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Fussball

SV Burgweinting muss sich neu aufstellen

Den Fußball-Bezirksligisten haben im Winter weit über ein Dutzend Akteure verlassen. Ehemalige Spieler üben Kritik.
Von Florian Würthele

Simon Hecht hat sich dem FC Tegernheim angeschlossen. Foto: Brüssel
Simon Hecht hat sich dem FC Tegernheim angeschlossen. Foto: Brüssel

Regensburg. Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Trainer- und Spielerwechsel unter der Saison sind, auch unterklassig, längst keine Seltenheit mehr. Das, was dem Regensburger Bezirksligisten SV Burgweinting widerfahren ist, ist dann aber doch außergewöhnlich. 16 Spieler haben dem Verein den Rücken gekehrt.

Der Euphorie über den im Mai geschafften Aufstieg in die Bezirksliga war schnell Ernüchterung gewichen. Niederlage folgte auf Niederlage. Schon nach dem siebten Spieltag zogen die Verantwortlichen die Reißleine und entbanden Michael Wax von seinem Amt als Cheftrainer. Es wurde der 34-jährige Benjamin Veith installiert.

Fehlende Akzeptanz

Aus Sicht von Abteilungsleiter Sascha Zilk hätte die Mannschaft den Trainerwechsel nie wirklich akzeptiert. Auch der sportliche Erfolg sei bei vielen hintenangestanden. „Urlaub und Party war einigen wichtiger als im Training Vollgas zu geben. Die Schuldigen waren schnell mit der Abteilungsleitung gefunden“, sagte Zilk kürzlich gegenüber dem Portal „FuPa“. In der Folge sei es zu Diskussionen, Forderungen und - teils öffentlich ausgetragenen - persönlichen Anfeindungen und Beleidigungen gekommen, „die nicht toleriert und akzeptiert werden konnten“. Auch kritisiert Zilk Ex-Spieler dafür, dem Verein trotz mündlicher Zusage im Winter den Rücken gekehrt zu haben. „Leider kann man auf Zusagen und das Wort heutzutage nichts mehr geben.“

Etwas anders stellt sich das Ganze aus Sicht der abgewanderten Spieler dar. Bereits der frühzeitige Trainerwechsel sei sozusagen „hinter dem Rücken“ der Spieler vollzogen worden. Wörtlich heißt es in einer von mehreren Ex-Burgweintingern verfassten Stellungnahme: „Mit der Abteilungsleitung wurde vor dem Aufstieg in die Bezirksliga besprochen, dass wir mit unserer jungen Truppe ins Rennen gehen wollen und den Kader nicht erweitern möchten. Auch im Falle des Wiederabstieges wollte man zusammen bleiben. Nach nur sieben Spieltagen waren diese Gespräche leider wieder vergessen und ein neuer Trainer wurde präsentiert.“ Trotz des ausbleibenden sportlichen Erfolgs seien die Spieler stets zuverlässig und engagiert bei der Sache gewesen.

Schließlich hätte sich Unmut über den neuen Coach breitgemacht. Das Team hätte den Wunsch geäußert, mit einem neuen Trainer ins nächste Jahr zu gehen. Hier seien die Verantwortlichen allerdings stur geblieben. Innerhalb kürzester Zeit hatten 13 Spieler ihren Abschied verkündet. „Den verbliebenen acht konnte kein langfristiges Konzept für die Zukunft vorgestellt werden, auch wurde nicht mit offenen Karten gespielt“, heißt es abschließend. Die Folge: weitere Abgänge.

Als kleiner Bub stieß Rudi Pfaffenroth zum SV. Er spielte mit dreijähriger Unterbrechung viele Jahre für Burgweintings „Erste“, erlebte Höhen und Tiefen mit. Kurz vor Jahreswechsel verabschiedete sich Pfaffenroth mit fünf Mitstreitern zum Nachbarverein TSV Oberisling. Der Entschluss sei ihm sehr schwergefallen, wie er sagt, „jedoch war eine ehrliche Zusammenarbeit nicht mehr möglich.“

Drei Umbrüche in zehn Jahren

Generell bereitet dem 29-Jährigen die Entwicklung im Verein Sorgen. „Drei Umbrüche in den vergangenen zehn Jahren kann man nicht nur auf die Spieler schieben, die Verantwortlichen sollten auch das eigene Vorgehen hinterfragen“, sagt Pfaffenroth, der dem Verein trotz allem für die Zukunft alles Gute wünscht. Etwas Positives kann Abteilungsleiter Sascha Zilk dem Ganzen am Ende doch abgewinnen: „Wir haben in dieser Situation viel gelernt, darauf muss man nun aufbauen.“

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