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TSV Neutraubling hofft auf das Gnadengesuch

Eine verpasste Frist verhindert – zumindest vorerst – den Bezirksliga-Aufstieg.
Von Gerd Winkler

Im vorigen Sommer wie ein Teil der Mannschaft reaktiviert: Mit Trainer Udo Wollny wollen die „73er-Pandas“ an bessere Zeiten anknüpfen. Foto: Kraus
Im vorigen Sommer wie ein Teil der Mannschaft reaktiviert: Mit Trainer Udo Wollny wollen die „73er-Pandas“ an bessere Zeiten anknüpfen. Foto: Kraus

NEUTRAUBLING.Im Frühjahr 2015 gelang dem TSV Neutraubling mit einer bis auf Schlüsselspieler Marcel Elgeti lupenreine Truppe an Eigengewächsen der Landesliga-Aufstieg. Die sehr junge Mannschaft hatte zweifellos das Potenzial, um auf Jahre hinaus mit ein, zwei gezielten Verstärkungen den Männerhandball in der Region zu dominieren. Doch die Meisterschaft in der Bezirksoberliga Ostbayern war der Startschuss für einen Machtkampf hinter den Kulissen, an deren Ende der Fast-Kollaps stand.

Trainer Kai-Uwe Pekrul machte offenbar Stimmung gegen Uli Brossmann, wollte den damaligen Abteilungsleiter wohl aus dem Amt wählen lassen. Als der Coach auf eigene Faust den jetzt in Mainburg spielenden Boris Covic verpflichtete, feuerte Brossmann den umtriebigen Pekrul. Der heute 55-Jährige heuerte daraufhin beim Landesligisten SG Regensburg an, wo Coach Dejan Leskovsec aus dem Amt gejagt wurde – sein deutscher Wortschatz sei zu übersichtlich gewesen.

Zwischenzeitlich waren Elgeti, Daniel Mulitze und Alex Hiersemann an die Alfons-Auer-Straße gewechselt. Ein Jahr später verließen Florian Uhl und Rene Närger den TSV in Richtung Regensburger Osten. Im Sommer 2018 kehrte ein weiteres Quintett dem TSV den Rücken zu, um bei der SGR anzuheuern. „Den Pekrul haben wir ziemlich unterschätzt, der hatte bei unseren Abgängen seine Finger im Spiel. Wir sind noch immer schockiert“, zürnt Neutraublings langjährige Jugendtrainerin Ingrid Winklmeier und fügt wehmütig an: „Alle, die jetzt bei der SG und beim ESV 1927 spielen, sind durch meine Hände gegangen.“

Um überhaupt am Spielbetrieb teilnehmen zu können, hat der frisch ins Amt gehievte Abteilungsleiter Markus Politzka alle Hebel in Bewegung gesetzt, um „handballerisch schon Totgeglaubte“ (Winklmeier) zu reaktivieren. Daniel Vogler, Alexander und Christopher Hrach, Thomas Politzka sowie Tobias Kuhberger erklärten sich nach mehrjährigen Pausen bereit. Mit den A-Jugendlichen, die parallel in der Bezirksoberliga spielten, meldete Politzka eine Mannschaft in der Männer-Bezirksklasse an. Zudem konnte Udo Wollny als Trainer gewonnen werden. Bis 1994 coachte Wollny lange Jahre, ehe er beruflich bedingt Regensburg verließ. „Sportlich und menschlich war es damals eine tolle Zeit, das war für mich ausschlaggebend“, begründet Wollny sein Comeback.

Jedoch verpasste der junge Abteilungsleiter Plitzka im vorigen Sommer das Spielrecht in der Bezirksliga zeitig abzumelden. In der „Corona-Saison“ gelang dem TSV die Meisterschaft, die Statuten des BHV lassen aber wegen des Formfehlers den Aufstieg in die Bezirksliga nicht zu. „Das ist eine sehr traurige Sache, die Spieler hatten sich so gefreut“, hadert Politzka und hofft nun, per von Bezirksspielleiter Sven Wirth angeratenen „Gnadengesuch“ doch durchgewinkt zu werden. „Wir vom Bezirk können das nicht entscheiden, der Verein muss sich mit einem Gnadengesuch an das Präsidium des BHVs wenden“, sagt Wirth: „Für den Standort in Neutraubling wäre das natürlich sehr wichtig“. Ingrid Winklmeier betont, dass man Politzka keine Vorwürfe mache: „Ihm hat natürlich die Erfahrung gefehlt und die Regularien des BHV sind manchmal nicht leicht zu durchblicken“.

Derweil attestiert Coach Udo Wollny seiner Crew eine „tolle Entwicklung, ich möchte die Mannschaft sportlich weiter nach oben bringen“. Vielleicht kehre der eine oder andere dann zurück. Winklmeier bläst ins gleiche Horn: „Viele, die bei der SG Regensburg spielen, engagieren sich weiterhin für uns, wenn wir für Veranstaltungen jemanden brauchen“.

Als Bekenntnis zu den „73er-Pandas“ (angelehnt an der Postleitzahl Neutraublings 93073) wertet Winkelmeier ein kürzlich in der Mittelbayerischen veröffentlichtes Jubelbild der SGR, wo ein Trikot mit der Rückennummer 73 hochgehalten wird. (owi)

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