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Neuzugang sorgt für Trainerentlassung

Weil Neutraublings Coach Kai-Uwe Pekrul ohne Absprache neue Spieler verpflichtet haben soll, wurde er nun gefeuert.

Seine sportliche Vita ist gut, nur die Umstände seiner Verpflichtung seltsam: Boris Covic ist der erste Neuzugang des TSV.
Seine sportliche Vita ist gut, nur die Umstände seiner Verpflichtung seltsam: Boris Covic ist der erste Neuzugang des TSV. Foto: Riethbaum

Neutraubling.Im Sommer 2012 übernahm Handballtrainer Kai-Uwe Pekrul das Ruder beim Bezirksoberliga-Absteiger TSV Neutraubling. Und das mit Erfolg. Mit dem blutjungen Talentschuppen, dazu ausnahmslos „Einheimischen“, gelang Pekrul im März 2013 als Bezirksliga-Meister die sofortige Rückkehr in die Bezirksoberliga. Im zweiten Anlauf packte der TSV Neutraubling, mittlerweile verstärkt um drei Elgetis von Ex-Bayernligist TB Roding, den Klassenerhalt – als Dritter der Saison 2013/14.

Die gereiften Youngster gingen im vergangenen Herbst als Topfavorit ins Rennen und machten im April mit einem satten Acht-Punktevorsprung die Bezirksoberliga-Meisterschaft und damit den Aufstieg in die Landesliga perfekt. Friede, Freude, Eierkuchen vor den Toren Regensburgs könnte man meinen. Doch von wegen. Die Erfolgsgeschichte endet nun für Coach Pekrul – Abteilungsleiter Uli Brossmann hat den 50-Jährigen entlassen.

Pekrul habe eigenmächtig einen Kroaten und einen Serben aus Baden-Württemberg verpflichtet, so lauten die Vorwürfe von Brossmann. „Er hatals Vertreter des TSV agiert, obwohl er nicht autorisiert war. Pekrul hat es so vermittelt, dass alles fest ist – die haben ihre Wohnungen und Arbeitsplätze gekündigt“, sagt Brossmann und stellt klar: „Wir müssen überprüfen, wie wir das überhaupt stemmen können, welche Sponsoren dazu bereit sind.“

Schon länger Spannungen

Kai-Uwe Pekrul
Kai-Uwe Pekrul

Spannungen und Diskrepanzen zwischen den beiden Funktionären haben sich seit geraumer Zeit aufgebaut, so dass diese Aktion für Brossmann „der letzte Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen brachte“. Drastisch ergänzt der 57-Jährige: „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.“ Brossmann glaubt, dass die beiden Verpflichtungen nicht das Ende der Fahnenstange gewesen wären. „Alle zwei Wochen wäre einer dazu gekommen, da waren auch Spieler der SG Regensburg dabei“, sagt er. Im geht es nicht nur um die Verpflichtungen an sich sondern auch darum, wer spielt. „In der ersten Sieben wären keine Neutraublinger mehr gewesen, Unser Anliegen ist: Neutraublinger Spieler in der Halle zu haben, die so hoch wie möglich spielen.“

Pekrul möchte „keine schmutzige Wäsche waschen“, stellt aber klar: „Er wollte mich mehrmals rausschmeißen“ Es sei glasklar „geklärt gewesen, dass wir mit mir als Trainer in der Landesliga spielen und ich alles dafür gebe, dass wir sportlich erfolgreich sind. Ich habe versucht, über fünf, sechs Jahre in Neutraubling etwas aufzubauen und das leistungsorientiert – da war viel Herzblut dabei.“

TSV sucht neuen Coach

Nun befindet sich dieser Tage der TSV auf Trainersuche. „Wir sind in Verhandlungen, wir streben eine externe Lösung an“, berichtet Brossmann. Der Abteilungsleiter geht davon aus, dass die Mannschaft unbeeindruckt von den Querelen beieinander bleibt: „Offiziell weiß ich nur von Marcel Elgeti, dass der weg ist.“ Dem Vernehmen nach soll sich aber der eine Spieler oder andere mit dem Ligarivalen SG Regensburg befassen. Brossmann hofft, dass der Aderlass gering bleibt, „wir wollen auf jeden Fall Landesliga spielen“. Einen Neuzugang haben die Neutraublinger ja. Den 24-jährigen Spielmacher Boris Covic. Der ehemalige kroatische Jugendnationalspieler kommt vom baden-württembergischen Oberligisten MTG Wangen – verpflichtet von Kai-Uwe Pekrul, obwohl offenbar nicht autorisiert. (ohx)

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