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Futsal

SSV Jahn 1889: Duell mit dem Ex-Meister

Mit dem Spiel am Sonntag bei Nafi Stuttgart erfüllt sich ein langgehegter Wunsch von Abteilungsgründer Oliver Vogel.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Nach den Finalduellen gegen Bayreuth geht es für die Jahn-Futsaler nun auf süddeutscher Ebene in Stuttgart weiter.
Nach den Finalduellen gegen Bayreuth geht es für die Jahn-Futsaler nun auf süddeutscher Ebene in Stuttgart weiter. Foto: Brüssel

Regensburg. Der rasante Aufstieg der Futsaler des SSV Jahn 1889 spiegelt sich im nächsten Gegner wider: Nach dem Gewinn der Bayernliga-Meisterschaft in den beiden Finalspielen gegen Bayreuth geht es für die Mannschaft des brasilianischen Spielertrainers Lucas Kruel in der ersten Saison ihres Bestehens nun auf süddeutscher Ebene gleich gegen einen ehemaligen deutschen Meister weiter. Am Sonntag (17 Uhr) wartet mit Nafi Stuttgart der Titelträger von 2014 in Obertürkheim.

„Gegen Nafi wollte ich schon immer einmal spielen“, sagt Oliver Vogel, der Gründer der Abteilung. „Dass es nun gleich ein K.o.-Spiel ist, ist eine tolle Sache. Ich bin stolz gegen so einen Gegner antreten zu dürfen und wir so eine Chance kriegen. Alle bei uns sind heiß – und eins steht auch fest: Wir fahren nicht als Favorit hin.“

Die Wurzeln des Futsalteams in Stuttgart, benannt nach einem Sponsor namens Nafis Bakirci, liegen ein Jahrzehnt zurück, als eine Hobbymannschaft bei Turnieren von Sieg zu Sieg eilte. Inzwischen ist der Klub auch im Feldfußball vertreten – und gewann 2014 durch ein 5:3 gegen Holzpfosten Schwerte im Finale den deutschen Titel im deutschen Futsal-Cup. Zum aktuellen Kader gehört mit Kevin Reinhardt auch ein Spieler, der schon als Profi in Tschechien spielte.

„Der Name von Nafi ist groß und wir haben Respekt“, sagt Vogel. Der 46-Jährige treibt mit allem Enthusiasmus die bislang so sehr im Schatten stehende Hallenfußball-Variante Futsal in Regensburg voran und freut sich schon auf die neue Saison in der Regionalliga, der bisher höchsten Liga in Deutschland. Eine längere Saison und weitere Fahrten bedeuten einen größeren Aufwand. „Am besten finde ich, dass wir gegen Darmstadt 98 spielen: Jahn gegen Darmstadt – was für zwei tolle Namen!“

Oliver Vogel weiß, dass seine Jahn-Futsaler nach den Erfolgen und den regelmäßigen Besuchen von Bayern-Profi und Kruel-Kumpel Douglas Costa „in aller Munde“ sind. „Wir machen schon viel Alarm derzeit“, sagt Vogel. Die Herausforderungen sind groß. „Lucas, der in Zukunft nicht mehr durchspielen will, und ich haben dasselbe Ziel: Einen brasilianischen Block und einen deutschen Block“, macht Vogel sich schon Gedanken über das neue Team. „Ein, zwei Spieler brauchen wir auf jeden Fall noch. Und wir wollen deutsche Spieler fördern.“

So, wie bei Joe Ebert geschehen: Der 23-Jährige bekam ganz bewusst die Kapitänsbinde und steigerte sich neben Kruel und dem brasilianischen Topskorer Halison Goncalves zum Auswahlspieler. „Es ist schön zu sehen, wie sich Spieler entwickeln“, sagt Vogel – und sucht weiter Unterstützer, einen Hauptsponsor und Futsal-Begeisterte. Die Ideen gehen Oliver Vogel nicht aus. Als Vorbereitung auf die Regionalligasaison schwebt ihm ein Turnier mit 16 Mannschaften vor, bei dem sich die eingesessenen Futsalteams wie der aktuelle Meister Hamburg Panthers, Holzpfosten Schwerte, Pforzheim oder auch Nafi Stuttgart über zwei Tage mit Futsal-Abteilungen der Profi-Klubs St. Pauli, Werder Bremen, Hertha BSC oder Fortuna Düsseldorf messen sollen. Erst einmal aber zählt Stuttgart. Und vielleicht dauert die aktuelle Saison ja noch ein wenig länger.

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