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Tennis

Regensburg sieht ein attraktives Team

Mit Karolina Pliskova ist das Rot-Blau-Aufgebot komplett. Görges soll zum Heimstart kommen, Kerber zum Saisonfinale.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Vier tschechische Fed-Cup-Siegerinnen spielen für Rot-Blau: Klara Koukalova (li.), Karolina Pliskova (3. v. l.), Andrea Hlavackova (2. v. r.) und Barbora Zahlavova-Strycova (re.)
Vier tschechische Fed-Cup-Siegerinnen spielen für Rot-Blau: Klara Koukalova (li.), Karolina Pliskova (3. v. l.), Andrea Hlavackova (2. v. r.) und Barbora Zahlavova-Strycova (re.) Foto: Pavel Lebeda/sport pics

Regensburg. 9. November 2014: Mit Tschechien und Deutschland spielen in Prag die beiden besten Damen-Tennisteams der Welt im Fed-Cup-Finale gegeneinander. Vorausschau 2015: „Vier der Siegerinnen und dazu Angelique Kerber sowie Julia Görges aus der unterlegenen deutschen Mannschaft werden für uns spielen“, sagt Teammanager Michael Geserer. Das Regensburger Eckert-Team hat sich nach dem Aufstieg in die 1. Bundesliga, die am 8. Mai startet, bestmöglich gewappnet. „Wir wollen bestehen und eine gute Saison spielen“, sagt Geserer. Das ist schwer genug: „Diese Liga ist nochmal eine andere Hausnummer. Stuttgart war in der vergangenen Saison topbesetzt und ist trotzdem abgestiegen. Wir hatten schon ein tolles Team, wussten aber, dass wir es noch einmal klar verstärken müssen.“

Vor allem aber wiederholen Geserer und Rot-Blau-Klubchef Dr. Markus Witt gebetsmühlenartig dieses eine, ihnen so wichtige Ziel, dass schon in der 2. Liga Bestand hatte: „Wir haben den Ansatz, die Leute zu unterhalten und wollen die Anlage mit Zuschauern voll haben“, sagt Geserer. „Diesmal wird auf jedem Platz Weltklasse-Tennis zu sehen sein. So mancher Veranstalter wäre bei Turniere froh um so eine Besetzung. Wir sind in diesem Jahr eine echte Alternative zu unseren einzigen beiden deutschen Turnieren in Nürnberg und Stuttgart.“

Einmal Top Ten, dreimal Top 25

Nach der Weltrangliste gesprochen, sieht das so aus, dass im Vorjahr noch eine Top-Hundert-Spielerin die Top-Attraktion war. Heuer wird mit Angelique Kerber (Nummer neun) eine deutsche Top-Ten-Spielerin aufschlagen. Die nationale Nummer eins bekommt durch Karolina Pliskova (Nummer 22) und Barbora Zahlavova-Strycova (25) qualitativ prominente Mitspielerinnen. Dazu zählt auch Andrea Hlavackova (Einzel 176), die im Doppel an Position 15 steht.

Dahinter reiht sich mit Klara Koukalova noch eine Fed-Cup-Siegerin ein, die aktuell an Nummer 45 notiert ist und im April 2013 auch schon einmal 25 Plätze besserstand. Dahinter folgen mit Fed-Cup-Finalistin Julia Görges, Chanelle Scheepers (81) und Barbora Krejcikova ein Schwung jener Leistungsträgerinnen ein, die im Vorjahr noch das Team anführten.

Die Regensburger haben ihre 16 verfügbaren Positionen allesamt besetzt, auch wenn der endgültige Meldeschluss für die sieben Teams erst am 15. März ist. Jetzt beginnt in Abstimmung mit dem üppigen Turnierkalender, der bei den meisten Spielerinnen zwischen 20 und 30 Auftritten im Jahr bringt, die Feinarbeit: Sprich, wer steht wann zur Verfügung. „Ich habe Vorstellungen im Kopf“, sagt Geserer. „Besonders bei den Heimspielen werden wir natürlich stark aufstellen. Aber bei nur sechs Spielen kann man in so einer starken Liga nicht ein oder zwei Spiele einfach herschenken.““

Es wird also nicht mehr genügen, nur vereinzelt Topspielerinnen aufzubieten. So hat auch Karolina Pliskova, eine der Aufsteigerinnen 2014 im Tennis-Zirkus der Welttour, bereits „für zwei Spiele zugesagt“, wie Geserer berichtet. Schon in der abgelaufenen Zweitliga-Saison stand die Tschechin im Kader, fand aber keine Zeit für einen Einsatz.

Auch der Auftritt des deutschen Duos Kerber/Görges ist vorterminiert: Das Erstliga-Heimdebüt am 14. Mai (Geserer: „Da ist geplant, dass Julia Görges da ist“) gegen Berlin wird genauso wie der Saison-Abschluss am 12. Juli gegen Moers, für den sich Angelique Kerber angekündigt hat, zu einem Höhepunkt für Oberpfälzer Tennisfans an der Dürerstraße, wo sich auch auf der Anlage etwas tun kann. „Es soll Anzeigetafeln auf allen Plätzen geben und für Platz eins suchen wir auch eine andere Lösung“, hofft Geserer auf noch mehr Sponsoren. „Alles hängt an den Kosten. Denn der Verein wird sich nicht verschulden.“

„Die Identifikation ist da“

Mit Lesley Kerkhove, Natela Dzalamidze, Diana Buzean, Chantal Skamlova, Caroline Ancicka und Kiara Traeger stehen weitere Spielerinnen wie bisher im Kader. „Wie es bei uns läuft, hat sich auf der Tour herumgesprochen. Wir brauchen manche Spielerin als Unterstützung, auch wenn nicht alle spielen“, sagt Geserer. „Das ist wichtig für gute Stimmung.“

Eventuelle Kritik eines fehlenden Regensburg-Bezugs lässt Geserer nicht aufkommen: „Im Spitzensport brauchst du Topleute, das ist beim FC Bayern nicht anders. Identifikation war in der Vergangenheit immer da.“ Das bewiesen Autotouren quer durch Europa. „Dabei ist es oft nicht so angenehm, am Sonntag zu spielen, wenn ein Turnier am Montag beginnt.“

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