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Spielmacherin wird „alles vermissen“

Natascha Weber verlässt nach sieben Jahren im Regensburger ESV-Trikot aus privaten Gründen ihre bayerische Heimat.
Von Robert Torunsky

Natascha Weber war sieben Jahre bei den ESV-Damen am Ball. Foto: Brüssel
Natascha Weber war sieben Jahre bei den ESV-Damen am Ball. Foto: Brüssel

Regensburg.Nach sieben Jahren im ESV-Trikot und zig tausenden Kilometern im Auto und Teambus verlassen Sie den ESV 1927. Wohin geht es?

Ich wechsele zu den Kurpfalz Bären nach Ketsch in die 3. Liga.

Welchen Stellenwert hat der sportlich erreichte Aufstieg in die 2. Liga, der aufgrund der Corona-Pandemie und ihrer Folgen nicht realisiert werden konnte?

Natürlich wäre es ein Traum gewesen, in die 2. Liga aufzusteigen, nach all den Jahren. Darauf haben wir die vergangenen Jahre und vor allem die letzten beiden Saisons hingearbeitet. Diese Saison war es zum Greifen nah und es ist sehr bitter, dass es aufgrund von Corona letztlich doch nicht möglich ist.

Was verbinden Sie nach so vielen Jahren mit dem ESV?

Der ESV war und ist für mich wie eine ganz große Familie, wo ich von Anfang an gut aufgenommen wurde. Auch die Atmosphäre und lautstarke Unterstützung bei den Spielen war typisch für den ESV. Und natürlich den Bunker! Ja, wir hatten bis zur Renovierung nicht gerade die schönste Halle oder die schönsten Duschen, aber der Bunker bringt eine ganz andere Stimmung in die Spiele. Und im Bunker kann man verdammt gut Siege feiern (lacht).

Zweitliga-Aufstieg, Last-Minute-Ligaerhalt, Jugend-Bundesliga: Sie haben beim ESV alles erlebt.

Wir hatten beim ESV immer eine super Stimmung bei den Spielen, die uns Mädels gepusht hat. Besonders war auch der Zusammenhalt im Team, und wie der eine für den anderen gekämpft hat. Ein Highlight war wohl auch das Donnerstagstraining, wo traditionell Fußball zum Aufwärmen auf dem Plan stand. Aber das größte Highlight kam immer nach den Auswärtsspielen – das Essen von unserem Koch Werner „Tschitschi“ Straßberger.

Was werden Sie an Regensburg und dem ESV alles vermissen?

Um ehrlich zu sein: alles. Es war für mich eine sehr schwierige Entscheidung, den ESV zu verlassen. Ich habe dort gefühlt meine halbe Jugend verbracht und viel gelernt. Ich kenne die meisten seit etlichen Jahren und habe viele Freundschaften aufgebaut. Auch die Fans und Verantwortlichen haben sehr viel für mich getan, wofür ich sehr dankbar bin. Ich werde die vertraute Umgebung und Atmosphäre sehr vermissen, aber vor allem meine Mannschaft – die Mädels.

Wie traurig sind Sie, dass Sie sich nicht im renovierten Bunker am Feld verabschieden konnten?

Natürlich ist es sehr schade, dass nach all den Jahren keine offizielle Verabschiedung stattfinden konnte. Aber dafür kann natürlich niemand etwas. Die Umstände sind schwer genug. Ich habe viel mit den Mädels und den Offiziellen geredet und hatte daher trotzdem meine kleine interne Verabschiedung. Und ich werde, sobald es möglich ist, wieder vorbeischauen und der Mannschaft einen Besuch abstatten.

Wie würden Sie Ihre Zeit beim ESV zusammenfassen?

Ich hatte eine sehr schöne Zeit beim ESV, mit Höhen und Tiefen. Mal waren wir mehr, mal weniger erfolgreich, aber jede Saison war auf ihre Art und Weise speziell. Ich habe unendlich viel gelernt und viele Menschen kennengelernt, mit denen ich weiterhin Kontakt halten werde. Ich kam als Küken zum ESV und war jetzt mit 24 Jahren schon eine der älteren Hasen. Ich werde immer gerne mit einem Lächeln an die Zeit zurückdenken und bin dankbar für alles, was ich beim ESV erlebt habe.

Gibt es eine Chance, Sie noch einmal im ESV-Trikot zu sehen?

Sag niemals nie.

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