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Leichtathletik

Pflieger in Heusden im Pech

Der Regensburger schafft die erhoffte EM-Norm über 5000 Meter in Belgien nicht. Trainer Kurt Ring hofft dennoch auf positive Signale für Zürich.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Heusden. Kurt Ring ist niemand, der gerne um den heißen Brei herumredet. „Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden“, sagt der Leichtathletik-Teamchef und Trainer von der LG Telis Finanz Regensburg. „Aber das Ergebnis hilft uns nichts. Wir brauchen Zahlen.“ Und die nackten Zahlen des Ausflugs beim wichtigsten Auftritt seiner Spitzenathleten im belgischen Heusden brachte nicht das, was es hätte bringen sollen. Philipp Pflieger wollte die deutsche Norm über 5000 Meter laufen, um über 10 000 Meter den Sprung ins Aufgebot der Europameisterschaft in Zürich (12. bis 17. August) zu schaffen.

„Bei seiner kurzen Vorbereitungszeit, 29 Grad und dieser hohen Luffeuchtigkeit war das aber ein Ding der Unmöglichkeit“, sagte Ring, „also war das hier ein Schuss in den Ofen“. Ring verwies darauf, dass selbst die Spitzenläufer „allesamt rund 15 Sekunden“ unter ihren Möglichkeiten geblieben waren. Phillip Pflieger („Er musste zwischen Kilometer zwei und drei auch zuviel selbst arbeiten“) hatte das Ziel nach 13:46,09 Minuten statt der erhofften 13:35 erreicht. Es passte nur ins Bild, dass der 27-Jährige wie fünf weitere Läufer nachträglich disqualifiziert wurde, weil diese Gruppe angeblich nach dem Start zu früh auf die Innenbahn eingebogen sei. „Wir haben davon erst im Hotel erfahren, der Meeting-Direktor ging in der Nacht nicht mehr ans Telefon“, erklärte Ring. „Aber wir können uns keinen Reim darauf machen. Da standen ja keine Hütchen.“

Ob der Deutsche Leichtathletik-Verband Pflieger dennoch nominieren kann und will (Ring: „Es gibt sonst über 10 000 Meter ja niemanden mehr“), darüber erhofft sich der LG-Ideengeber vor den deutschen Meisterschaften am Wochenende in Ulm Auskunft, um entsprechend planen zu können. „Auch bei einer Maren Kock wissen wir ja immer noch nicht sicher, dass sie dabei ist.“ Kock präsentierte sich in Heusden über 1500 Meter in 4:11,24 Minuten wie Vereinskollegin Thea Heim, der in 4:12,94 Bestzeit gelang, im B-Lauf als Zweite bzw. Vierte gut in Schuss.

Die EM-Chancen von Florian Orth, der in Heusden persönliche 800-Meter-Bestzeit erzielte (1:47,41), sind derweil gestiegen, weil Konkurrent Carsten Schlangen in Madrid die EM-Norm ein weiteres Mal verpasst hatte. Über 5000 Meter hatten auch Julian Flügel (14:06,66) und Jonas Koller (14:2,48) noch gute Auftritte, während Anna Plinke im sehr großen und umkämpften 1500-Meter-Feld nicht wie gewünscht zurecht kam (4:33,26).

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