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Tischtennis

Letzte Strahlen eines „Juwels“

Der Kreis Schwandorf ist bald Geschichte. Beim letzten Kreistag stellte der Bezirksvorsitzende die gute Arbeit heraus.

  • Die Meister der Damen, Herren, Mädchen, Jungen und Bambini der 1. Kreisliga erhielten die Meisterteller. Foto: sgr
  • Für ihre langjährige Tätigkeit wurden vom Bayerischen Tischtennisverband, vom Bezirk Oberpfalz und vom Bayerischen Landessportverband Funktionäre ausgezeichnet. Heinrich Schnorrer (vorne, 2. v. l.) wurde zum Ehrenvorsitzenden des Tischtennis-Kreises Schwandorf ernannt. Foto: sgr

Schwandorf.„Der Kreis ist ein Juwel in der Oberpfalz“, sagte Bezirksvorsitzender Eduard Hochmuth beim letzten Schwandorfer Tischtennis-Kreistag. Dieser Meinung schlossen sich auch der Kreisvorsitzende Heinrich Schnorrer und die Ehrengäste an.

Vor einer stattlichen Zahl von Ehrengästen betonte Schnorrer in seinen Rückblick, dass „wir mit dem sportlichen Abschneiden in der Saison 2017/18 mehr als zufrieden sein können“. Besonders die Damenmannschaften der DJK Ettmannsdorf I (3. Platz in der Regionalliga Süd) und DJK Ettmannsdorf II (Vizemeister in der Oberliga) hob er hervor. Mit Stolz verwies der Vorsitzende auch auf die großen Erfolge der Nachwuchsspielerinnen und -spieler. Der TV „Glück-Auf“ Wackersdorf bei den Jungen und der TSV Klardorf bei den Mädchen waren hier die erfolgreichsten Vereine .

Wermutstropfen seien die Abstiege der Herren des ASV Burglengenfeld aus der Landesliga Nord/Ost, der Damen der DJK Steinberg aus der Bayernliga Nord und der Damen des TV „Glück-Auf“ Wackersdorf aus der Landesliga Nord/Ost. Damit hat der Kreis Schwandorf mit dem ASV Burglengenfeld nur noch ein Team in der Landesliga Nord/Ost.

16 neue Bezirke

Bedingt durch die Strukturreform endet die Existenz des Tischtennis-Kreises Schwandorf nach 67 Jahren. Anstelle der 63 Kreise gibt es in Bayern künftig 16 neue Bezirke, die nicht mehr den sieben politischen Bezirken entsprechen. Der Kreis Schwandorf geht im Bezirk 8 mit den ehemaligen Kreisen Amberg, Neustadt/WN, Tirschenreuth und Fichtelgebirge auf.

Der Kreis Schwandorf hatte in den 67 Jahren 13 Vorsitzende, wobei in den vergangenen 40 Jahren drei Kreisvorsitzende die Geschicke leiteten. Heinz Wolf vom TV „Glück-Auf“ Wackersdorf war mit 16 Jahren am längsten im Amt. „Ich“, so Heinrich Schnorrer, „war gerne euer Kreisvorsitzender, weil wir eine gewachsene und engagierte Mannschaft hatten, in der die Chemie stimmte.“ Schnorrer bedankte sich bei den Abteilungsleitern der Kreisvereine und den Mitgliedern der Kreisvorstandschaft für die harmonische Zusammenarbeit in den vergangenen 15 Jahren.

Obwohl Abschiedsstimmung herrschte, galt es, die Aufgaben eines regulären Kreistags noch einmal wahrzunehmen. So berichte Dieter Buchener als Fachwart Mannschaftssport, dass 19 aktive Vereine mit insgesamt 65 Herren- und 23 Damenmannschaften am Spielbetrieb teilnahmen. Alle Vereine zusammen hatten 605 aktive erwachsene Tischtennisspieler/-innen. Davon waren je 15 Herren- und 18 Damenmannschaften auf Bezirks- bzw. Verbandsebene vertreten.

Dagmar Gawinowski, Kreisfrauenvertreterin, zeichnete ein sehr positives Bild von einigen Kreisvereinen. Aushängeschild waren dabei die Ettmannsdorfer Damen in der Regionalliga und Oberliga. In der Oberpfalzliga holte der TSV Nittenau den Meistertitel und steigt in die Landesliga Nord/Ost auf. In der 3. Bezirksliga Süd/West errang die DJK Steinberg II den Titel. Die Damen III des TSV Klardorf wurden Kreismeister.

Bei der Pokalrunde gingen zwölf Herren- und zwei Damenmannschaft an den Start. Kreispokalsieger wurde die DJK Ettmannsdorf V bei den Damen und die KF Oberviechtach bei den Herren. Mit Katrin Brickl und Sabine Fischer (beide DJK Ettmannsdorf) und Aurelia Roban (TSV Nittenau) kommen die Nummer eins, drei und fünf in der Oberpfalz aus dem Kreis Schwandorf. Zusammenfassend stellte sie fest, dass der Kreis Schwandorf sowohl qualitativ als auch quantitativ bestens aufgestellt sei.

Als Fachwart für den Erwachsenen-Einzelsport berichtete Jürgen Hasenbach speziell über den Herrenbereich. Der FC Maxhütte-Haidhof richtete erfolgreich die Kreiseinzelmeisterschaft aus, bei der sich das Teilnehmerfeld fast halbierte gegenüber dem Vorjahr. Das Herren-Kreisranglistenturnier in Dachelhofen lockte nur eine sehr geringe Teilnehmerzahl an.

Bei der Bezirkseinzelmeisterschaft in Regenstauf erreichten die Vertreter des Kreises bei den Herren A (Marcus Taeffner, ASV Burglengenfeld), bei den Herren B (Hans Nickl, DJK Ettmannsdorf) und bei Herren D (Tim Stopfer, TV „Glück-Auf“ Wackersdorf) den ersten Platz. Im Doppel hießen bei den Herren A Marcus Taeffner/Maik Hollmann (ASV Burglengenfeld) und bei den Herren B Alfred Zweck/Hans Nickl (DJK Ettmannsdorf) die Sieger.

Mit acht Startern war der Kreis bei der Bayerischen Meisterschaft der Leistungsklassen B/C/D in Nittenau vertreten. Bester Teilnehmer war Tim Stopfer mit dem Einzeltitel bei den Herren D mit dem zweiten Platz im Mixed.

47 Mannschaften, davon 25 Jungen-, dreizehn Mädchen- und neun Bambini-Teams waren auf Verbands-, Bezirks- und Kreisebene im Punktspielbetrieb, berichtete Kreisjugendwart Richard Rosenkranz. Auf den Ranglisten der Vereine waren insgesamt 247 aktive Kinder und Jugendliche für die Saison 2017/18 gemeldet.

Bei der Kreiseinzelmeisterschaft und dem Kreisranglistenturnier war ein leichter Anstieg an Teilnehmern zu verzeichnen. Bei der Bezirkseinzelmeisterschaft in Wackersdorf holten die Schwandorfer Teilnehmer wieder eine Vielzahl an Podestplätzen und verteidigten ihre Spitzenposition in der Oberpfalz. Bei der Bayerischen Einzelmeisterschaft holten die 13 Aktiven 13 der 16 Oberpfalz-Medaillen. Dies waren fünfmal Gold, dreimal Silber und fünfmal Bronze. Mit Sophia Zahradnik (TV „Glück-Auf“ Wackersdorf) holte sich nach Alina Lich (2015) und Franziska Brickl (2016) die dritte Kreis-Schülerin B alle drei Titel.

Neben den Erfolgen bei der Bayerischen Jugendeinzelmeisterschaft wurden die Nachwuchsspielerinnen Alina Lich, Franziska Brickl, Hanna Eschenbecher, Milena Burandt und Sophia Zahradnik zu einer Reihe von nationalen Top-Turnieren und internationalen Turnieren eingeladen.

„Hervorragende Jugendarbeit“

2. Bürgermeisterin Ulrike Roidl bescheinigte den Vereinen des Tischtennis-Kreises Schwandorf eine hervorragende Jugendarbeit. Die Erfolge auf Kreis-, Bezirk- und Landesebene dokumentierten dies. Den Kreis sieht sie für die Zukunft gut aufgestellt.

Die etablierten Sportarten befänden sich in einem schwierigen Umfeld, so der stellvertretende Landrat Jakob Scharf. Die Jugendlichen würden heute ständig mit neuen Angeboten konfrontiert. Sein Dank galt den ehrenamtlichen Funktionären in den Vereinen und im Kreis, die den Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung anbieten. Er bedauerte, dass das Engagement für eine ehrenamtliche Tätigkeit in unserer Gesellschaft immer geringer werde.

Bezirksvorsitzender Eduard Hochmuth zollte den Vereins- und Kreisfunktionären dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit in der abgelaufenen Saison. Im Tischtennis-Kreis Schwandorf stimmten Qualität und Quantität. Keiner der anderen sieben Kreise könne derartige Erfolge aufweisen. Der Strukturreform sieht er optimistisch entgegen.

Der Vizepräsident Finanzen des BTTV, Josef Grabinger, sagte, dass der Bezirk Oberpfalz in der Zeit von 2006 bis 2017 22,79 Prozent an Mitgliedern verloren habe. Auch die Strukturreform werde dieses Problem nicht lösen, so Grabinger. Vielmehr müsse der Abwärtstrend in der Mitglieder- und Mannschaftsentwicklung an der Basis, also bei den Vereinen, gestoppt werden. Er appellierte an die Vereinsvertreter, Mini-Meisterschaften oder „Sport nach 1“ durchzuführen, um neuen Mitglieder zu gewinnen.

Ehrung:

Die Ehrennadel in Silber des BTTV erhielt Michael Eckl, die Ehrennadel in Gold Jürgen Hirmer und die Ehrennadel in Gold mit großem Kranz Heinrich Schnorrer.

Die Verdienstnadel in Silber des BTTV erhielt Erich Kneißl.

Die Ehrennadel in Silber des Tischtennis-Bezirks Oberpfalz ging an Karl-Heinz Weniger und die Ehrennadel in Gold an Gerhard Eilers.

Mit der Ehrennadel in Silber des Bayerischen Landessportverbandes wurde Bernhard Pazdernik, mit der Ehrennadel in Silber/Gold Kathrin Bauer und mit der Ehrennadel Gold mit großem Kranz Richard Rosenkranz ausgezeichnet.

Für seine 15-jährige Tätigkeit als 1. Kreisvorsitzender ernannte der Tischtennis-Kreis Schwandorf Heinrich Schnorrer zum Ehrenvorsitzenden.

Für ihre mehr als zehnjährige engagierte Mitarbeit im Kreis Schwandorf zeichnete der Kreis Jürgen Hasenbach, Dieter Buchner, Dagmar Gawinowski, Richard Rosenkranz, Thomas Körtl, Jürgen Hirmer, Klaus Kretschmar, Bernhard Pazdernik, Katrin Bauer, Helmut Renda und Josef Grabinger aus.

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