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Mit dieser Karte kann jeder helfen


Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Die EVR-Partnerkarte soll dem Regensburger Eishockey-Oberligisten helfen, seine finanziellen Belastungen in den Griff zu bekommen.
Die EVR-Partnerkarte soll dem Regensburger Eishockey-Oberligisten helfen, seine finanziellen Belastungen in den Griff zu bekommen. Foto: Funkhaus

Wer Verbindlichkeiten hat und Haus oder Auto abbezahlt, der kennt das Gefühl. „Natürlich wäre es wünschenswert“, sagt Sabine Ippisch, der Vorstand des Eishockey-Oberligisten EV Regensburg, „aber auf ein Jahr werden wir die 250 000 Euro an Altlasten nicht wegbekommen.“ Deswegen versuchen der Klub und sein Umfeld den Schuldenberg, der so lange die Existenz des Gesamtvereins bedrohte, kreativ und positiv anzugehen. Die neueste Idee: Eine Partnerkarte, mit der auch der kleine Mann das EVR-Anliegen unterstützen kann.

Funkhaus-Geschäftsführer Gerd Penninger war der Initiator der Aktion mit vier Partnern, die über 20 000 Euro in die Kasse spülen könnte, wenn das Ziel erreicht wird. 1500 EVR-Partnerkarten zum Preis von je 15 Euro will Penninger in Zusammenarbeit mit dem Eishockey-Klub veräußern. EVR-Marketingfrau Simone Lederer fasst zusammen, was die Partnerkarten-Nutzer als Gegenleistung bekommen. „Eine andere Mannschaftssportart schauen, selbst Sport treiben und dann hinterher ein Eis essen oder ein Bierchen trinken.“ Die vier Partner, die Lederer begeistern konnte, kommen aus dem Sport und Wirtschaft. „Unsere Partnerschaft besteht schon länger“, sagt Vorstand Armin Zimmermann von den Buchbinder Legionären, dessen Baseball-Klub zu einem Spiel freien Eintritt gewährt und hofft, dass „uns die Unterstützer wieder zur deutschen Meisterschaft führen“.

Geschäftsführer Johannes Schiegl spendiert eine Woche Training im Reebok-Fitnessklub („Wert zwischen 50 und 80 Euro“), Frank Mosher von McDonald‘s und Bischofshof-Marketingmann Thomas Neiswirth steuern ein Eis und eine Flasche Bruckmandl-Bier in der neuen Mint-Lounge am Regensburger Ernst-Reuter-Platz bei.

„Für uns ist das ein Jubiläumsprojekt“, erklärte Gerd Penninger. „Gong fm geht in das 25. Jahr der Unterstützung.“ Mit einer zweistündigen Sondersendung am 21. August wird der Verkauf gestartet. „Und wenn alle Gutscheine abgerissen sind, hat die Karte noch einen Wert. Am Ende der Saison wird es eine Überraschung geben.“

Überraschung in Sachen zusätzlich aufgetauchter Rechnungen gab es für die EVR-Verantwortlichen seit ihrer Amtsübernahme nicht. „Mit Stundungen und Ratenzahlungen konnten wir vieles in Bahnen lenken“, sagt Ippisch. „Spielergehälter, Finanzamt, Krankenkassen und im Mai die Berufsgenossenschaft“ seien geklärt. „Und manche Gläubiger haben ihre Ansprüche auch in Sponsoring umgewandelt.“

Mit strikter Teilung auf sechs, sieben Konten (1. Mannschaft, DNL-Team, Bambiniturnier, Hauptverein etc.) arbeitet der Vorstand – und legte bei der Mannschaftszusammenstellung „die Priorität auf die Bezahlbarkeit“, sagt Ippisch, die sich mit ihren Vorstandskollegen auf die Urteilskraft des neuen Trainers Rob Leask und des sportlichen Leiters Martin Ancicka verlässt. „Aber es gibt Rückenwind, wenn Ingolstadt gleich vier unserer Spieler eine Förderlizenz gibt, oder?“ Mit Stürmer Dominik Patocka, dessen Vertragsmodalitäten mit dem EVR noch geklärt werden müssen, und Verteidiger Tim Katzer sind heute zwei davon (Nicolas Sochatsky und Korbinian Schütz sind die anderen beiden) in Ingolstädter Diensten beim European-Trophy-Auftritt in Zürich dabei.

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