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SSV Jahn gewinnt den MZ-Cup 2013

Die Profis vom Regensburger Drittligisten haben den MZ-Cup gewonnen. Aber die von den MZ-Lesern gewählte Amateur-Auswahl hat sich wacker geschlagen.
Von Jürgen Scharf, MZ

  • Die MZ-Kickers mussten sich mit den Profis vom SSV Jahn Regensburg messen. Foto: Lex
  • Auf dem Sportgelände am Weinweg gab es schon vor dem großen Spiel ein Blitzturnier. Foto: Lex
  • Auf dem Sportgelände am Weinweg gab es schon vor dem großen Spiel ein Blitzturnier. Foto: Lex
  • Das Endspiel des Blitzturniers hat eine Auswahl des Mittelbayerischen Verlags gegen ein Allstar-Team des SSV Jahn gewonnen. Foto: Lex

Regensburg. Gewisse Starqualitäten waren ihm auch nach dem Schlusspfiff nicht abzusprechen: Dominik Siebert, der Überraschungstorjäger des MZ-Cups 2013, wurde auf der Tartanbahn genauso glamourös wie romantisch von Freundin Sophie mit einem Küsschen empfangen. Verdient hatte es sich der 19-jährige Stürmer von der DJK Ensdorf im Landkreis Amberg-Sulzbach wahrlich. Drei Tore hatte er beim MZ-Cup 2013 gegen den SSV Jahn Regensburg geschossen. „Drei Tore, ich kann es selbst kaum glauben. Das ist einfach Wahnsinn“, sagte er.

Rund 2000 Zuschauer waren am Sonntag zum MZ-Cup 2013 in die städtische Sportanlage am Regensburger Weinweg gekommen. Bei strahlendem Sonnenschein wurde ein fröhliches Fußballfest gefeiert. Die Einnahmen kamen komplett einem guten Zweck zugute, 3000 Euro wurden am Ende der Jugendabteilung des Freien TuS Regensburg und der Bayerischen Gesellschaft für psychische Gesundheit übergeben.

Der Freie TuS Regensburg hatte sich vorher um die Ausrichtung des Spiels beworben. Viele ehrenamtliche Helfer verwandelten das schmucke Stadion im Regensburger Westen in eine Wohlfühl-Arena. Leckere Gyros wurden gebrutzelt, zudem gab es Kaffee und Kuchen sowie erfrischende Salate. Die Besucher waren freilich vor allem wegen einem gekommen: Fußball. Und dabei insbesondere, um die neuen Spieler des SSV Jahn zu begutachten. Der Regensburger Drittligist trat mit seinem vollzähligen Profi-Kader gegen eine von den MZ-Lesern gekürte regionale Amateurauswahl an. Am Ende gab es wie erwartet ein klares Ergebnis. 7:3 gewann der Jahn. Die Tore für den Drittligisten erzielten Benedikt Schmid (22., 36.) Gino Windmüller (42.), Sebastian Nachreiner (45., 74.), Jim-Patrick-Müller (54.) und Azur Velagic (86.).

Mit wenigen Kontakten nach vorn

Vom Anpfiff weg hatte der Jahn deutlich gemacht, wer hier der Herr im Haus ist. Es war schön anzusehen, wie glänzend der Ball durch die Reihen der Profis lief. Oft nur mit ein, zwei Kontakten kombinierten sie sich durchs Mittelfeld. Die Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen scheint immer besser zu werden. Allerdings: Die Amateure leisteten hoch motiviert Gegenwehr. Die Viererkette stand sehr gut, für den Jahn gab es somit kaum Lücken, durch die er sich locker hindurchspielen hätte können.

SSV-Coach Thomas Stratos war während des Spiels nicht anzumerken, ob er mit dem Gezeigten zufrieden ist. Fast regungslos verfolgte er das Match zusammen mit seinem Trainerteam auf Klappstühlen sitzend neben der Bank mit den Reservespielern. Viel zu tun hatte er aber mit den etlichen Auswechslungen, da beide Teams fliegend wechseln konnten.

Nach dem Spiel wurde Stratos gegenüber der MZ deutlich. Dass man gegen eine Amateurauswahl überlegen sei, sei völlig normal, meinte er. Gerade die erste Halbzeit habe ihm aber nicht gut gefallen. Da seien seine Jungs etwas zu locker in das Spiel gegangen, die unbedingte Laufbereitschaft habe gefehlt.

Großes Vertrauen in Anastasopoulos

Bei den Fußball-Fans auf der Tribüne war die Laufbereitschaft der Jahn-Spieler kein großes Thema. Hier wurden vielmehr die einzelnen Spieler begutachtet und eingeschätzt. Von „Ob der wirklich oiner is?“ bis hin zu einem „Der ist niat schlecht“ oder gar einem begeisterten „Der schlägt ein, da bin i mir sicher“ reichten die Kommentare. Besonders hoch in der Gunst stand dabei übrigens der neue Jahn-Sechser Dimitrios Anastasopoulos: „Der Grieche, den’s da gholt ham, der kann was, der hat mir letzte Woch’ scho’ g’falln“, meinte einer der Zaungäste anerkennend.

Nach dem Spiel war dann aber ein ganz anderer Gesprächsthema Nummer eins. „Ich habe es dem Jungen wirklich sehr gegönnt, er hat es sich auf dem Platz auch verdient“, sagte Stratos. „Ein Fußballer mit rotzfrecher Spielweise, von dem, so glaube ich, auf jeden Fall noch zu hören sein wird“, meinte Amateur-Coach Karsten Wettberg. Die Rede war da natürlich von Dominik Siebert. In der 22., 49. und 68. Minute hatte der getroffen. „Ich war schon nach dem ersten Tor so glücklich. Dass es dann noch zwei weitere wurden, ist unglaublich“, sagte er selbst – und schlenderte mit einem glücklichen Fußball-Herz in die Kabinen des Stadions am Weinweg.

Das letzte Wort hatte standesgemäß Trainer-Legende Wettberg. Der 71-Jährige war in seiner Karriere eigentlich noch nie restlos zufrieden – auch am Sonntag nicht. Ein wenig schwerer als 2012 hätte er es dem Jahn heuer machen wollen. „Aber wir haben uns ein bisschen zu sehr hinten reindrücken lassen“, meinte er: „Aber gut, so ist das im Fußball eben, wenn du gegen Profis spielst.“

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