Die für Corinna Harrer mögliche Teilnahme an der Junioren-WM in Moncton ab 20. Juli 2010 ist Ring so ein Dorn im Auge: „Dann wäre die Saison kaputt, weil in der Zeit sämtliche wichtigen Wettkämpfe sind. Und für sie ist vor allem internationale Rennerfahrung nötig.“

Für Kurt Ring, der sich aus gesundheitlichen Gründen mehr und mehr aus dem Telis-Geschehen zurückziehen will, wäre Barcelona eine Krönung jahrelanger Aufbauarbeit. „Athleten reinzukaufen wäre nicht das Problem gewesen, aber wir wollen das nicht tun“, erklärt Ring die aktuelle Vereins-Philosophie. „Wir haben selber acht gute Junge, die wir weiterbringen wollen.“ In sie soll investiert werden. „Eine Corinna Harrer etwa ist bis 2012 mit einem Rundum-Wohlfühlpaket versorgt“, sagt Ring. „Finanziell wie trainingstechnisch. Sonst könnte sie ja gar nicht überleben.“

Die logische Schlussfolgerung: „Wir werden wenige Neuzugänge haben, vorwiegend männliche Mittelstreckler. Und wir suchen noch krampfhaft nach einer Frau, die aber passen muss. Das Niveau bei uns ist sehr hoch“, sagt Kurt Ring. Die Straßenlauf-DM habe gezeigt, dass ein Generationswechsel vollzogen sei. 2010 kann kommen.

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