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Tennis

Regensburg steigt in die erste Liga auf

Die Regensburger Damen des Eckert-Teams machen es beim 5:4 gegen Karlsruhe spannend. Nach einer 4:2-Führung steht der Sieg extrem auf der Kippe.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Regensburg.Die Oberpfalz hat sich nach dem Abstieg des TC Amberg Am Schanzl den Platz in der 1. Tennis-Bundesliga der Damen umgehend wieder zurückgeholt. Im entscheidenden Heimspiel gegen den TC Karlsruhe-Rüppurr entwickelte sich vor rund 1000 Besuchern an der Dürerstraße in Regensburg ein Aufstiegskrimi in der 2. Bundesliga Süd, der seinesgleichen suchte und in dem aus einem sich andeutenden Drama nach sechseinhalb Stunden doch ein 5:4-Happyend für das Eckert Tennis-Team wurde.

Nach den sechs Einzeln schien der Aufstieg der Regensburgerinnen bei einer 4:2-Führung sehr nahe, ja fast schon unter Dach und Fach zu sein. Schließlich musste nur eines der drei Doppel gewonnen werden. Doch beim TC Rot-Blau wurde im Verlauf der Doppel-Dinge aus dem ungläubigen Staunen fast Entsetzen. Erst verlor Starspielerin Julia Görges, die ihr Einzel gegen Iveta Melzer im Match-Tiebreak mit 10:7 im dritten Satz gewonnen hatte, mit ihrer Partnerin Natela Dzalamidze trotz einer 6:2- und 8:5-Führung sowie einem Aufstiegsball beim 11:10 den Match-Tiebreak noch 11:13. Dann gab das Rumäninnen-Duo Diana Buzean/Binca Hincu eine 5:3-Führung im zweiten Satz aus der Hand und hatte kurz nach Görges/Dzalamidze ebenfalls im Match-Tiebreak das Nachsehen.

So hing die Klärung der Frage Aufstieg ja oder nein an Barbora Krejcikova und Chantal Skamlova, die nach gewonnenem ersten Satz zu Beginn des zweiten Abschnitts umknickte und kurz vor der Aufgabe stand. Die Slowakin aber biss sich durch. Zwar ging der zweite Satz 2:6 verloren, doch als alle Augen auf sie und die dreifache tschechische Juniorinnen-Grand-Slam-Siegerin gerichtet waren, machte das Duo aus einem 4:6-Rückstand im Entscheidungs-Durchgang ein 10:7 – und ausgerechnet die angeschlagene Skamlova ballerte die Regensburgerinnen mit einem Ass in die 1. Liga.

Das Duo war genau passend für die Heldenrolle: „Es war ein krönender Abschluss – mit den beiden sind wir ja schon aus der Regionalliga aufegstiegen“, sagte Teamchef Michael Geserer und herzte noch auf dem Platz Dr. Markus Witt. Der Rot-Blau-Vorstand war schon im Verlauf der Partie „fast euphorisch“ ob des Zuschauer-Zuspruchs und tritt nun in Verhandlungen mit den Sponsoren über die Machbarkeit der ersten Liga. „Das kostet doppelt so viel, schon wegen der Fahrten. Aber das war ein ermutigender Tag“, sagte Dr. Witt. „Entscheiden müssen wir das ja nicht sofort.“

„Wenn alle Zuschauer bis zum Schluss bleiben, kann das nur ein Wahnsinns-Tennistag gewesen sein“, urteilte Geserer, dessen Klub dieses Ziel ja mehr als den Aufstieg verfolgt hatte. Spitzensport und einen bekannten Namen wollte man bieten. Zugnummer Julia Görges war sehr angetan von dem, was sie erlebt hatte. „Das ist ein sehr familiärer Klub mit einem sehr angenehmen Ambiente“, sagte die 25-jährige Fed-Cup-Spielerin, der ihre Erkältung vor allem anzuhören war. „Der Aufstieg ist für einen Verein etwas Schönes und Besonderes: Vor allem, wenn er nicht nur mit Weltranglistenspielerinnen erzielt ist wie hier. Davor ziehe ich den Hut.“

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