MyMz

Volleyball

Schub für Volleyballsport in der Region

Verband geht neue Wege, um die Attraktivität zu steigern: Eine bayerische Mädchenauswahl trägt in Regensburg ihre Spiele aus.
Von Sebastian Schwarz

Ziehen für das Vorhaben an einem Strang (von links): Klaus Drauschke, Björn Kuchenmüller, Christoph Schieder, Rupert Hafner, Gerhard Eberl, Michael Brunnenmeier, Thomas Stiegler, Werner Schmitt, Werner KiermaierFoto: Schwarz
Ziehen für das Vorhaben an einem Strang (von links): Klaus Drauschke, Björn Kuchenmüller, Christoph Schieder, Rupert Hafner, Gerhard Eberl, Michael Brunnenmeier, Thomas Stiegler, Werner Schmitt, Werner KiermaierFoto: Schwarz

Regensburg.Der Mixed- und Hobby-Volleyballsport in und um Regensburg verzeichnet momentan 46 Teams. Sie spielen in ihrer Freizeit aus Spaß am Spiel. Doch fehlt in Regensburg schon seit längerer Zeit ein leistungsorientierter Volleyball-Verein. Das soll sich nun ändern. Wie der Bayerische Volleyball-Verband (BVV) in einer Pressekonferenz im Verlagsgebäude der Mittelbayerischen Zeitung verkündete, wird die im Oktober beginnende Saison genutzt, um die Bayernauswahl der jungen Damen des Geburtsjahrgangs 2004/05 in Regensburg ihre Heimspiele austragen zu lassen. Die Mannschaft tritt im regulären Spielbetrieb der Bayernliga Nord an, jedoch außerhalb des Rennens um den Auf- und gegen den Abstieg. Das Team umfasst 23 Spielerinnen aus ganz Bayern.

Im Kern besteht das Team aus den Spielerinnen des TB München, bei dem die meisten Akteurinnen beheimatet sind. „Wir haben unsere Spielerinnen gänzlich diesem Projekt übergeben“, sagt Gerhard Eberl, Trainer des TB München und Teammanager der Auswahl. „Ich denke, die Zeit in der Bayernauswahl stellt für die Spielerinnen eine hervorragende Ausbildung dar. Sie haben die Chance, sich in einer höheren Liga zu beweisen. Eine Win-win-Situation.“ Trainieren werden die Mädchen weiterhin bei ihren Heimatvereinen. Ein gemeinsames Training wird jede Woche in München angeboten. Die Trainingseinheiten der TB-Damen leiten die Landestrainer Werner Kiermaier oder Dieter Heidrich.

Ehemalige Hochburg

Auf die Stadt Regensburg kam man durch seine Geschichte als ehemalige Volleyball-Hochburg. „Wir hatten eigene Stadtmeisterschaften, weil wir so viele hochklassige Vereine beherbergten. Leider ging der Trend dazu, dass die Teams sich auflösten oder in die nähere Umgebung abwanderten“, sagt Klaus Drauschke, der Präsident des BVV. Er selbst ist überrascht über die schnelle Realisierung des Projekts, aber in freudiger Erwartung wegen des baldigen Starts. Als man der Stadt den Plan vortrug, Regensburg zur Heimat einer Bayernauswahl zu machen, war die Resonanz sehr positiv „Wir haben uns auf die Fahne geschrieben eine Sportstadt zu sein und waren einstimmig der Meinung, dass dieses Projekt unterstützt werden muss“, sagt Thomas Stiegler vom Amt für Sport und Freizeit. Mit der neu erbauten BOS/FOS-Halle hat man einen Austragungsort für die Partien gefunden.

Sehen Sie hier ein Video aus der Pressekonferenz im MZ-Verlagsgebäude:

BVV und Medienfabrik holen Volleyball zurück nach

Ein halbes Jahr lang wurde dieses Projekt vorbereitet. Dabei spielte Björn Kuchenmüller eine entscheidende Rolle, denn er hatte als ehemaliger Bundesligaspieler Kontakt zu Kiermaier und durch seine Arbeit in Regensburg einen Draht zur Stadt. „Er hat uns vor Ort alle Türen geöffnet“, sagt Eberl. Zudem betreibt Kuchenmüllers Frau ein Hotel in Regensburg, das während der Saison das Auswahlteam beherbergen wird. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt, wobei die Mannschaft um Trainer Kiermaier die zweite Saison in der Regionalliga spielen wird. Das erste Heimspiel bestreiten die Damen am 20. Oktober (19 Uhr) gegen Erlangen.

Süd-Nord-Gefälle

Die Vizepräsidenten des BVV, Rupert Hafner und Christoph Schieder, geben als Ziel der Kampagne an, Regensburg durch die Präsenz einer „bereits gut spielenden Volleyballmannschaft“ attraktiver für Vereine zu machen, die leistungsorientierten Volleyball anbieten möchten. Das große Ziel des BVV ist es, eine Heimat für die Damenauswahl zu schaffen. „Wir wollen, dass unsere Spielerinnen gefördert werden und die Möglichkeit bekommen, Spielpraxis zu erlangen, die sie in ihren Heimatvereinen auf diesem Niveau nicht bekommen würden“, sagt Kiermaier.

Das Süd-Nord-Gefälle der Volleyballerinnen stört Kiermaier: „Im Süden ist die Leistungsdichte sehr hoch, während im Norden kaum etwas nachkommt. Das wollen wir ändern und den Norden wieder stärken – durch die Bayernauswahl, die als Vorbild und Zugpferd dienen soll.“ Unterstützt wird das Vorhaben durch Michael Brunnenmeier, der als Sponsor für die Mobilität der Auswahl sorgt und Fahrzeuge für die Spieltage stellt.

Darüber hinaus steht ein Volleyball-Leckerbissen für Regensburg auf dem Programm. Der BVV setzt das Auftaktspiel der Bundesliga an und lässt am 5. Oktober den Erstliga-Neuling Nawaro Straubing gegen die Mannschaft der Roten Raben aus Vilsbiburg in der Clermont-Ferrand-Halle um 19.30 Uhr antreten. Es geht vor allem für Straubing darum, sich zu zeigen und sich gegen die erfahrene Mannschaft aus Vilsbiburg in der Bundesliga-Partie zu behaupten.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht