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Eine ECR-Medaille gab es dann doch

Jana Schwegler holt bei der Nachwuchs-DM mit viel Kampfgeist Bronze für den arg gebeutelten Regensburger Klub.
Von Claus-Dieter Wotruba

Jana Schwegler (Mitte) brachte DM-Bronze aus Dortmund mit. Ihre Kameradinnen Eva Balduzzi (links) und Lena Köstner freuten sich mit. Foto: ECR/Brünner
Jana Schwegler (Mitte) brachte DM-Bronze aus Dortmund mit. Ihre Kameradinnen Eva Balduzzi (links) und Lena Köstner freuten sich mit. Foto: ECR/Brünner

Dortmund. Wenn es einen beutelt, dann gleich doppelt und dreifach. Der EC Regensburg hatte schon im Sommer einen großen Aderlass an Läuferinnen und Läufern zu bewältigen gehabt. Jetzt waren bei den deutschen Nachwuchsmeisterschaften der Eiskunstläufer in Dortmund auch noch zusätzliche Ausfälle zu verkraften. Dass für die gerade wieder ins Training eingestiegene Nationalkaderläuferin Sophia Gienger ein Start zu früh käme, war klar. Dann aber setzte ein Magen-Darm-Virus mit Lea Schwamberger auch noch eine schon beim Abschlusstraining kränkelnde Top-Acht-Kandidatin außer Gefecht. Die eh schon kleinen Brötchen des ECR-Trainerduos Nicole Brünner/Ferdinand Dedovich wurden noch kleiner.

Mit ganz leeren Händen aber stehen die Regensburger auch in diesem Jahr nicht da, weil Jana Schwegler das fünftbeste Kurzprogramm und die drittbeste Kür im Nachwuchs B im Gesamtergebnis zur Bronzemedaille reichten. „Jana war schon immer jemand, der in der Kür kämpfen kann“, urteilte Brünner, die wie ihr Mann diesmal auf die Vorort-Betreuung verzichtete, um in Regensburg die Talentegewinnung vorantreiben zu können.

Für das Risiko belohnt

„Schon beim Wettbewerb in Innsbruck hatte sie sich heuer noch einmal nach vorne geschoben“, berichtet Brünner und war „sehr stolz“ auf die 14-Jährige. „Nach dem Kurzprogramm war Jana richtig enttäuscht und wollte sich mit dem fünften Platz nicht zufriedengeben. Obwohl sie im Training nicht soviele dreifache Salchow-Sprünge gestanden und gelaufen hatte, hat sie es in beiden Programmen riskiert.“ Risiko, das belohnt wurde. Für Schweglers Mitstreiterin aus der Regensburger Trainingsgruppe, Lena Köstner, war im 24er-Feld dabei sein alles. ECR-Frischling Eva Balduzzi wurde auf Rang 17 Potenzial für die Zukunft bescheinigt.

Eiskunstlauf

Der EC Regensburg hatte harte Zeiten

Den erfolgsverwöhnten Regensburgern brachen im Sommer viele Talente weg. Jetzt backt der Verein kleinere Brötchen.

Den umgekehrten Weg von Jana Schwegler ging Linn Jörgensen, die zwar öfter in Regensburg trainiert, aber nach wie vor für München startet. Nach Platz zwei im Kurzprogramm fiel die 15-Jährige bei den Junioren mit der achtbesten Kürleistung noch um sechs Ränge zurück. „Das Potenzial für die ersten Drei wäre da“, urteilt Nicole Brünner. „Bei ihr das eine Sache des Kopfes. Auch dass das Kurzprogramm besser als die Kür ist, kennen wir aus dem Training.“

Im Wettbewerb mit Jörgensen gelang einer Vorjahres-Regensburgerin übrigens eine spektakuläre Titelverteidigung. Ann-Christin Marold, die nun für Aschaffenburg startet und in Linz trainiert, katapultierte sich nach dem 16. Platz im ersten Teil noch mit 131,99 Punkten auf Rang eins – und das auch noch trotz zweier Stürze.

Ein solides Jungen-Trio

Und dann war da noch das Jungs-Trio unter den sieben Dortmunder ECR-Startern. „Bei ihnen kann man sich verlassen, dass sie das, was sie im Training machen, im Wettkampf bringen“, bilanzierte Nicole Brünner den zweigeteilten Wettbewerb im Nachwuchs, in dem die Regensburger Kraiczyk-Zwillinge jenseits der Top sechs im Mittelfeld auf den Rängen acht und neun landeten. „Vor allem Leon hat sich gut präsentiert“, sagt Brünner. „Aber es fehlen im Vergleich zu den vorderen Plätzen halt auf rückwärts gesprungene Dreifache und der Doppel-Axel. Jetzt müssen wir warten, bis der Knoten platzt. Denn auf dem Trockenen klappt das schon lange.“ Neuzugang Luca Fünfer bescheinigte Brünner als „Erststarter und einem der Jüngsten“ ebenfalls eine gute Leistung.

Das ECR-Abschneiden

  • Junioren:

    Linn Jörgensen wurde nach dem zweitbesten Kurzprogramm Sechste unter 26 Starterinnen ( 119,07 Punkte).

  • Nachwuchs:

    Bei den Jungen belegten Leon (79,01) und Loris Kraiczyk (76,19) sowie Luca Fünfer (72,63) im 16er-Feld die Ränge acht, neun und elf. Bei den Mädchen B gewann Jana Schwegler (87,53) die einzige ECR-Medaille. Eva Balduzzi (71,85) wurde 17., Lena Köstner 24. (60,53).

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