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Bayernliga

Spiel eins nach Schuderer wartet

Im Heimspiel gegen Kottern sitzen Klemens und Melzl auf der Trainerbank. Gespräche mit drei Nachfolge-Kandidaten laufen.
Von Gerd Winkler

Unmittelbar vor dem Anpfiff der Pokalpleite in Neutraubling: Die Donaustaufer Michael Fischer, Almin Abdihodzic, Florian Gögl und Aldrin Emini (von links) winken ins Publikum. Foto: WüRTHELE
Unmittelbar vor dem Anpfiff der Pokalpleite in Neutraubling: Die Donaustaufer Michael Fischer, Almin Abdihodzic, Florian Gögl und Aldrin Emini (von links) winken ins Publikum. Foto: WüRTHELE

Donaustauf.Ereignisreiche Tage hat Fußball-Bayernligist SV Donaustauf hinter sich – und zweifellos vor sich. Trainer Sepp Schuderer wurde im Anschluss an das sensationelle 0:1-Pokal-Aus beim TSV Neutraubling von GmbH-Geschäftsführer Matthias Klemens in einem Vier-Augen-Gespräch von seiner Aufgabe entbunden. Gegen den ersatzgeschwächten Bezirksligisten reichte es in 90 Minuten nur zu zwei guten Torchancen. Nun wartet im Heimspiel am Fuße der Walhalla der TSV Kottern am heutigen Samstag (Anpfiff 15 Uhr).

Im Nachhinein nahm für den SV Donaustauf der Abwärtstrend mit dem Abpfiff der tollen ersten Halbzeit zum Bayernliga-Start bei den Junglöwen von 1860 München seinen Lauf. Plötzlich ging die Ordnung vollends verloren, mit viel Glück wurde der unerwartete 2:1-Erfolg über die Zeit gerettet.

In den nächsten vier Partien holte der Neuling nur einen Punkt – vier von fünf Spielen gingen verloren.

Angezählt war Schuderer vor einer Woche nach der 1:3-Pleite im Schlüsselspiel bei der bis dahin sieglosen SpVgg Hankofen. In der Pressekonferenz war Schuderer angetan vom Gegner: „Hankofen war bissiger und griffiger. Da sollen sich einige von meinen Spielern eine Scheibe abschneiden. Wir waren bei Vielem hinten dran.“ Den einen oder anderen Hankofener hätte er gerne – „solche haben wir nicht“, sagte er.

Ein Team mit Individualisten

In der Landesliga gab es vergangene Saison viele knappe Siege für den späteren Meister. Der einhellige Tenor der Trainergarde lautete: „Donaustauf hat die besseren Individualisten, Cham (der spätere Mitaufsteiger) ist die bessere Mannschaft.“ Festzumachen war der Unterschied an der schwierigen Kommunikation der Spieler untereinander sowie mit dem Trainer: Ein Drittel des Kaders war nicht Deutsch sprechend. Es haperte oft in der Vorwärts- und Rückwärtsbewegung, die in die Nicht-Verzahnung der Mannschaftsteile mündete. In der Landesliga waren die Defizite im Spiel mit dem Ball und gegen den Ball durch individuelle Klasse auszubügeln.

Nun in der Bayernliga sind die Kontrahenten, das haben die fünf Begegnungen gezeigt, von einem anderen Kaliber: Läuferisch austrainiert, zweikampffreudig, nichts ist auf Zufall aufgebaut, klare Ordnung im Spiel, konsequent werden die Fehler des Gegners genutzt. Erschwerend kommt für Donaustauf hinzu, dass mittlerweile der Anteil der Nichtdeutsch-Sprechenden die Hälfte des 21er-Kaders ausmacht. Für die Zusammenstellung des Kaders waren Trainer Schuderer und GmbH-Chef Klemens zuständig. Beim Abschlusstraining am Donnerstag hat sich der geschasste Coach von der Mannschaft verabschiedet, „mir gegenüber war Sepp beleidigt“, berichtet Klemens.

Interimstrainer auf der Bank

Im Spiel eins nach der Ära Schuderer kommt am heutigen Samstag um 15 Uhr der Tabellenfünfte TSV Kottern zum SV Donaustauf an die Regensburger Straße. „Wir wissen, dass das nicht einfach wird, aber wir wollen dagegenhalten“, sagt Klemens, der mit dem sportlichen Leiter Hans Melzl interimsmäßig auf der Bank sitzen wird. „Unsere Leute sollen keinen übergroßen Druck haben, einfach wieder Spaß am Fußballspielen haben, alle können das ja“, sagt Klemens.

Ansonsten geht sein Blick nach vorne. Für ihn steht jetzt weitere Arbeit an. „Wir brauchen einen deutschsprachigen Sechser und einen Coach“, stellt Klemens klar: „Ich habe mich mit drei Trainern schon getroffen, weitere fünf, sechs haben sich angeboten.“ Ähnliches Interesse besteht an einem Vertrag als Spieler am Fuße der Walhalla: „Sechs haben sich bei mir schon gemeldet.“

Weitere Meldungen aus dem Lokalsport in Regensburg lesen Sie hier.

Rund um Donaustauf

  • Personalien:

    Vasilic ist Rot-gesperrt, Dabò, Kirschner und Oliveira sind verletzt, Nikica Filipovic ist verhindert.

  • Bayernliga:

    Drei Tage bevor Coach Sepp Schuderer beim SV Donaustauf gekündigt wurde, musste auch bei Mitaufsteiger (und Schlusslicht) Türkspor Augsburg der Ex-Bayern-Profi Manfred Bender seinen Hut nehmen.

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