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SG Regensburg unterstreicht Vormachtstellung

Die zweite Mannschaft steigt in die Landesliga auf. Meichels Ziel ist damit erreicht.
Von Gerd Winkler

Partystimmung bei der SG Regensburg II nach dem 25:18-Heimsieg im Februar über die HSG Erlangen/Niederlindach Foto: Philipp Hildebrand
Partystimmung bei der SG Regensburg II nach dem 25:18-Heimsieg im Februar über die HSG Erlangen/Niederlindach Foto: Philipp Hildebrand

REGENSBURG.Drei völlig unterschiedliche Mannschaften dominieren aktuell den Männer-Handball in der Region. An der Spitze haben die unter dem Dach der SG Regensburg in eine GmbH ausgegliederten Adler dank ihres zahlungskräftigen Hauptsponsors und Geschäftsführers Hermann Reiss die Vormachtstellung inne. Im Bayernliga-Team sind Spieler unter Vertrag, die aus Nah und Fern an die Alfons-Auer-Straße gelotst wurden – unter anderem aus Erlangen, München, Sulzbach, Schwandorf, Hemau und Pilsen pendeln die Schützlinge von Trainer Kai-Uwe Pekrul nach Regensburg.

Derweil befindet sich Lokalrivale ESV 1927 seit zwei Jahren im Umbruch: Peu á peu ist Coach Bernie Goldbach damit beschäftigt, die vielen aus dem Jugendbereich übergetretenen und künftig nachrückenden A-Junioren in den Kader des Bezirksoberligisten einzubauen. Eine dritte Variante der Rekrutierung hat der frisch gebackene Landesliga-Aufsteiger SG Regensburg II zu bieten: Das Fundament bildet eine siebenköpfige Fraktion von Ex-Spielern des TSV Neutraubling, zu dem seit Jahren in die Domstadt beruflich bedingt zuziehende Vereinsspieler hinzustoßen. So schlossen sich im vorigen Sommer Thomas Bauer (Auerbach), Philipp Dachser (Aichach) und Hannes Hochreuter (Siegen) unverhofft der Truppe von Trainer Michi Sigl an.

„Es freut uns, dass was der ESV im Frauen-Bereich ist, wir bei den Männern sind“, kommentiert SG-Vorstand Helmut Meichel den Trend. „Es ist kaum anzunehmen, dass sich eine Handballerin, die bisher höherklassig gespielt hat und das weiter tun will, zu uns verirrt“, verweist Meichel auf die Teams der Eisenbahnerinnen, die in der 3. Liga und Bayernliga spielen, während die SG-Frauen in der BOL beheimatet sind. „So ist es auch bei den Männern erklärbar“, ist er überzeugt: „Wenn ein guter Handballer nach Regensburg kommt, schließt er sich wahrscheinlich eher dem höherklassigen Verein an.“ Wobei die Bayernliga schon eine ganz andere Hausnummer sei, als die zweite Mannschaft in der Bezirksoberliga oder künftig in der Landesliga. Fakt ist: „In unserer Ersten haben wir viele Spieler, die von auswärts kommen, das haben wir in der Zweiten nicht – die wohnen alle in Regensburg und im Landkreis“, erklärt der 66-Jährige.

Als sich Gönner Hermann Reiss vor fünf Jahren engagierte, war für Meichel „das Ziel, dass wir unsere Zweite früher oder später in die Landesliga reinbringen“. Nun, konnte die SG II mit einem Spiel weniger (26 Punkte) dank besseren Punkte-Quotienten die wegen Corona vorzeitig abgebrochene BOL-Saison vor dem ESV (27 Punkte) als Meister beenden. Die Verantwortlichen der Eisenbahner haben zwischenzeitlich per Härtefall-Klausel das Aufstiegsrecht beantragt, das der Verband offen kommuniziert hat. „Die Freude ist etwas gedämpft, so stellt man sich keine Meisterschaft vor“, beschreibt Trainer Michi Sigl die Wahrnehmung des Aufstiegs: „Es fehlt einfach der Jubel nach dem letzten Spiel. Und dann hatten wir noch eine Zeit lang die Ungewissheit, bis die Auslegung mit der Quotienten-Regelung klar war.“ Als der Verband diese festgelegt hatte, gab es am Abend „eine ausgiebige Party in einer großen Videokonferenz“. Jeder feierte daheim auf der Couch mit einem Bier in der Hand zum Anstoßen.

Für Sigl war der Schlüssel zum Erfolg das Integrieren der Neuzugänge. „Am Anfang war es natürlich noch holprig, aber wir haben uns kontinuierlich gut weiterentwickelt“, lässt der 36-Jährige die 16 Saisonspiele Revue passieren. „Die Abwehr stand von Haus aus sehr stabil. Die zweite Welle haben wir am meisten weiterentwickelt, die spielerischen Elemente im Rückraum sind dazugekommen.“

Dass es in der Landesliga ein hartes Brot wird, ist den Regensburgern klar: „Unser Ziel kann nur der Nichtabstieg sein.“ Eine logische Zielsetzung, da es die Aufsteiger auch in dieser Saison schwer hatten: vier Neulinge belegen dort die Abstiegsränge – ein Trend, den die SG-Reserve brechen will.

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