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Golf

Matthias Schmid sucht seine Chance

Der Maxhütter holt sich an der Universität Louisville in Kentucky den letzten Schliff, um sein großes Ziel zu erreichen.
Von Werner Artmann

Auf außergewöhnlichen Golfplätzen, wie beim „Valhalla Golf Club“ oder auf Hawaii, kann Matthias Schmid sein Können beweisen. Foto: Schmid
Auf außergewöhnlichen Golfplätzen, wie beim „Valhalla Golf Club“ oder auf Hawaii, kann Matthias Schmid sein Können beweisen. Foto: Schmid

MAXHÜTTE-HAIDHOF.„Ich denke eigentlich rund um die Uhr an Golf, denn mein Ziel ist, Golf-Profi zu werden“, ist der 20-jährige Ausnahmegolfer Matthias Schmid aus Maxhütte-Haidhof fest entschlossen, den nächsten Schritt auf der Karriereleiter zu gehen. Seit August vergangenen Jahres studiert und trainiert Matthias Schmid an der Universität Louisville in Kentucky, wo er sich unter optimalen Voraussetzungen den letzten Schliff auf dem Weg zum Golfprofi holen will.

Der Maxhütter machte im vergangenen Jahr mit seinen großen Erfolgen auf nationaler sowie internationaler Ebene auf sich aufmerksam. Zuvor jedoch, Anfang des Jahres 2016, konzentrierte er sich auf das anstehende Fachabitur, das ihm trotz einiger Fehltage dann auch sehr gut gelang.

„Nach dem Abitur habe ich mein Trainings- und Turnierpensum wieder enorm gesteigert“, erinnert sich der ambitionierte Golfspieler. Bei zwei internationalen Turnieren konnte er sich gut in Szene setzen und spielte um den Sieg mit. Bei den „Swiss internationale Amateur“ wurde er Vierter und bei den „German International Amateur“ Siebter.

Bei ersten Profi-Turnieren

Der junge Sportler habe seine freie Zeit nach dem Abitur auch genutzt, um an ersten Profi-Turnieren teilzunehmen. „Man kann dort zwar als Amateur noch kein Geld gewinnen, aber für erste Erfahrungen sind sie sehr gut“, stellte Schmid fest. So nahm er an vier Pro- Golf-Tour-Turnieren teil, schaffte bei jedem den „Cut“ und durfte so weiteren am Turnierverlauf teilnehmen.

„Ich denke eigentlich rund um die Uhr an Golf, denn mein Ziel ist, Golf-Profi zu werden.“

Matthias Schmid

Schmid gelang es, das Finale der Pro-Golf-Tour mit dem 15. Platz abschließen. „Für mich ging damit eine zufriedenstellende Golf-Saison 2016 zu Ende, auch mit der Erkenntnis und dem Gefühl, dass noch einiges mehr in mir stecken könnte“, sagte Schmid selbstbewusst. Ende des Jahres 2016 hat der Maxhütter dann seinen Trainer gewechselt und wird nun von Craig Miller aus seinem Heimatclub Herzogenaurach betreut. Der Nachwuchsgolfer nahm sodann mit neuer Motivation ein zweimonatiges Trainingslager im spanischen Marbella auf.

„Dabei konnte ich nicht nur mein langes Spiel, sondern vor allem mein kurzes Spiel auf ein neues Niveau bringen. Nachdem das Trainingslager in Marbella vorbei war, bin ich mit meinem Vater Roland als „Caddie“ nach Valencia geflogen, um am „Spanish Amateur“ teilzunehmen. Bei diesem sehr gut besetzten Turnier wurde der Maxhütter Neunter.

Matthias Schmids sportlicher WErdegang

  • Die Anfänge

    Durch seinen Vater und Golflehrer Roland Schmid begann Matthias Schmid im vierten Lebensjahr mit dem Golfspielen. Sein erstes „Hole in One“ sowie sein erstes Single-Handicap schaffte er mit elf Jahren.

  • 1. Bundesliga

    Der Maxhütter wechselte von GC Schmidmühlen zum GC Reichswald und von dort 2016 in die 1. Bundesliga nach Herzogenaurauch. Neben seinen Eltern wird Matthias Schmid vom Herzogenauracher Clubpräsidenten Peter Pantel gesponsert.

  • Handicap

    Mit +6,4 besitzt Matthias Schmid das beste deutsche Handicap. 2015 war er im Jugendkader des Golfteams Germany und seit diesem Jahr ist er Nationalspieler. (bat)

Zurück in Deutschland stand dann der erste Höhepunkt auf deutschem Boden auf dem Spielplan. Bei den „Deutschen Lochspiel-Meisterschaften“ zeigte Matthias Schmid, was golftechnisch in ihm steckt. Unglücklich schied er im Halbfinale aus und beim Spiel um Platz drei holte er dank eines Superschlussspurtes noch die Bronzemedaille.

Weiter ging es dann mit zwei internationalen Turnieren, den „Irish-“ und den „French Amateur.“ Dabei konnte der 20-Jährige trotz akzeptablem Spiel sein Potenzial nicht ganz ausschöpfen, was sich aber beim nächsten Turnier ändern sollte. Bei den bayerischen Meisterschaften spielte der Maxhütter Golfer überragend mit Runden von 67, 64 und 68. Mit insgesamt 17 unter Par gewann er nicht nur das Turnier, sondern stellte auch den „Scoring record“ für das Turnier auf.

Seine bis dato beste Runde

Mit der Teilnahme an der Einzel-Europameisterschaft in England stand das nächste sportliche „Highlight“ an. Nicht nur das extrem stark besetze Teilnehmerfeld, sondern auch der „Walton Heath Golf Club“, einer der besten Plätze in Europa, wo schon einmal der Ryder Cup ausgetragen wurde, war für Schmid etwas ganz besonders.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten lief es für ihn dann besser und in der zweiten Runde brachte er wieder sein gewohnt gutes Spiel auf den Platz. Nach einer Superrunde stand am Ende die 63 auf der Karte, was nicht nur seine bis dato beste Runde war, sondern auch zum geteilten Platzrekord auf einem der besten Plätze Englands gereicht hatte – und das alles noch bei dem größten Turnier seines Lebens.

Matthias Schmid hat schon einige Erfolge vorzuweisen. Foto: Schmid
Matthias Schmid hat schon einige Erfolge vorzuweisen. Foto: Schmid

Schmid spielte das Turnier mit einer 73er- und 67er-Runde zu Ende, so dass der Maxhütter nur drei Schläge von den Führenden entfernt war und den geteilten siebten Platz erreichte. „Dieses Turnier zeigte mir, dass ich sehr tiefe Runden spielen und somit auch in der Spitze Europas mithalten kann. Das zu wissen, war für das Selbstbewusstsein unglaublich wichtig“, stellte der junge Golfsportler fest.

Auch die Saison 2017 mit seiner Mannschaft vom Golfclub Herzogenaurach verlief sehr erfolgreich. Nach fünf Spieltagen erkämpften sich die Herzogenauracher den vierten Platz, wobei man sogar bei dem ein oder anderen Spieltag an den Plätzen zwei und drei schnupperte. Schmid war dabei mit 17 unter Par nach den fünf Spieltagen der beste Spieler seines Teams und zudem unter den Top-Fünf der gesamten deutschen Golfliga.

Studium in Louisville in Kentucky

„Ein neues Kapitel in meinem Leben stand Mitte 2017 an“, so Matthias Schmid. Dank eines Stipendiums flog er Mitte August nach Louisville in Kentucky, um dort zu studieren und gleichzeitig College-Golf zu spielen. Die „University of Louisville“ bietet dabei bestmögliche Trainingsbedingungen und die Spieler dürfen dabei auf unglaublichen Plätzen spielen, wie zum Beispiel den „Valhalla Golf Club“, der zu den besten der Welt zählt und auf dem schon einige „Major Championships“ ausgetragen wurden. Schmid startete sehr stark in sein erstes College-Semester und konnte gleich zwei Top-Fünf-Platzierungen einfahren, wobei er zweimal bester Spieler im Team war.

Zum Ende des Jahres 2017 stand noch ein absolutes „Highlight“ an. Die Golfsaison an der Universität wurde auf Hawaii beendet, auf einem Platz, der eine atemberaubende Lage hat. Der Deutsche konnte nochmals seine herausragende Saison bestätigen. Er spielte drei 66er-Runden mit 18 Par, was persönlicher Rekord nach drei Runden bedeutete. Nach einem unglaublich spannenden Ende stand Schmid auf dem dritten Platz und rundete die Saison so perfekt ab.

Außerdem spielte Schmid die meisten Birdies in ganz Amerika und habe mit seinem „Scoring Average“ von 69,8 in seinem ersten Semester den „Scoring Average“ von Golfprofi Tiger Woods bei dessen ersten College-Semester unterboten.

„Ich habe ihn immer bewundert, wie er schlechte Ergebnisse auch bei manchen wichtigen Turnieren ruhig und gelassen wegsteckte.“

Roland Schmid über Matthias

„In meinem ersten College-Semester habe ich wahnsinnig viel Erfahrung gesammelt und dabei auf einigen der besten Plätze der Welt gespielt. Insgesamt hat es mich in meinem Golfspiel noch mal nach vorne gebracht und ich kann guten Gewissens sagen, dass es eine sehr gute Entscheidung war, diesen Schritt zu gehen“, stellte Matthias Schmid fest. „Mein großes Ziel ist weiterhin die Profi Laufbahn und ich werde versuchen, ganz an die Spitze zu kommen“, setzt sich der 20-Jährige hohe Ziele.

Roland Schmid sieht die Entwicklung seines Sohns sehr positiv: „Matthias hatte viele kleine Niederlagen und Rückschläge erlitten, seine Nominierungen in den Bayern- oder den Nationalkader kamen meist erst im zweiten Anlauf. Mittlerweile ist er in der Nationalmannschaft und hat viele, die vor ihm waren, überholt. Ich habe ihn immer bewundert, wie er schlechte Ergebnisse auch bei manchen wichtigen Turnieren ruhig und gelassen wegsteckte. Am nächsten Tag war er wieder gut gelaunt und war sofort wieder am Golfplatz beim Training. Ich halte ihn für einen, der am fleißigsten in Deutschland trainiert und bin guter Dinge, dass sich dieser Fleiß einmal bezahlt macht.“

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