MyMz

Handball

Vorzeitiges Geschenk für den Förderer

In Abwesentheit von Hermann Reiss stürzen die Adler den Bayernliga-Leader HSC Coburg II und bringen sich selbst in Stellung.
Von Gerd Winkler

Stephan Klenk war gegen Coburg II einer der Matchwinner bei der SG Regensburg. Foto: Brüssel
Stephan Klenk war gegen Coburg II einer der Matchwinner bei der SG Regensburg. Foto: Brüssel

Regensburg.Am Montag feiert Hermann Reiss, Chef der Regensburg Adler, im großen Stil sein 50-jähriges Wiegenfest. In seiner Abwesenheit am Samstagabend hat Männer-Bayernligist SG Regensburg den Förderer vorab beschenkt. Im heimischen Horst stürzte die Truppe von Trainer Kai-Uwe Pekrul den bis dato ungeschlagenen Spitzenreiter HSC Coburg II mit 25:24 (13:14). Weil auch der Zweite TG Landshut in Bayreuth patzte, ist die Tabellenspitze nur noch einen Zähler entfernt.

Nach dem geglückten Einstieg (5:3, 8.) kam die SG gegen den Unterbau der ambitionierten Zweitliga-Profis ins Hintertreffen (7:12, 20.). Der wurfgewaltige Rückraum um den A-Jugendlichen Dino Mustafic und Routinier Andreas Wolf entwickelte enormen Druck. Die Adler ihrerseits kamen im Positionsangriff in die Bredoulle: Lukas Heinle wirft bei angezeigten Zeitspiel drüber (10.), Missverständnisse (12., 15., 17.) münden in Ballverluste, Konstantin Singwald schließt zum dritten Mal überhastet ab (19.).

Auszeit tut den Adlern gut

Eine Auszeit (20.) beruhigte die fahrig agierenden Adler, zudem beorderte Coach Pekrul Bence Csiki ins Gehäuse. Plötzlich griff die rechtslastige 4:2-Deckung. Nach der Pause bewegten sich die Spieler deutlich mehr: Linksaußen Valentin Deml hatte nun mehr Raum – und traf (37., 43., 54.). Im Rückraum wurde Linkshänder Stephan Klenk erfolgreich in Stellung gebracht (42., 44., 47.), und „riss“ einen Strafwurf (52.). Zwischendrin machte Csiki sogenannte Hundertprozentige unschädlich. Für die Vorentscheidung sorgte Deml mit einer „gezogenen“ Strafzeit (57.55) gegen sich aufbäumende Unterfranken. Anschließend bilanzierte Pekrul, „dass wir mehr Feuer, mehr Willen als der Gegner hatten. Wir wollten einfach den Sieg mehr“. Bestätigt sah sich Pekrul ob der 4:2-Defensivstategie („der Gegner steht dir auf den Füßen, da kommt keine rechte Spielfreude auf“) und des Torhüterwechsels („dafür haben wir zwei, um im Spiel reagieren zu können“). Verärgert sagte indes Coburgs Coach Till Riehn. „Über weite Strecken haben wir enttäuscht. Dass ein paar Spieler gefehlt haben, entschuldigt nix“, moserte der Ex-Profi: „Wir sind in jedem Spiel der Favorit, das nehmen wir an! Wir wollen dahin, wo wir herkommen – in die 3. Liga!“

Cham gibt ersten Zähler ab

Tags darauf gab Männer-Landesligist ASV Cham beim 27:27 (14:13) bei HaSpo Bayreuth II im siebten Spiel den ersten Zähler ab. Die Bayerwäldler lagen permanent in Front, nur bei 23:23, 25:25 und final konnten die Oberfranken ausgleichen. Sieben Sekunden vor Ultimo versemmelte Lukas Steif einen Strafwurf. Sebastian Wittmann (52.) und Lukas Kagermeier (55.) mussten vorzeitig mit Rot vom Feld. Abteilungsleiter Norbert Meier berichtete von Sand im Getriebe im Positionsangriff, die zu vielen Einzelaktionen geführt hätten. Nur vier Torschützen sprechen dahingehend eine deutliche Sprache.

In der Frauen-Bayernliga hat die SG Mintraching/Neutraubling in der sechsten Partie den fünften Erfolg eingefahren: Nach einem turbulenten Spielverlauf gab es ein Heim-23:20 (9:16) über die HG Zirndorf. Bei 7:3 (9.) riss wie aus dem Nichts der Faden. „Im Prinzip haben wir uns in die Halbzeit hineingerettet“, räumte Übungsleiter Wolfgang Völkl ein. Hernach habe seine Truppe Moral bewiesen: „Wenn du an dich glaubst, den Kopf nicht hängen lässt, kannst du auch so einen Rückstand aufholen“. Das Publikum habe das Seinige dazugetan.

In der Frauen-Landesliga hat der ESV 1927 Regensburg II mit der Unterstützung vom spielfreien Drittligateam, Franzi Peter und Isabel Toth, die HSG Pleichach mit 36:14 (14:9) aus der Sporthalle Königswiesen geballert – und zugleich die Tabellenspitze untermauert. Unterdessen konnte im schon fünften Heimspiel der SV Obertraubling den Vorteil in einen 27:21 (11:12)-Erfolg über den SC Schwabach ummünzen. Für Trainerin Judith Pimpl war entscheidend, dass Lisa Schmidt Verantwortung übernahm, als Susi Adam kurz gedeckt wurde. Ein probates Mittel, dass die Gegner oft anwenden, ging diesmal ins vollends ins Leere.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht