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Volleyball

Oberpfälzer zahlen Lehrgeld

Jungen- und Mädchen-Auswahl können beim Bayernpokal in Burglengenfeld ihren Heimvorteil nicht nutzen.

  • So sehr sich die Oberpfälzer Auswahlteams auch mühten, ihre Gegner waren ihnen diesmal überlegen. So belegten die Oberpfälzer Mädchen beim Bayernpokal trotz Heimvorteils am Ende nur den achten Platz und die Jungen den sechsten Rang. Foto: Schaller
  • Bei der männlichen U16 machten die Oberbayern mit zwei Teams im Finale den Sieger unter sich aus. Foto: Schaller

Burglengenfeld.Beim Bayernpokal in Burglengenfeld haben sich die Volleyball-Teams aus Schwaben (U15 weiblich) und Oberbayern (U16 männlich) durchgesetzt. Unter den Augen von BVV-Präsident Klaus Drauschke war der Bayernpokal wieder ein echtes Volleyball-Fest für alle Beteiligten.

Viel vorgenommen hatten sich die beiden Auswahl-Mannschaften aus der Oberpfalz für den diesjährigen Bayernpokal, dem wichtigsten Jugendturnier im bayerischen Volleyballsport. Am Ende scheinen die erreichten Ränge sechs und acht einen kleinen „Absturz“ zu signalisieren, der jedoch einer genauen Analyse bedarf. Weil die beiden Jahrgänge jedoch weiter ein Jahr in der Sportförderung bleiben, wollen die Jugendlichen beim Bayernpokal 2019 diese Schlappe unbedingt wieder gutmachen.

Klarer Auftaktsieg

Für die Jungen um die beiden Auswahltrainer Matthias Helm und Markus Jauernig fing es standesgemäß an. Mit 2:0 wurde Niederbayern klar geschlagen. Dennoch waren die Trainer nicht zufrieden. Die Oberpfälzer traten zwar recht selbstbewusst auf, es blieb aber nicht verborgen, dass viele Elemente keine Stabilität aufwiesen. Nicht umsonst kam der Gegner auf 20 und 21 Punkte.

Nächster Kontrahent war Unterfranken – ein auf dem Papier schwächerer Gegner. Als aber die Oberpfälzer eine fast bis zum Schluss bestehende Führung mit 25:27 leichtfertig verspielten, war „Feuer unterm Dach“. Nun war im zweiten Satz eine Energieleistung nötig, um das Blatt noch zu wenden, was dann auch gelang. Mit 25:17 und 15:11 schloss das Team erfolgreich ab. Und wenn auch klar war, dass Oberbayern II im dritten Spiel zu stark sein würde – mit zwölf und dreizehn Punkten ließen sich Oberpfalz-Jungen zu leicht besiegen.

Als Gruppenzweiter traf man nun auf den anderen Gruppen-Dritten, Schwaben, und spielte um den Einzug in die Endrunde. Das durchwachsene Spiel setzte sich fort. Nach harter Gegenwehr verlor man mit 22:25 und glich mit 25:20 aus. Ursache für die bittere Niederlage war dann eine eklatante Annahmeschwäche im Tiebreak, die den Schwaben zu einer 6:0-Führung verhalf. Dieser Rückstand war trotz einer Leistungssteigerung nicht mehr aufzuholen (8:15), so dass man das angestrebte Halbfinale verpasste.

Enttäuscht musste das Helm-Team nun erneut gegen Niederbayern antreten, um wenigstens die Chance auf Platz fünf zu erhalten. Mit Ach und Krach gelang dies mit 2:1. Somit ging es erneut gegen Unterfranken, die mit großem Kampfgeist die Oberpfälzer in zwei Sätzen schlugen.

Der sechsten Platz machte dann auch die Schwächen der Oberpfalz-Auswahl deutlich. Sowohl technische Defizite in der Balltechnik als auch mangelnde Konstanz in den Elementen ließ die Hauptangreifer in der Summe „verhungern“. Immerhin wurden erneut Simon Breinbauer (TB Weiden) und Michael Büschel (Schwaig/Amberg) in die Bayernauswahl berufen.

Der Bezirk Oberbayern brachte beide Teams ins Finale. Oberbayern I dominierte im Halbfinale Schwaben (5, 12) und Oberbayern II rang im anderen Halbfinale Mittelfranken mit 2:1 nieder. Der Sieg ging im Finale dann an Oberbayern I – nach 22:25 im ersten Satz setzte man sich mit 25:14 und 15:11 deutlich durch.

Mit ganz anderen Problemen hatten die Oberpfälzer Mädchen von Monika Marchner und Lisa Lederer zu kämpfen. Die beiden Hauptangreiferinnen Lucy Riß und Luisa Köstlinger waren nicht einsatzfähig.

Die Mädchen ließen sich allerdings nicht entmutigen und gingen mit guter Stimmung und Einsatzfreude ans Werk. Mit Oberbayern zeigte ihnen allerdings gleich einer der Turnierfavoriten die Grenzen auf. Auch Schwaben – der spätere Bayernpokalsieger – war nicht zu schlagen, ebenso wie am Schluss Mittelfranken. So wurde die Vorrunde mit drei 0:2-Niederlagen abgeschlossen.

Das Platzierungsspiel führte dann gegen Oberfranken, und erneut setzte es eine Zwei-Satz-Niederlage. Zum Abschluss trafen die Oberpfälzer Mädchen auf Unterfranken und es keimte Hoffnung auf, als das Marchner-Team den ersten Satz mit 25:9 für sich entschied. Mit viel Einsatz, aber eben auch wieder Schwächen im Abschluss war der zweite Durchgang heiß umkämpft. Am Ende verlor die Oberpfalz mit 23:25. Damit war der Widerstand gebrochen, die Oberpfälzer Mädels verloren den Tiebreak mit 7:15.

Schwächen im Angriff

Augenscheinlich war, dass die Mädchen beim ersten Ball – Annahme und Abwehr – mit vielen Mannschaften mithalten konnten. Gute Technik und Einsatzfreude sorgten dafür, dass auch der Spielaufbau funktionierte. Schließlich war Anna Wagner (TB/ASV Regenstauf) sogar zur besten Zuspielerin des Turnieres gewählt worden.

Schwachpunkt war der Angriff, der insgesamt zu wenig schlagkräftig und zwingend war, um den Gegner unter Druck zu setzen. Hier fehlte die zweite Bayernauswahlspielerin Lucy Riß (VC Amberg) erheblich. In puncto Größe und Physis, aber auch in technischer Hinsicht haben hier alle anderen Teams einen Vorsprung.

Um ein Haar hätte es bei den Mädchen dann ein rein oberbayerisches Finale gegeben. Im Halbfinale hatte Oberbayern I gegen Mittelfranken (24,17) gewonnen. Im anderen Halbfinale hatte Team Oberbayern II seinen ersten Satz gegen das favorisierte Team aus Schwaben knapp gewonnen (28:26), dann drehten die Schwaben auf und dominierten die weiteren Sätze (25:14, 15:10). Im Endspiel hatten dann die Schwaben in einem hart umkämpften Match die besseren Nerven und siegten mit 27:25 und 25:22.

BVV-Präsident Klaus Drauschke hatte für die Ausrichter vom VC Kallmünz/Burglengenfeld mit Dr. Wagner an der Spitze und die vielen Helfer ein besonderes Lob parat. Der Bayernpokal war bestens organisiert und durchgeführt. In seinen Dank schloss er auch die „Oberaufsicht“ des Bezirkes mit Rudi Rieger, Christian Hofmaier und Werner Maier ein.

Sportwart Christian Hofmaier hätte sich bei den Heimspielen erfreulichere Resultate gewünscht. Er betonte aber in seinen Worten an die Auswahlspielerinnen und -spieler, wie wichtig ihr Einsatz als die besten Volleyballer und Vorbilder im Bezirk ist. Sie brächten mit großem Einsatz und ihrer leistungsorientierten Einstellung den Volleyballsport nach vorne. (agd)

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