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Rugby

Rugby-Club ist am Ziel seiner Träume

Die Regensburger steigen in die 2. Bundesliga auf. Nun wollen Coach Eckert und sein Team noch härter arbeiten.
Von Johannes Liedl, MZ

Als der Aufstieg perfekt war, gab es für die harten Jungs des Regensburger Rugby Clubs kein Halten mehr.
Als der Aufstieg perfekt war, gab es für die harten Jungs des Regensburger Rugby Clubs kein Halten mehr. Foto: RCR

Regensburg.Es war das große Ziel Meisterschaft, das jeden einzelnen Spieler des Regensburger Rugby-Clubs antrieb. Es ging um den nachträglichen Beweis, es doch schaffen zu können. Nach mehreren Jahren sportlicher Tristesse feierte der RCR 2000 im Mai nicht nur die ersehnte bayerische Meisterschaft, sondern hat ein paar Wochen später eine herausragende Saison auch mit dem Aufstieg in die zweite Bundesliga gekrönt.

Mit einer Bilanz von 13 Siegen und einem Unentschieden blieben die Domstädter in dieser Regionalliga-Spielzeit ungeschlagen. 2011 hatte der RCR das letzte Mal den Meistertitel geholt – eine gefühlte Ewigkeit. Wohl auch deswegen trat man in jedem Spiel auf, als wäre es schon das entscheidende Saisonfinale. „Jeder ackerte für den anderen und stellte sich in den Dienst des Teams. Die vielen Ausfälle in der Rückrunde konnten ohne Probleme ersetzt werden. Auch das geht nur, wenn eine Mannschaft so intakt ist“, beschreibt Kapitän Jacob Weiß sein Team. Nach dem Trainerwechsel und Umbruch konnten die Beteiligten vor dieser Spielzeit nicht unbedingt damit rechnen, dass es gleich aufwärts gehen würde. Doch die Handschrift des Trainerteams war schon bald zu erkennen.

Viel auf Fitness gesetzt

„Die Einstellung der Spieler war sehr professionell. Unser neues Konzept ist sofort aufgegangen. Das hat uns als Trainerteam einerseits gezeigt, dass unser Plan funktioniert und andererseits der Wandel wirklich stattgefunden hat“, sagt Headcoach Andi Eckert, der als neuer Mann an der Seitenlinie mit viel Fleiß das Profil des Clubs geschärft hat. Zusammen mit Christian Trinks und Ali Tasyürek bildete er ein eingespieltes Trainertrio.

Ihr Team spielte als Team, ohne Schnörkel, ohne Firlefanz, dafür mit Wucht und Wille. „Ich bin stolz darauf, was Trainer und Mannschaft in diesem Jahr geleistet haben“, lobt auch Michael Holm, der Vorsitzende des RCR, und fügt hinzu: „Der professionellen Trainingsarbeit ist es zu verdanken, dass die Spieler so flexibel geworden sind, auch mal an ungewohnter Position zu spielen.“

Der Erfolg ist auch eine Entschädigung für hartes Training. „Wir haben uns vor allem im Fitnesszustand enorm verbessert“, so Trainer Eckert. Mehrmaliges Athletik-Training in der Woche im Regensburger Rückenzentrum führte dazu, „das wir fast in jedem Spiel konditionell besser waren als die Gegner“, so der Headcoach. Das Regensburger Märchen ist zudem eine Ode an das Ehrenamt. Spieler, Trainer, Vorstand und viele andere Funktionsträger investierten viel Zeit und Geduld in ihre Arbeit.

Die Lizenzbedingungen für die zweite Liga hat der Meister alle erfüllt und eine Bestätigung des bayerischen Rugby-Verbandes liegt schon vor. Nur noch die endgültige Entscheidung des deutschen Ligaausschusses fehlt. Eine Relegation blieb den Regensburgern derweil erspart, da die Gegner dem überlegenen Meister den Vortritt gelassen und zurückgezogen hatten. Doch auch in einem möglichen Entscheidungsspiel hätte diesen Regensburgern wohl keiner das Wasser reichen können – dominant, zu selbstbewusst und zu charakterstark war der RCR in diesem Jahr aufgetreten.

Kader wird punktuell verstärkt

Der Kader mit vierzig Mann bleibt weitestgehend bestehen und wird wohl noch mit dem ein oder anderen Akteur verstärkt: „Das braucht man in dieser Liga, die Intensität und Härte ist eine andere“, so Eckert. Klar ist, dass es in der neuen Liga gegen bewährte Teams aus München, Stuttgart und Heidelberg eine andere Hausnummer wird. Es fällt schwer, ein wirkliches Ziel auszugeben, da es von den Voraussetzungen eine neue Ebene für uns ist“, meint Eckert, doch der Coach warnt sogleich: „Der Klassenerhalt ist drin. In der Vorbereitung werden mich die Spieler hassen lernen.“ Diese neuen Herausforderungen wollen die RCR-Spieler annehmen. „Wir sind zwar der Neuling in der Liga, aber haben nach dieser Saison eine breite Brust und freuen uns auf harte Spiele“, meint Kapitän Jacob Weiß.

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