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Leichtathletik

Sparkassen-Gala wirft Schatten voraus

Erstmals ist am Freitag eine Laufnacht vorgeschaltet. Und die Sprinter überlegen, in welche Richtung sie am Samstag im Unistadion laufen.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Regensburg.Immer höher, immer schneller, immer weiter ist speziell in der Leichtathletik ein gerne genommenes Motto. Immer mehr aber geht irgendwann nicht mehr und so haben die Verantwortlichen der Sparkassen-Gala, die seit 2006 eine feste Institution im Oberpfälzer Sport-Kalender und für deutsche Läufer und Springer höchster Güte ist, am Rädchen geschraubt. Weil die 14 Stunden Nonstop-Programm der vergangenen Jahre die Organisatoren an und auch über die Belastungsgrenze brachten, ist der Programmteil, der sonst zum Schluss kam, nun einfach vorab die Einleitung: Die Gala startet am Freitagabend ab 17.30 Uhr mit einer Laufnacht, am Samstag macht sich die Gala ab 12.30 Uhr warm und geht zwischen 16 und 20 Uhr in die Vollen. „Einen kleinen Happen“, nennt Meeting-Direktor Kurt Ring die Vier-Vorab-Stunden. „Ich liebe diese Laufnacht. Da wird einfach nur gerannt.“

Dann misst sich Deutschlands Leichtathletik-Elite wieder in 18 Disziplinen – auch mit den lokalen Helden. Das Heimspiel ist für die laufenden Aushängeschilder von Ausrichter LG Telis Finanz Regensburg Corinna Harrer, Maren Kock und Aufsteigerin Thea Heim wie für Florian Orth und Philipp Pflieger stets ein Höhepunkt. Und auch Weitspringerin Michelle Weitzel vom SWC 46 Regensburg freut sich traditionell auf den Auftritt in „ihrem“ Universitätsstadion. Am Wochenende stieg sie in Weinheim mit 6,66 Metern im letzten Versuch glänzend in die Saison ein, verbesserte sogar ihre persönliche Bestmarke um zwei Zentimeter und verpasste die Norm für die Europameisterschaft im August in Zürich um vier Zentimeter.

„Wir sind nicht Provinz“, unterstreicht Kurt Ring den Stellenwert der hiesigen und auswärtigen Leistungen. Norbert Lieske, der Telis-Präsident, hofft, dass der gerade in Regensburg auch im Universitätsstadion abgewickelte Katholikentag positive Auswirkungen auf die Zuschauerzahl hat. Als „Leichtathletik-Stadion“ wurde es dort bezeichnet und Lieske berichtete von erstaunten Reaktionen der einheimischen Besucher: „Viele wussten gar nicht, dass Regensburg so ein tolles Stadion hat.“

Die deutschen Leichtathleten nutzen es seit Jahren und produzieren dort Bestleistungen, die sich bis ans Jahresende in den Listen halten. Dennoch stößt die Sparkassen-Gala an ihre Grenzen – auch finanziell. „Sie hängt am Infusionstropf. 50 Prozent des Geldes fressen die technischen Kosten auf. Die Ansprüche werden immer höher“, sagt Kurt Ring, der zusammen mit Jochen Schweitzer der Kopf des Meetings ist. „Wir arbeiten mit allen Tricks. Wie wir an die Leute kommen, da schütteln andere den Kopf.“ Ring hofft auf den neuen Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, der u. a. die Sparkassen-Gala explizit im Koalitionsvertrag erwähnt. „Wir brauchen auch eine tüchtige Geldspritze, um dieses Niveau halten zu können.“

Rund 750 Teilnehmer werden es unter den modifizierten Bedingungen 2014 sein. Dabei sind viele nationale Größen und internationale Farbtupfer wie Barbados-Sprinter Ramon Gittens, der 10,02 als 100-Meter-Bestzeit stehen hat. Überhaupt sind die Sprinter ein gutes Stichwort: Weil Flexibilität eine der Gala-Prämissen ist, wird überlegt, die 100 Meter je nach Wind in die eine oder die andere Richtung zu starten. „Ob die Sprinter das dann in Anspruch nehmen, werden wir sehen“, sagt Jochen Schweitzer. Es ist beileibe nicht der einzige Spannungsfaktor der Sparkassen-Gala 2014.

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