MyMz

Fussball

Semmelmann tritt als Co-Trainer zurück

Seit 2006 war der Trainerlizenzinhaber beim SV Donaustauf tätig. Aktuell fehlt ihm der Spaß. Deshalb zog er die Konsequenz.
Vom Markus Schmautz, MZ

Thomas Semmelmann (roter Pullover) sitzt künftig nicht mehr als Co-Trainer auf der Bank des SV Donaustauf, wo er ein Jahr lang mit Klaus Augenthaler harmonisch zusammenarbeitete. Foto: Schmautz
Thomas Semmelmann (roter Pullover) sitzt künftig nicht mehr als Co-Trainer auf der Bank des SV Donaustauf, wo er ein Jahr lang mit Klaus Augenthaler harmonisch zusammenarbeitete. Foto: Schmautz

Donaustauf.Thomas Semmelmann ist von seinem Amt als Co-Trainer der Landesligamannschaft des SV Donaustauf zurückgetreten. Am Montagabend verabschiedete er sich von der Mannschaft, vielen Spielern erklärte er auch in persönlichen Gesprächen die Gründe dafür. Semmelmann war seit 2006 Trainer beim SV Donaustauf.

Thomas Semmelmann erlebte von der Donaustaufer Bank ein bisher einzigen Saisonerfolg beim Spiel in Tegernheim mit.Foto: Schmautz
Thomas Semmelmann erlebte von der Donaustaufer Bank ein bisher einzigen Saisonerfolg beim Spiel in Tegernheim mit.Foto: Schmautz

Im Jahr 2014 stieg er mit seinem Co-Trainer Andreas Vilsmaier in die Bezirksliga auf. Zwei Jahre später schaffte der SVD unter dem Trainerduo Semmelmann/Vilsmaier sogar den Sprung in die Landesliga Mitte. Aus zeitlichen Gründen – Semmelmann ist selbstständig – wurde ihm dann der Aufwand zu groß. Einige Sponsoren sorgten schließlich für den Trainer-Transfer-Hammer. Weltmeister Klaus Augenthaler übernahm den SVD, Thomas Semmelmann unterstützte ihn als Co-Trainer. Gemeinsam führten sie Donaustauf zur Vizemeisterschaft in der Landesliga. In der Relegation scheiterte man aber, so dass – zumindest vorläufig – nichts aus dem Traum „Donaustauf in der Bayernliga“ wurde. Als neuer Cheftrainer wurde Karsten Wettberg verpflichtet. Semmelmann zögerte insbesondere aus beruflichen Gründen, ob er weitermachen solle. Letztlich sagte er zu, seinen bis 2018 laufenden Vertrag zu erfüllen.

Fehlstart kein Rücktrittsgrund

Nun die Wende – Semmelmann trat zurück! Lag es an der sportlichen Lage der Mannschaft? Aus den ersten vier Spielen holte der Titelaspirant nur vier Punkte. Nach dem 4:1-Auftaktsieg in Tegernheim folgten ein 0:0 gegen Cham und zwei Niederlagen gegen die Mitkonkurrenten Jahn II (1:2) und Fortuna (2:3). Semmelmann verneint: „Natürlich sind wir mit den Ergebnissen nicht zufrieden. Die Mannschaft ist allerdings gut bestückt. Ich bin sicher, dass sie wieder auf die Siegerstraße zurückkehren wird. Mit dem Team und der aktuellen sportlichen Ausgangslage hat mein Rücktritt nichts zu tun!“ Ausweichend reagierte Semmelmann auf die Nachfrage, welche Gründe ihn denn zu dem Entschluss gebracht hätten. „Ich bin selbstständig, habe viel Arbeit. Allerdings war dem schon immer so. Ich machte halt Abstriche im privaten und familiären Sektor, um fast immer im Training sein zu können. Die Entscheidung ist mir auch schwer gefallen, schließlich ist der SVD mein Heimatverein, der Verein meines Herzens!“

Unterschiedliche Ansichten

Trainer Karsten Wettberg empfand Semmelmann stets als höflichen und zuvorkommenden Mitmenschen. Allerdings seien die Ansichten über das Amt eines Co-Trainers schon sehr unterschiedlich gewesen. „Der Aufwand ist immens. In der aktuellen Konstellation war es mir das einfach nicht mehr wert. Hinzu kamen interne Probleme, auf die ich aber sicherlich nicht eingehen werde. Mir hat es einfach keinen Spaß mehr gemacht. Deshalb zog ich nach reiflichen Überlegungen meine Konsequenzen“, so Semmelmann, der nun erst einmal abschalten möchte. „Ich werde mir sicher weiter viele Spiele des SVD anschauen und drücke der Mannschaft die Daumen. Ich glaube auch an sie und wünsche ihr den größtmöglichen Erfolg.“ Auch interessante Fußballspiele der Nachbarvereine werde er sich in nächster Zeit völlig entspannt anschauen.

Waren die „unterschiedlichen Auffassungen“ vom Co-Traineramt zwischen Karsten Wettberg und Thomas Semmelmann der Hintergrund für dessen Entschluss?Foto: Schmautz
Waren die „unterschiedlichen Auffassungen“ vom Co-Traineramt zwischen Karsten Wettberg und Thomas Semmelmann der Hintergrund für dessen Entschluss?Foto: Schmautz

Ebenso entspannt blickt der 46-jährige Trainerlizenzinhaber in seine sportliche Zukunft. „Wenn sich etwas Passendes ergeben sollte, dann werde ich es mir auf alle Fälle anhören!“ Mehr wollte Semmelmann nicht sagen: „Die Mannschaft und die Verantwortlichen verstehen meine Beweggründe. Es gibt keinerlei böses Blut. Für das Team steht es nun an erster Stelle, aus der Krise zu kommen. Am besten mit einem Sieg in Etzenricht am Samstag.“

Und er blickt keinesfalls mit Zorn zurück, schaffte er doch als Spieler mit dem SVD zweimal den Aufstieg in die Bezirksliga, als Trainer einmal. Krönung seines erfolgreichen Engagements in Donaustauf war der Aufstieg in die Landesliga und die folgende Vizemeisterschaft an der Seite von Klaus Augenthaler.

Mehr vom Sport lesen Sie hier.

Teamwork mit Augenthaler als Highlight

  • Als Spieler

    schaffte Thomas Semmelmann mit dem SVD zweimal den Sprung in die Bezirksliga, als Trainer einmal. Hinzu kam der Aufstieg in die Landesliga. Als absolutes Highlight bezeichnete Semmelmann aber die Zusammenarbeit mit Klaus Augenthaler: „Diese Saison war der Wahnsinn. Er betrachtete mich als Partner, bezog mich voll mit ein.“

  • Bedauert

    hat Semmelmann, dass sich Donaustauf von dem Weltmeister trennte. „Leider musste Auge nach einem Jahr bereits wieder gehen. Nicht nur sportlich lagen wir beide auf einer Wellenlänge, sondern auch privat. Wir stehen weiterhin in regelmäßigen Kontakt. Ich konnte persönlich viel aus der Zusammenarbeit mit Auge mitnehmen!“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht