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Schiesssport

Saltendorf zieht ins Finale ein

Eichenlaub-Schützen lösen das Ticket für Paderborn. Auf den Sieg über Brigachtal folgt eine Niederlage gegen Kronau.
Von Werner Artmann

Julia Simon gelangen gegen den SSV Kronau 399 Ringe. Foto: Artmann
Julia Simon gelangen gegen den SSV Kronau 399 Ringe. Foto: Artmann

Saltendorf.Das dreitätige Wettkampfwochenende im baden-württembergischen Bad Dürrheim war für die Bundesligaschützen der Schützengesellschaft Eichenlaub Saltendorf ein voller Erfolg. Was am Anfang der Saison nur ein Traum von Trainer Robert Senft war, ging dieses Wochenende in Erfüllung. Die Saltendorfer Schützen schafften es, sich in ihrer zweiten Saison in der 1. Bundesliga zum zweiten Mal für das Finale in Paderborn zu qualifizieren.

„Harten Weg“ beschritten

Zum Saisonauftakt im Oktober sagte Trainer Senft: „Die Teilnahme am Finalwochenende in der letzten Saison war das Schönste, was ich in meiner Schießkarriere je erlebt habe. Aber bis dahin ist es ein harter Weg und für uns als Bundesliganeuling wahrscheinlich nicht leicht, es gleich wieder zu schaffen. Der Klassenerhalt in der 1. Bundesliga ist unser Ziel. Alles andere ist dann das Zuckerl.“ Aber die Eichenlaub-Schützen haben an diesem Wochenende bewiesen, dass sie absolut angekommen sind in dieser Liga und sich ihr „Zuckerl“ verdient haben.

Um den Finaleinzug überhaupt zu schaffen, musste beim ersten Wettkampf unbedingt ein Sieg her. Dass dieses Match ein harter Kampf werden würde, war von Anfang an klar, denn auch für den Gegner ging es um alles. Die Mannschaft aus Brigachtal zählt leistungsmäßig zu einem der stärkeren Gegner und wurde zum Saisonauftakt sogar als Mitfavorit für den Titel gehandelt. Durch etliche unglückliche Niederlagen wurde die Mannschaft aber bis ans Tabellenende gedrängt.

Somit entschied dieser Kampf für Brigachtal über den Abstieg aus der Liga und für die Saltendorfer über die Möglichkeit, ins Finale einzuziehen. Die Spannung war also vorprogrammiert.

Die wohl schwierigste Partie hatte Julia Simon vor sich, denn sie musste gegen Peter Sidi antreten, für den ein Ergebnis jenseits der 398 Ringe keine Seltenheit ist. Simon präsentierte sich am Anfang bärenstark und konnte den erfahren Schützen mit einer fehlerfreien ersten Serie sogar unter Druck setzen. Mit 100:99 Ringen ging Simon in Führung. Mit vier 9,9 in der zweiten Serie hatte sie dann allerdings großes Pech und musste sich am Ende mit 392:398 geschlagen geben.

An Position zwei ging Alexander Schmirl für Saltendorf an den Start. Alle hatten gehofft, dass Schmirl zu seiner starken Form, die er außerhalb der Liga regelmäßig unter Beweis stellt, zurückfindet. Doch mit einem für ihn nicht zufriedenstellenden Ergebnis von 392 Ringen konnte er gegen seine Gegnerin, die wie ihr Mannschaftskollege 398 Ringe auf die Scheibe zauberte, nichts ausrichten.

Hervorragend präsentierte sich dann allerdings Helmut Kächele. Volle 200 Ringe war seine Bilanz zur Mitte des Wettkampfs. Damit erkämpfte er sich schon fünf Ringe Vorsprung auf Eva Rösken nach den ersten zwei Serien. Diesen Vorsprung konnte er bis zum letzten Schuss aufrecht erhalten, und Kächele holte mit 396 Ringen für die SG Saltendorf den ersten wichtigen Mannschaftspunkt.

Weitaus nervenaufreibender ging es auf der Position vier zu. Claudia Brunner lieferte sich mit Siliva Rachl ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach 20 Schuss waren beide Schützinnen ringgleich. Doch Brunner ließ sich von ihrer Gegnerin nicht aus der Ruhe bringen und biss sich weiter durch. In der dritten Serie konnte sie sich zwei Ringe absetzen und hatte die Chance auf den Sieg. Die erfahrene Rachl zog aber alle Register und leistete sich keinen Fehlschuss mehr in der letzten Serie. Doch auch auf die Saltendorferin war Verlass, sie erlaubte sich in der letzten Serie nur einen Fehlschuss und erkämpfte somit mit 395:394 Ringen den zweiten Punkt für Saltendorf.

Benjamin Moser bewies am Samstag, dass er ein absoluter Wettkampftyp ist. Denn obwohl es in den Trainingswettkämpfen nicht hundertprozentig lief, zeigte er im Wettkampf seine Klasse. Er schoss Serie für Serie konstant gut und ließ der am Anfang schwächelnden Kerstin Kohler bis zum Schluss keine Chance auf einen Sieg. Somit war das erste Etappenziel in Richtung Finale von den Saltendorfern geschafft. Die Mannschaft aus Brigachtal steigt hingegen nach 18 Jahren aus der 1. Bundesliga ab.

Beim letzten Wettkampf der Südgruppe ging es dann am Sonntag gegen den Tabellenletzten SSV Kronau. Mit nur einem Sieg aus zehn Wettkämpfen und einem Punkteverhältnis von 17:38 waren sich die Saltendorfer schon sehr siegessicher. Zudem ließ Kronau seinen amerikanischen Top-Schützen Christenson Dempster gar nicht mehr einfliegen, da der Abstieg ohnehin schon besiegelt war. Und durch die Niederlagen von Dynamit Fürth und SG Coburg konnte sich Saltendorf sogar eine Niederlage leisten. Die Eichenlaub-Schützen benötigten lediglich einen einzigen Einzelpunkt, um das Finale zu erreichen.

Doch der Absteiger aus Kronau trat ohne Druck an, zeigte eine sehr gute Leistung und verdarb den Saltendorfern die Feierlaune. Mit Benjamin Moser und Claudia Haider hatten zwei Schützen einen rabenschwarzen Tag erwischt. Moser musste seinen Punkt mit 380:386 an Ralf Hillenbrand abgeben und auch Claudia hatte mit 385:391 Ringen gegen Christian Butz keine Chance. Als dann auch noch Helmut Kächele mit 390:391 gegen Melanie Ebend verlor, drohte das Verpassen der Finalteilnahme.

Für den entscheidenden Punkt sorgte dann aber Alexander Schmirl mit seinen sehr guten 396 Ringen gegenüber 392 Ringen von Steffen Hillenbrand. Als auch zum Schluss noch Julia Simon ein Weltklasseergebnis von 399 Ringen erzielte (100, 99, 100, 100), konnte man dennoch etwas Positives aus dem Wettkampf mitnehmen.

In Paderborn der Außenseiter

Als Südvierter müssen die Saltendorfer am 3. Februar um 10.45 Uhr gegen den Sieger der Nordgruppe, BSV Buer-Bülse, antreten. Saltendorf ist da natürlich der große Außenseiter und hofft, von den hochrangigen Gegnern unterschätzt zu werden.

BSV Buer-Bülse tritt mit dem Weltklasseschützen Istvàn Pèni an, er geht mit einem Ligaschnitt von 399,14 ins Finale. Dreimal hat er in der Saison schon das optimale Ergebnis von 400 Ringen erreicht. Sein schlechtestes Ergebnis waren immer noch 398 Ringe. Aber auch mit Gernot Rupler auf Position zwei (Schnitt 396,5), Robin Zissel (394,7), Leila Hoffmann (393,2) und Lisa Tüchter (392,7) weisen allesamt hochklassige Ergebnisse auf.

Doch egal was passieren wird, die Mannschaft aus Teublitz kann sich schon jetzt über eine gelungene Saison freuen, und auch im nächsten Jahr gibt es wieder Bundesliga in Teublitz zu sehen. Diesmal startet die Bundesliga in Teublitz am 6./7. Oktober 2018.

Finalkampf

Viertelfinale: 3. Februar, 9 Uhr: SV Pfeil Vöhringen – SSG Kevelaer; 10.45 Uhr: Eichenlaub Saltendorf – BSV Buer-Bülse I; 12.30 Uhr: Der Bund München – SB Freiheit I 14.15 Uhr: SV Germ. Prittlbach – ST Hubertus Elsen;
Halbfinale: 3. Februar ab 16 Uhr;

Um Platz 3: 4. Februar, 10 Uhr

Finale: 4. Februar, 14 Uhr

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