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Paul Listl sitzt mit 60 auf dem Motorrad

Der Sinzinger flüchtet vor den Festivitäten und fährt vor der Entspannung noch ein Rennen. Und er denkt ans Aufhören.

Ein Leben auf dem Motorrad: Paul Listl Foto: cw
Ein Leben auf dem Motorrad: Paul Listl Foto: cw

Sinzing.Es gibt Menschen, die lieben die großen Sausen, wenn sich ihr Wiegenfest rund jährt. Paul Listl ist kein Freund derartiger Festivitäten. Und der einstige deutsche Enduro-Meister, der seit Ende der Siebziger Jahre fester Bestandteil der MZ-Sportberichterstattung ist, mag es schon gar nicht, dass sein Alter in der Zeitung steht. Am Freitag lässt sich das aber ganz und gar nicht verhindern: Denn der Sinzinger, den sie im Motorradsport alle mit seinem zweiten Vornamen als Paul Maria Listl kennen und der weit über Regensburg hinaus bekannt wie ein bunter Hund ist, wird 60.

Weil Listl alles, nur keinen Trubel mag, drehte er im Vorfeld des Ehrentages schlicht den Spieß um, verteilte einen Schwung Geschenke an einen Schwung Freunde und Bekannte, flüchtete anschließend mit seiner Frau Helga auf Reisen und entfleuchte somit jeder Art der Gratulationskur.

Motorrad

Paul Listl fährt in zwei Serien

In der Masters-Klasse des IGE-Cups hat der Sinzinger zwei Rennen gewonnen. Zum Auftakt der GCC-Serie fehlt er allerdings.

Selbstverständlich nicht ohne die sportliche Leidenschaft seines Lebens entsprechend zu würdigen. Denn Paul Listl schwingt sich ja noch immer regelmäßig in Rennen aufs Motorrad und fährt in dieser Saison sogar in zwei Serien: Zum einen im STH-Team von Siegfried Huber in der German-Cross-Country-Serie, zum anderen in der Klasse 15 der IGE-Meisterschaft, wo er mit vier Siegen nach vier Rennen eine Optimalbilanz vorweisen kann. Insofern ist es nur logisch, wie Paul Listl seinen Sechzigsten verbringt. Bevor es entspannter wird, geht es erstmal ins Saarland nach Niederwürzbach in den rund 450 Kilometer entfernten Ortsteil des 22 000-Einwohner-Städtchens Blieskastel, wo IGE-Rennen Nummer fünf auf dem Programm steht.

Noch immer bekommt Paul Listl regelmäßig Anfragen, ob er nicht wie schon in Mexiko, Finnland oder zuletzt noch vor drei Jahren in Spanien die Six Days, das härteste Motorrad-Rennen der Welt, fahren möchte. Auch heuer gab es schon Überredungsversuche für Portugal, die erfolglos blieben – wenigstens bislang. Und inzwischen redet der frische Sechziger, der in den stetig wachsenden Oldie-Klassen mit alten Bekannten vergangener Tage startet und privat längst mit Begeisterung Opa ist, tatsächlich vom Aufhören.

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