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GOLD

Michelle Weitzel erfüllt sich Traum

Florian Orth überrascht die Favoriten und holt den Titel. Corinna Harrer gewinnt Silber.
Von Claus-Dieter wotruba, Mz

Von wegen in den Sand gesetzt: Die Regensburger Weitspringerin Michelle Weitzel sicherte sich in Leipzig mit neuer Bestleistung von 6,61 Metern Gold bei der deutschen Meisterschaft und das Ticket für die Hallen-EM in Paris. Foto: dpa

LEIPZIG. Das hat die Leichtathletik-Welt in Regensburg noch nicht erlebt: Mit zwei deutschen Meistertiteln für Weitspringerin Michelle Weitzel und 1500-Meter-Läufer Florian Orth sowie einer Silbermedaille über 3000 Meter für Corinna Harrer lieferte die LG Telis Finanz Regensburg in Leipzig die stärkste Hallensaison ihrer Geschichte. „Schon zweimal Bronze im Vorjahr war toll“, sagte der sportliche Leiter Kurt Ring. „Aber diese Erfolge machen selbst mich sprachlos.“

Zumal sich – erwartungsgemäß bis auf die Sprinterinnen Susi Zimanyi und Pamela Spindler – alle sieben Starter im blauen Trikot unter den besten Acht platzierten. Weitzel löste damit die Fahrkarte für die Hallen-EM ab Freitag in Paris, Orths Teilnahme muss dagegen erst noch abgesegnet werden, weil ihm mit seiner im DM-Vorfeld gelaufenen Zeit 29 Hundertstel zur Norm fehlen. „Aber der Titel ändert vieles“, glaubt Ring.

„Es war ein riesengroßer Traum, hier die Norm zu springen“, sagte Michelle Weitzel, die zwar lange Mühe hatte, den Balken zu treffen, aber dann mit 6,61 Metern im fünften Durchgang ihre Bestleistung um elf Zentimeter verbesserte. „Michelle war hochüberlegen“, sagte Ring. „Die Gegnerinnen hatten kein Mittel.“

Ein kurioses Rennen erlebten die Zuschauer über 1500 Meter, wo die Favoriten Carsten Schlangen und Christoph Lohse für Ring zweimal jeweils unerklärlich abbremsten. Schlangen monierte hinterher die Rundenanzeige und dass er die Glocke für die letzte Runde nicht gehört habe. „Wenn sich zwei streiten, freut sich eben der Dritte“, kommentierte Ring die Probleme, die der Regensburger Florian Orth in 3:51,13 Minuten vor Schlangen (3:51,35) und Lohse (3:51,42) nützte. Obendrein stürmte auch noch Felix Plinke unerwartet auf den fünften Platz (3:53,94).

Es war nicht der einzige Regensburger Auftritt jenseits der Medaillenränge, der überraschend kam und Ring zufrieden stimmte. Der 3000-Meter-Vierten Susi Lutz bescheinigte Ring ein starkes Rennen. Über die gleiche Distanz bei den Männern sorgten Felix Hentschel und Julian Flügel „für die Tempoarbeit“, pulverisierten ihre Bestleistungen und kamen am Ende als Vierte und Fünfte ins Ziel (Ergebnisse siehe Telegramm). Über 1500 Meter der Frauen war die Spitze zu flott für Corinna Harrer und Christiane Danner, die als Sechste und Siebte aber ebenfalls Klasse-Platzierungen heimbrachten.

Harrer steuerte obendrein schon am Samstag Silber über 3000 Meter bei. Erst im Endspurt unterlag sie der nur drei Hundertstel schnelleren Maren Kock. „Es war eine Brust-an-Brust-Entscheidung“, sagte Ring und scherzte: „Corinnas Brust war ein bisschen zu klein.“ Ein kleiner Detailfehler habe seinen Schützling davor jenen Meter gekostet, der eben im Ziel fehlte. „Doch für das erste Frauenjahr ist das auch so ein sehr schöner Erfolg.“

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