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Simon Boch setzt seinen Höhenflug fort

Die Regensburger 3000m Challenge haucht Laufveranstaltungen wieder Leben ein. Sogar eine deutsche Jahresbestleistung fällt.

Simon Boch zeigte nicht umsonst ein strahlendes Gesicht. Der Lokalmatador stellte über 3000m eine neue deutsche Jahresbestleistung auf.
Simon Boch zeigte nicht umsonst ein strahlendes Gesicht. Der Lokalmatador stellte über 3000m eine neue deutsche Jahresbestleistung auf. Foto: Christian Brüssel

Regensburg.Als Simon Boch auf der Sportanlage am Oberen Wöhrd um kurz vor halb Zehn abends mit der deutschen Jahresbestleistung von 7:56,87 Minuten einer rundum gelungenen ersten Laufveranstaltung nach einer langen Wartezeit von fast vier Monaten die Krone aufgesetzt hatte, war endlich klar, dass Läufer ihren Sport durchaus mit entsprechenden Respekt gegenüber den Coronaregeln im Wettkampf ausüben können.

„Die Sportler haben uns nicht im Regen stehenlassen, selten haben wir für die Austragung eines unserer Meetings so viel Lob und Dankbarkeit entgegennehmen dürfen, wie an diesem Tag“, zeigte sich LG-Präsident Norbert Lieske beeindruckt von der zahlreich vertretenen Lauffamilie aus ganz Deutschland.

Den besonderen Umständen geschuldet sahen natürlich nur die jeweiligen Teamkollegen und Betreuer dann auch Laufsport vom Feinsten, angefangen mit den ausgezeichneten Sprintdoubletten der beiden Telis-Asse Katrin Fehm und Samuel Werdecker, die mit ihren 17,85 und 39,18 beziehungsweise 16,52 und 34,28 Sekunden unangefochten vorne lagen. „Nach vielen Monaten bin ich wieder zurück. Ich bin total happy“, jubelte die Neu-Regensburgerin.

Großes Finale zum Schluss

Schwab pulverisiert ihre Bestzeit

  • Auftakt:

    Corinna Schwab (LG Telis Finanz Regensburg) konnte es kaum abwarten, unter freiem Himmel auf die Jagd nach ihrer Bestzeit (53,09sec) zu gehen. Die hatte die 21-Jährige beim Sieg bei der Hallen-DM (52,65 sec) schon unterboten.

  • Bestzeit:

    Beim Midsommar-Sportfest in Berlin am Freitag war dann auch nichts von Reintasten zu sehen. In 51,97 Sekunden blieb die Vierte der U20-EM 2017 nicht nur erstmals im Freien unter 53 Sekunden, sondern gleich unter 52 Sekunden. Schon die Einstellung der Bestzeit beim „Auftakt zum Warmwerden“ gut zwei Stunden zuvor über 100 Meter (11,65 sec) deutete die starke Form an. So nebenbei fiel bei diesem Lauf auch noch der 32 Jahre alte bayerische Rekord von Michaela Schabinger (MTV 1881 Ingolstadt), die damals 52,20 Sekunden lief.

  • Teamkollegen:

    Marvin Schlegel verfehlte seine Bestzeit in Berlin nur um zwei Hundertstel. Lisa Marie Kwayie startete in 11,26 Sekunden über 100 Meter in den Sommer. Amelie-Sophie Lederer gewann beim Meeting in Luzern den 100m Lauf in 11,68 Sekunden.(orv)

Über 1000m düpierte der junge Tom Jäger (TSV Penzberg) mit guten 2:27,77min ausgerechnet im Schlussspurt Altmeister Benedikt Huber (LG Telis Finanz Regensburg – 2:28,35min). Über Platz vier freute sich Teamkollege Sebastian Gleißl (2:29,79min). Bei den Frauen setzte hier Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald) mit beachtlichen 2:43,91min ein Highlight. Tanja Spill (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) gewann über 800m mit 2:09,47min.

Corinna Schwab unterbot schon am Freitag in Berlin über 400m die 52-Sekunden-Marke.
Corinna Schwab unterbot schon am Freitag in Berlin über 400m die 52-Sekunden-Marke. Foto: "Kiefner Sportfoto, Theo Kiefner

Ab 18 Uhr standen dann die Namen gebenden 3000m im Mittelpunkt der satten sechs Stunden lang dauernden Veranstaltung. Das Beste kam ganz zum Schluss. In einem faszinierenden Rennen spurtet der aktuelle nationale Überflieger Simon Boch von der LG Telis Finanz in der letzten Runde den lange Zeit führenden Berliner Johannes Motschmann (SCC – 7:59,87min) nieder, blieb erstmals unter acht Minuten und zog dabei seine dahinter leidenschaftlich kämpfenden Teamkollegen Konstantin Wedel (5./8:05,90min), Tim Ramdane Cherif (7./8:08,06min), Kevin Key (11./8:17,52min) und Dominik Notz (12./8:18,62min) zu eklatanten neuen Hausrekorden innerhalb eines illustren Verfolgungspulkes, gespickt mit Topläufern aus der nationalen Spitze. Nicht lumpen ließen sich auch die Damen. Dort siegte Vera Hoffmann (LC Rehlingen– 9:12,27min), vor der Fürtherin Kerstin Hirscher (LAC Quelle – 9:13,26min) und Lea Meyer (VfL Löningen – 9:20,54min). Trotz eines vierten Platzes in 9:22,72min war Lokalmatadorin Meni Mayer restlos zufrieden.

„Zwischen zwei für mich sehr wichtigen 10000m Läufen konnte ich für die 3000m wenig tun, habe aber meine persönliche Bestzeit trotzdem noch um zwei Sekunden steigern können.“ Teamkollegin Svenja Ojstersek war mit ihren 9:47,43min auch wieder auf dem aufsteigenden Ast.

Mittsommerlauf am Samstag

„Es ist natürlich immer schwierig, sich um die eigene Veranstaltung zu kümmern und dann noch zwanzig Schützlinge aus dem eigenen Lager betreuen zu wollen. Schon gerade deshalb ziehe ich meinen Hut vor meinen Mädels und Jungs, weil wieder viele aus unserem Team Bestzeit gelaufen sind“, fasste am Ende Telis-Teamchef Kurt Ring das Geschehen aus seiner Sicht zusammen.

„Der Lauf lebt wieder. Das macht Lust auf mehr. Schon am nächsten Samstag bietet sich in Regensburg an gleicher Stelle mit dem Mittsommerlauf und sage und schreibe vier 10000m Rennen die beste Gelegenheit dafür.“ (orv)

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