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Challenge machte glücklich und grantig

Bei einer Pressekonferenz am Sonntag gab es nur glückliche Gesichter. Kritik hagelte es im Netz – über Lärm und Sperrungen.

  • Läufer am Krauterermarkt: Der Challenge machte Regensburg zur Event-Location. Foto: altrofoto.de
  • Nichts geht mehr in Sarching: So sah es am Sonntagnachmittag aus. Foto: Steffen
  • Die Rettungsdienst hatten nur elf Versorgungen. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Renndirektor Tom Tajsich freute sich am Sonntagabend über eine „Klasse Premiere“ des ersten Regensburg-Challenge: Er sei die Strecke abgefahren, um den vielen Feuerwehrlern und den Einsatzkräften von Wasserwacht, DLRG, BRK und Johannitern die Hände zu schütteln.

Tajsich verteilte Blumen: Regensburg habe die netteste Polizei, die er je gesehen habe. Die Triathlon-Finishing-Zone sei die beste der Welt. OB Joachim Wolbergs blieb in dieser Tonlage: „Die Stadt hat alles richtig gemacht“, sagte er. „Diese Veranstaltung hat ein Riesen-Potenzial.“ Alle Regensburger hätten es total genossen. Beweis? „Gehen Sie runter auf den Domplatz.“ Er bilanzierte: „Sie sehen einen glücklichen Oberbürgermeister und glückliche Bürger.“

OB: „Probleme schnell beheben“

Moderator Andi Groß fragte den Oberbürgermeister auch nach dem, wie er es nannte, „Haar in der Suppe“. „Gab es Probleme, Herr Oberbürgermeister?“ – Wolbergs: „Natürlich. Es gibt immer Probleme, aber die werden ganz schnell behoben.“

Offiziell bis zu 25 000 Zuschauer hatten am Guggi und an den Rad- und Laufstrecken die 1100 Starter angefeuert. Von den 1200 freiwilligen Helfern hätten sich schon wieder viele für den kommenden Challenge am 13. August 2017 angemeldet, sagte Sonja Tajsich auf Anfrage. „Die 200 Einsatzkräfte von Wasserwacht, DLRG, Johannitern und BRK haben elf Versorgungen geleistet“, teilte Silke Weiler vom Challenge-Team mit. PHK Marco Müller, Sprecher des Polizeipräsidiums, konnte die ruhige Bilanz auf Nachfrage unserer Zeitung untermauern. „Es gab keine Abschleppung, nicht einmal einen Falschparker bei diesem bunten Sportfest.“ Die Polizei hatte 300 Polizisten im Einsatz. Im Bürgerservice-Telefon waren 180 Anrufe aufgelaufen, teilte Karl Remling vom Landratsamt mit. Die meisten Anrufe seien Fragen von Bürgern gewesen, wie man von A nach B komme. „90 Prozent der Anrufer konnte geholfen werden.“

Aber das war anscheinend nicht alles. Nicht wenige Anwohner hatten sich wegen enormer Lärmbelästigung schon am frühen Morgen aufgeregt, wie Challenge-Sprecherin Christine Waitz auf Nachfrage bestätigte. Der größte Unmut entstand durch die 85 Kilometer Absperrungen und dass das die Stadt alles mitfinanziert. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte Präsidiumssprecher Marco Müller, dass die Polizei alleine in Donaustauf 2500 Fahrzeuge durch die Sperre lotsen musste. Daran sei aber der Challenge nicht schuld. „Es war die Folge eines Unfalls auf der A3 zwischen Wörth-Wiesent und Rosenhof. Den Stau wollten viele Autofahrer umfahren.“ Ein Sprecher der Verkehrspolizei konnte diesen Stau auf der A 3 allerdings nicht bestätigen.

Stellenweise Verkehrschaos

Nach Informationen unserer Zeitung lösten die großflächigen Straßensperrungen wegen des Triathlons Challenge Regensburg am Sonntagnachmittag Verkehrschaos im südlichen Landkreis aus. Besonders schwierig soll sich die Situation in Sarching gestaltet haben, wo viele Autofahrer nachmittags verzweifelt versuchten, in die Stadt zurückzufahren. Die A3 wäre eine Alternativ-Route gewesen – doch die war teilweise völlig überlastet. So strandeten am Ende einige Challenge-Besucher am Sarchinger Weiher.

Auf unserer Facebook-Seite gab es wegen der Straßensperrungen auch Kritik am Challenge. „Wir wollten eigentlich mit unserer Tochter nach Straubing in den Zoo. Pustekuchen, nirgends ein Durchkommen“, schreibt eine Nutzerin. Eine andere schreibt: „Eine Frechheit und nicht mal ausgeschildert, mussten auf Höhe Pfatter wieder nach Straubing zurück.“

Die Situation auf der Autobahn schildert eine Userin so: „Auf der Autobahn steht alles, weil in manchen Bundesländern die Schule wieder beginnt am Dienstag. und alle wollens durch Wörth und kommen wieder zurück, weil ja auf der Strasse auch nix geht.....unmöglich“. „Auf der Autobahn steht alles, weil in manchen Bundesländern die Schule wieder beginnt am Dienstag. Und alle wollen’s durch Wörth und kommen wieder zurück, weil ja auf der Strasse auch nix geht. Unmöglich“. Und Herbert G. schrieb an anderer Stelle: „Wieder ein Mega-Event, bei dem es den Verantwortlichen und Genehmigenden offensichtlich völlig egal ist, ob die betroffenen Anwohner mit den Einschränkungen zurecht kommen oder nicht.“

Wie bekannt wurde, sollen angeblich nicht alle der 1200 Helfer glücklich gewesen sein. Es zeigten sich Risse in der Challenge-Family. Der Redaktion ist eine Beschwerde bekannt von Helfern, die angeblich ohne Essen und Trinken auskommen mussten. „Das kann eigentlich nicht sein“, entgegnete Challenge-Sprecherin Christine Waitz auf Nachfrage. „Für die Helfer hatten wir ja extra einen Catering-Service engagiert, der die Posten abfuhr. Mal sehen, wo da Verpflegung übrig blieb“.

Alle Informationen zum Challenge Regensburg finden Sie in unserem Liveblog:

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