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Sport aus Regensburg
Donnerstag, 20. September 2018 31° 1

Eiskunstlauf

Marold und Herceg zeigen ihre Künste

Die ECR-Aushängeschilder zeigen, dass sie zu den Besten Deutschlands gehören und glänzen zum Abschluss der Saison.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Ann-Christin Marold zeigte zum Saisonabschluss in Mannheim noch einmal, dass sie die beste Nachwuchsläuferin ist.
Ann-Christin Marold zeigte zum Saisonabschluss in Mannheim noch einmal, dass sie die beste Nachwuchsläuferin ist. Foto: ECR

Regensburg.Der Saisonabschluss bestätigte, was die Eiskunstlauf-Saison zeigte, was die vergangenen Jahre zeigten. Auch in Mannheim unterstrich der EC Regensburg, dass er zu den führenden Vereinen Deutschlands gehört. „In zwei Kategorien vier Läuferinnen, das hatte außer uns niemand: Nicht Mannheim, nicht Berlin, niemand“, freute sich Nicole Brünner, die mit ihrem Mann Ferdinand Dedovich den ECR seit Jahren vorantreibt, nach dem Deutschland-Pokal in Mannheim.

Die Top-Ergebnisse von Ann-Christin Marold (1.) und Jana Schwegler (5.) im Nachwuchs A sowie Katharina Kurz (2.) und Lea Schwamberger (5.) im Nachwuchs B unterstützte noch die positive Nachricht über das gelungene Comeback von Maria Herceg, die am Freitag 18 Jahre alt wird, mitten im Abitur steckt und nach nur drei Monaten Training in Innsbruck ein starkes Kurzprogramm ablieferte. „Sie ist zurück und hat läuferisch nichts eingebüßt“, kommentierte Brünner die 54 Punkte. „Sie hat einen technischen Wert bekommen wie zuletzt keine Läuferin im Ausland.“ Die Reaktion der Deutschen Eislauf-Union folgte prompt: „Maria hat als eine von fünf Deutschen eine Einladung für den Sommer nach Kanada bekommen. Das zeigt, dass der Verband weiter auf sie baut“, sagt Nicole Brünner.

Viel Mut nach einem Missgeschick

Bauen kann er auch auf Ann-Christin Marold, die sich beim Deutschland-Pokal unbedingt von ihrer einzigen Konkurrentin Dora Hus aus Mannheim absetzen wollte, mit der sie gemeinsam in den Juniorenbereich wechselt und auf die sie in der nationalen Rangliste der vergangenen drei Jahre einen Vorsprung von über 100 Punkten hat. Die zwölfjährige Marold zeigte wieder einmal, was in ihr steckt. „Auch mir war unklar, was sie tut“, sagte Brünner nach dem Missgeschick beim Startsprung, dem Dreifach-Toeloop, „den sie sonst zu hundert Prozent beherrscht. Das war wohl einer Rille im Eis geschuldet.“

Doch Marold reagierte schnell. „Sich in zehn Sekunden so zu fangen wie sie schafft sonst niemand in Deutschland“, sagte Brünner. Das „Ausnahmetalent“ baute sein Programm um – und wurde von den Preisrichtern dennoch abgestraft. „Man hat gesagt, man hätte ihr die Enttäuschung angesehen“, schimpfte Brünner, der ob der Bewertung der Kragen geplatzt war. Statt der „37, 38 Punkte“ gab es für das Kurzprogramm 34 – und das Ziel, die 100 Punkte zu übertreffen scheiterte genau daran. „Anderswo wird man für Mut belohnt, bei uns bestraft“, sagt Brünner. „Das ist wohl die deutsche Mentalität, die auf der Ebene nach oben manchmal behindert. Man hält lieber den Platz als zu riskieren. Aber wir haben dieses Sicherheitsdenken manchmal ja auch.“

Zweifache Dreifach-Premieren

Siehe Katharina Kurz, die „in beiden Programmen erstmals in ihrem Leben den Dreifach-Salchow“ (Brünner) sprang. Es war nicht die einzige Premiere: Lea Schwamberger gelang nach einem „rabenschwarzen Kurzprogramm“ das erste Mal der Toeloop in dreifacher Version. Auch Aufsteigerin Jana Schwegler lieferte laut Brünner „trotz eines kleinen Lapsus zwei starke Programme“.

Dazu lieferten die Jugendläuferinnen Sabrina Denk und Ann-Sophie Schlegel gute Vorstellungen. „Die Kurzprogramme gelangen ihnen zwar nicht so wie die Kür zu 100 Prozent, sonst wären Top-Ten-Plätze drin gewesen“, sagt Brünner. „Für Kathi, die ja nun aufhört, ist es trotzdem auf alle Fälle ein schöner Abschluss.“ Franziska Hösl kämpfte sich zudem noch mit neuen Schlittschuhen durch das Programm, wie es selbst die Spezialisten nicht für möglich hielten. „Das war unglaublich. Ich ziehe den Hut vor ihr“, sagt Brünner über ein Manöver, dass wichtig war, um Startplätze zu sichern.

Während für Ann-Christin Marold die Saison beendet ist, fährt ein ECR-Sextett (Schwegler, Kurz, Schwamberger, Emily Kling, Leon und Loris Kraiczyk) von Freitag bis Sonntag im Dienste der bayerischen Auswahl noch zum Arge-Alp-Pokal.

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