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Sport aus Regensburg
Sonntag, 19. August 2018 32° 2

Leichathletik

Sabrina Mockenhaupts Seufzer

Routine kann auch einem Routinier fehlen: Die Grand Dame verfehlt bei der Regensburger Sparkassen-Gala ihre Wunschzeit.
Von Claus-Dieter Wotruba

Im Ziel reichte es für Sabrina Mockenhaupt und ihren Tempomacher Kevin Key nicht ganz. Foto: Brüssel
Im Ziel reichte es für Sabrina Mockenhaupt und ihren Tempomacher Kevin Key nicht ganz. Foto: Brüssel

Regensburg. „Mir fehlt die Routine.“ Klingt seltsam, wenn eine Sabrina Mockenhaupt das sagt. Die Langstrecklerin war bei Olympia, Welt- und Europameisterschaften und hat über 40 deutsche Meistertitel geholt. Und dennoch oder gerade mit 37 Jahren kann auch eine Mockenhaupt nicht mir nichts, dir nichts Lauf-Gesetzmäßigkeiten außer Kraft setzen. 16:03,02 Minuten wies die Ergebnisliste über 5000 Meter bei besten Laufnacht-Bedingungen aus, 15:50 hätten es als Leistungsnachweis werden sollen. Dafür war die Grande Dame über ihren Schatten gesprungen und doch wieder einmal nach Regensburg gereist. „Mein letzter Auftritt hier dieser glorreiche, wo wir den deutschen 10 000-Meter-Rekord angreifen wollten und ich bei Kilometer sechs oder so ausgestiegen bin. Seither habe ich das gemieden“, dachte Mockenhaupt zurück an 2009. Noch drei Jahre eher im Unistadion hatte sie eine Topzeit von 31:50 Minuten über 10 000 Meter in Regensburg auf die Bahn gezaubert, was ihr heute einen Seufzer entlockt und im Vorbeigehen an Telis-EM-Kandidatin Miriam Dattke die Bemerkung: „So jung wie du wäre ich auch nochmal gerne.“

Im Juni 2018 ist der Kampf ein anderer. „Nach drei Monaten Verletzungspause muss man kleine Brötchen backen. Je älter man wird und öfter man verletzt war, desto schwerer ist der Weg zurück“, sagt Mockenhaupt und lernt bei aller Routine immer Neues. „Du denkst dir, es kann doch nicht sein, dass du 77er-Runden so anstrengend findest. Die Tempoverträglichkeit ist einfach noch nicht so da. Dafür war das ein wichtiges Rennen. Das kriegst du im Training nicht so hin.“

Die Verletzung, die alle Marathon-Ambitionen für dieses Jahr zunichtemachte, zwang Sabrina Mockenhaupt zum Umdenken. „Es lebt noch ein Traum in mir und das ist die EM. Das wäre die richtige Bühne, um der Bahn ciao zu sagen. Aber die Bahn lügt nicht und ist knallhart.“

Deswegen wird Mockenhaupt ein zweites Mal in Regensburg sein, wenn die LG Telis Finanz am 23. Juni spät abends auf der RT-Bahn 10 000 Meter organisiert. „32:55 muss ich laufen. Das ist der Showdown, die Entscheidung. Man kann sich vorarbeiten.“ Mit aller Routine.

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