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Handball

Pforzheimer Tormaschine im Bunker

Drittliga-Frauen des ESV müssen vor einem Duo auf der Hut sein. Den Adlern droht in Coburg derweil die nächste Pleite.
Von Gerd Winkler

Für Nicole Lederer war es vor drei Wochen beim Heimspielsieg über Nellingen (ohne Training im Vorfeld) ein absoluter Kaltstart im Bunker. Die Halblinks kannte nur das Ausweichquartier in Königswiesen. Foto: Andreas Nickl
Für Nicole Lederer war es vor drei Wochen beim Heimspielsieg über Nellingen (ohne Training im Vorfeld) ein absoluter Kaltstart im Bunker. Die Halblinks kannte nur das Ausweichquartier in Königswiesen. Foto: Andreas Nickl

Regensburg.Drei Wochen respektive zehn Trainingseinheiten sind nun die Interimstrainer Bernie Goldbach und Jan Kauer im Amt bei den Handballfrauen des ESV 1927 Regensburg (2., 25:7 Punkte). „Vorher war ich mehr der Außenstehende, habe das eher als Zuschauer wahrgenommen. Jetzt habe ich die Mannschaft besser kennengelernt“, fühlt sich Goldbach angekommen. Zwei Arbeitssiege (25:20 über Nellingen, 33:30 bei Kappelwindeck/Steinbach) wurden gegen Abstiegskandidaten eingefahren, gleichzeitig haben die Verfolger Federn gelassen. Sechs Runden vor dem Ende der 3. Liga Süd hat der ESV ein Vier-Punkte-Polster auf ein punktgleiches Quartett, das es am Samstag um 19 Uhr im Heimspiel gegen die TG Pforzheim (8., 11:19) zu verteidigen gilt. Sollte eine Stunde vorher Verfolger TSV Haunstetten dem TuS Metzingen II (1., 26:6) ein Bein stellen, winkt die erste Tabellenführung im neuen Jahr.

ESV strotzt vor Tatendrang

„Freilich ist Luft nach oben“, zieht Goldbach ein erstes Fazit, stellt aber klar, dass nach dem Trainerwechsel zunächst Fundamentales zu verinnerlichen ist: „Nach der Niederlagenserie musst du wieder Vertrauen in die eigene Stärke gewinnen, dass du im Spiel vom Kopf und vom Körper her auf den Punkt kommst“. Vom ersten Tag an habe ihm imponiert, wie mit der Situation umgegangen wurde, welchen Willen und Tatendrang seine Schützlinge an den Tag legen: „Du spürst sofort, die wollen alle! Was willst du als Trainer mehr?“ Die Verunsicherung sei zu greifen gewesen: „Die Mädels haben sich einen Kopf gemacht, kompliziert gedacht, sich dann verheddert“. Grundlegendes von Vorgänger Stefan von Frankenberg sei im fortgeschrittenen Stadium der Saison nicht zu verändern. „Das eine oder andere Neue an taktischen Kniffen wollen wir einbauen“, kündigt Goldbach an. Am eigenen Kreis ist an der Verständigung und Abstimmung zu arbeiten, um besser ins Umschaltspiel zu kommen. Im Angriff legt Goldbach „viel Wert darauf, dass wir uns als Team mehr bewegen, unser Spiel flüssiger wird, der Ball schneller läuft“. Kleinigkeiten machen das Ganze aus, neu eingeführt hat der 37-Jährige das Hantieren mit der Taktiktafel. „Es soll eine visuelle Hilfestellung sein“, begründet Goldbach: „Mit kleinen Eingriffen kommst du voran, egal in welcher Sportart“.

Pforzheim ist im Aufwärtstrend

Jetzt ist Pforzheim zu bespielen, eine Truppe, die sich seit Dezember im Aufwärtstrend befindet. „Ich habe mir den Gegner auf diversen Videos angesehen, das wird sehr unangenehm“, warnt der Coach: „Das Spiel ist schon sehr auf die Halblinks und die Mitte zugeschnitten“. Gemeint sind Desiree Kolasinac und Milica Vlahovic, die zusammen 209 von Pforzheims 389 Treffern erzielt haben. Wie wertvoll das Duo ist, hat Regensburgs 34:20 in der Vorrunde gezeigt, als sie vorzeitig verletzt ausschieden. Um nicht abzusteigen, haben TG-Verantwortlichen in der Weihnachtspause mit der in Tschechiens 1. Liga erfahrenen Varvara Novichikhina eine weitere Rückraumspielerin verpflichtet. In der Trainingswoche haben Goldbach und Kauer eine defensivere und eine offensivere Deckungsvariante einüben lassen.

Derweil ist bei den Adlern von Männer-Bayernligist SG Regensburg (8., 15:19) Coach Kai-Uwe Pekrul trotz rasanter Talfahrt – ein Sieg in acht Spielen – weiter im Amt. Am Sonntag um 16 Uhr bei der Zweiten (4., 23:11) von Zweitliga-Spitzenreiter HSC Coburg hängen die Trauben sehr hoch: Die Unterfranken gingen zuvor in sieben Spielen sechsmal als Gewinner vom Feld. „Unser Spielermaterial ist nicht in der Lage, das im Spiel auf die Platte zu bringen“, sagt der sportliche Leiter Simon Dillinger. Man müsse davon ausgehen, dass Konstatin Singwald und Steffan Meyer wieder kurz gedeckt werden. Der Verlust im Sommer von Marcel Elgeti und Samuel Orlovsky ist nicht zu kompensieren. Dillinger: „Ich hätte beide liebend gerne behalten“. Bei Orlovsky hätte das das Gesamtbudget einfach nicht hergegeben.

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