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Fußball

Spieler setzen sich zur Wehr

Beim ASV Burglengenfeld ist das Gros der 2. Mannschaft mit der Darstellung der Abteilungsleitung nicht einverstanden.

Die Spieler der 2. ASV-Mannschaft weisen den Vorwurf, die Einstellung zum Sport sei der Grund für die aktuelle Tabellenposition, von sich. Foto: sca
Die Spieler der 2. ASV-Mannschaft weisen den Vorwurf, die Einstellung zum Sport sei der Grund für die aktuelle Tabellenposition, von sich. Foto: sca

Burglengenfeld.Der ASV Burglengenfeld hat seine Kreisliga-Mannschaft mit sofortiger Wirkung aus dem Spielbetrieb zurückgezogen. Dies gaben Abteilungsleiter Werner Besenhard und Günter Schleicher am Freitag bekannt und warfen in ihrer Pressemitteilung einigen Spielern der 2. Mannschaft ein inakzeptables Verhalten vor (wir berichteten).

Nun „sehen wir uns als ehemalige zweite Mannschaft des ASV Burglengenfeld dazu gezwungen, falsche Informationen zu berichtigen und unsere Sicht der Sachlage zu schildern“, schreiben Dominik Stenz, Mario Götzfried, Andreas Schmidmeier, Manuel Götzfried, Stefan Kraus, Stefan Schmid, Markus Rödl, Matthias Hofmann, Michael Feulner und Tobias Singer in ihrer Stellungnahme.

Am 10. Februar habe ein Großteil der damals noch bestehenden 2. Mannschaft des ASV um ein Gespräch mit der Vorstandschaft gebeten, um frühestmöglich die Planung für die nächste Saison anzugehen. Hierbei seien den Spielern zwei Möglichkeiten für die Zukunft aufgezeigt worden, die jedoch die personelle Schieflage nicht zufriedenstellend verbessert hätten.

„Nachdem wir gebeten wurden, Tacheles zu reden, wurden Wechselwünsche für den kommenden Sommer geäußert. Ab diesem Zeitpunkt schien das Gespräch für die Vereinsführung beendet und wurde mit einem ignoranten Schweigen quittiert“, schreiben die Spieler in ihrem Statement weiter.

„Da unsere Gruppe immer Wert auf ein Miteinander und eine gute Gesellschaft gelegt hat, wollten wir im Sommer gemeinsam unser sportliches Glück bei einem funktionierenden Verein finden. Hierzu unterbreiteten wir den Vorschlag, zwischen dem ASV und dem neuen potenziellen Verein zu vermitteln und so ein Transfergespräch zu organisieren. Wir baten lediglich um eine Auskunft, inwiefern der ASV bereit wäre, von der nominellen Ablösesumme für einen Landesligaspieler, als die alle Spieler der Herrenmannschaften des ASV laut BFV gelten, abzuweichen, da mehrere Tausend Euro, die durch einen gleichzeitigen Wechsel von fünf bis sechs Spielern entstanden wären, für einen neuen Verein unmöglich zu stemmen wären.“

Stattlich Ablösesumme

Die meisten Spieler der 2. Mannschaft spielen seit vielen Jahren im Verein des ASV, so dass sie genauso auf das Wohl des Vereins aus waren und diesem so eine stattliche Ablösesumme zusichern wollten.

„So hofften wir, eine akzeptable Lösung für beide Seiten zu finden.“ Andernfalls wären die Spieler als Gruppe im Sommer vereinslos gewesen, da mit der 2. Mannschaft – wie jetzt auch aus Vorstandsreihen bekannt wurde – mittelfristig nicht mehr geplant worden sei. Da seitens des ASV keine eindeutige Aussage zu einer Verhandlungsbasis getätigt worden sei, wäre den Spielern als letzte Möglichkeit geblieben, um im Sommer ablösefrei wechseln zu können, sechs Monate lang ab dem letzten getätigten Punktspiel kein Spiel der Restrückrunde mehr zu bestreiten, wie es der BFV vorgibt.

„Die Schilderung dieses letzten Auswegs wurde zu unser aller Verwunderung und Enttäuschung als Erpressung dargestellt. Aufgrund des Gesprächsverlaufs war leider davon auszugehen, was sich nun bewahrheitet hat, dass der Verein wenig bereit war, zu verhandeln. Trotzdem stand nie eine Forderung für eine schriftliche Zusage, ablösefrei zu wechseln, im Raum. Warum der Verein diese Aussage tätigte, lässt sich für uns nicht erschließen.“

Umso überraschender sei für die Spieler der 2. Mannschaft im Auftakttraining am letzten Mittwoch die Nachricht gekommen, dass sich der Verein dazu entschlossen habe, die Mannschaft mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb abzumelden und somit auf tausende Euro Ablöse zu verzichten. „Grund hierfür sei die angeblich von uns vorangegangene Erpressung, von der wir uns weit distanzieren und diese vehement verneinen.“

Viele der Spieler seien bereits seit der Jugend dem Verein treu und unterstützten ihn immer bei verschiedenen Festlichkeiten, wie Weihnachtsmarkt und Bürgerfest. So genannte ,,Rädelsführer‘‘ seien in der Vergangenheit gut genug gewesen, als Trainer dem Verein aus der schwierigen Personalsituation im Jugendbereich zu helfen. „Den Vorwurf, die Einstellung zum Sport sei der Grund für die aktuelle Tabellenposition, können wir so nicht stehenlassen. Wie aus dem Bericht zu entnehmen ist, war es für uns nicht leicht, eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen. Häufig fuhren wir mit elf Mann zu den Partien, wobei Spieler der Alten Herren, Betreuer sowie Trainer den Kader komplettierten.“

Trotzdem hätten die Spieler der 2. Mannschaft auf eine volle Integration und ein Miteinander mit der 1. Mannschaft verzichten müssen. Dass einige Veranstaltungen lediglich der 1. Mannschaft vorbehalten gewesen seien, bedauerte man im Kreise der 2. Mannschaft weniger. „Dass jedoch Trikots, Flaschen und ähnliche den Spielbetrieb aufrechterhaltende Utensilien eigenverantwortlich beschafft und finanziert werden mussten, wird vermutlich nicht bei jedem Verein so gehandhabt. Auch dies war nach Jahren des Status quo ein Grund, sich für einen Wechsel zu entscheiden.“

Nichtsdestotrotz hätten sich die Spieler gewünscht, dass seitens des Vereins eine jahrelange „Beziehung“ sauber abgeschlossen worden wäre. Umso mehr bedauere man die vorhergegangene einseitige Darstellung des Vereins. „Deshalb möchte die Mannschaft zumindest auch einen kleinen Einblick in die zweite Partei gewähren, jedoch keineswegs gegen den Verein nachtreten. Den Spielerfreunden aus der ersten Mannschaft wünschen wir auf diesem Weg eine erfolgreiche Restsaison, der Vereinsführung durch den Wegfall des finanziellen Aufwands nun eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Das Kapitel ASV Burglengenfeld findet für uns somit ein abruptes Ende. Jedoch müssen auch wir sagen: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.“

„Völlig inakzeptabel“

ASV-Abteilungsleiter Werner Besenhard sagte gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung noch einmal, dass für ihn die von den Spielern verlangte schriftliche Zusicherung des Vereins, dass acht Spieler in der nächsten Saison im Block ablösefrei wechseln können, „völlig inakzeptabel war“, da man so in der kommenden Spielzeit keine Mannschaft mehr zusammengebracht hätte. Zwar habe man jetzt in der nächsten Saison aller Voraussicht nach auch keine 2. Mannschaft und bekomme auch keine Ablöse, doch „wir wollen unser Gesicht wahren, und da ist uns ein sauberer Schnitt wichtiger als das Geld“.

Der ASV Burglengenfeld werde versuchen, wieder eine 2. Mannschaft aufzubauen, weil auch einige Jugendliche rauskämen und in den Erwachsenenbereich wechseln würden. Doch ob das im Sommer schon klappt, da ist Besenhard skeptisch. Vermutlich eher im Jahr darauf, sagte er.

ASV-Coach Matthias Bösl bezog zu diesem Thema auch noch mal Stellung. Er sagte, dass Werner Besenhard, Günter Schleicher und er in dieser Angelegenheit mit einer Stimme sprächen und zweifelte die Glaubwürdigkeit der Spieler an, die das Statement verfasst haben. Denn seinen Worten zufolge seien drei der Spieler – Markus Rödl, Matthias Hofmann und Michael Feulner – bei dem Gespräch gar nicht dabei gewesen.

„Die Spieler haben bei dem Gespräch gefordert, dass sie bis zum ersten Punktspiel schriftlich Klarheit darüber haben wollen, wie es im Sommer mit dem Wechsel aussieht. Ansonsten sind sie dazu gezwungen nicht mehr zu spielen, da sie nach sechs Monaten ablösefrei wechseln können. Diese Forderung haben die Spieler damals gestellt und bei dieser Aussage bleiben wir auch“, sagte Bösl. (pl)

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