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Crossduathlon

Beängstigend starke Leistung

Helena Pretzl gewinnt bei der deutschen Meisterschaft in der Altersklasse. TV-Triathleten holen Gold und zweimal Bronze.
von Franz Pretzl

Mit viel Elan stürzten sich die Triathleten auf die Strecken der deutschen Meisterschaft im Crossduathlon: Tobi Zeller, Michael Schaller, Philipp Filchner und Helena Pretzl (von links) Foto: Franz Pretzl
Mit viel Elan stürzten sich die Triathleten auf die Strecken der deutschen Meisterschaft im Crossduathlon: Tobi Zeller, Michael Schaller, Philipp Filchner und Helena Pretzl (von links) Foto: Franz Pretzl

Burglengenfeld.Alles andere als gemütlich war es bei den deutschen Meisterschaften im Crossduathlon, doch die Triathleten des TV Burglengenfeld ließen sich davon nicht beeindrucken. Schon beängstigend ist der weitere Erfolg der frischgebackenen Weltmeisterin im Wintertriathlon Helena Pretzl. Ostbayerns Sportlerin des Jahres wurde dritte deutsche Meisterin und konnte dazu noch in der Altersklasse den deutschen Titel gewinnen. Ebenfalls aufs Siegertreppchen durfte Michael Schaller in der M 20, der sich über die Bronzemedaille freute.

Strömender Regen bis kurz vor dem Start, etwas Sonne und noch ein heftiger Regenschauer beim Biken sorgten nicht nur für schmutzige Gesichter, auch die Bike- und Laufstrecke litt unter dem vielen Regen. So wurden die fünf Kilometer lange Laufstrecke, der 25 Kilometer lange Radparcours sowie die 2,5 Kilometer lange Laufstrecke beim Trierer Waldstadion zu einer wahren Rutschpartie.

Gleich nach dem Start auf der mit Wasserpfützen übersäten Aschenbahn sah man außer Dreck von den Laufschuhen nichts mehr. Als erster TVler verließ Michael Schaller nach dem flotten Auftakt das Stadion und nahm das schnelle Anfangstempo auf. Auf Rang 16 eingereiht nahm er die zweite 2,5-Kilometer-Schleife in Angriff, hielt das hohe Tempo und sprang auf derselben Position auf sein Mountainbike. Hier verlor er auf dem viermal zu durchfahrenden Rundkurs etwas an Boden, doch mit einem Blitzwechsel und einem sehr starken zweiten Laufsplit überholte er dann noch drei Konkurrenten. So stürmte der Dietldorfer mit Riesenschritten ins Ziel und wurde für seine abschließende Energieleistung mit Bronze in der M 25 belohnt.

Flottes Tempo

Philipp Filchner zeigte dem Wetter ebenfalls die kalte Schulter und durchpflügte im gleichmäßig flotten Tempo den Run. Auf dem Bike konnte er angesichts der wenigen Trainingskilometer zwar nicht so viel Druck aufs Pedal bringen, wie er wollte, doch trat er energiegeladen in die Pedale. Dafür ließ er auf dem dritten Part seinen Beinen nochmals freien Lauf und finishte zufrieden auf Rang fünf in der M 35.

Nach gutem Auftakt beim Fünf-Kilometer-Crosslauf und drei guten Bike-Runden kam sozusagen der Hammer bei Tobi Zeller. Krämpfe zwangen ihn zu ungewollten Stopps auf dem mit 800 Höhenmetern gespicktem Bikepart. Dennoch ließ er sich von seinem Minimalziel, den Wettbewerb zu finishen, nicht beirren. Im Jogging-Modus und durch Krämpfe geplagt nahm er auch noch den Laufkurs in Angriff und kam damit wenigstens ins Ziel. So war allerdings eine gute Teamwertung in weite Ferne gerückt.

Beängstigend war zwar nicht die Strecke, doch die derzeitigen Erfolge der Prembergerin Helena Pretzl. Ihre Resultate lassen selbst Fachleute staunen. Ihren dritten Platz im Gesamtfeld hätten im Vorfeld weder sie selbst noch ihr Trainer für möglich gehalten, da das Laufen der Triathletin eigentlich ihre schwächste Disziplin ist. Als Dreingabe sozusagen durfte sie sich zudem noch mit dem Titel der deutschen Meisterin in der Altersklasse schmücken.

Beim ersten Laufpart hielt sie sich mit einem gleichmäßigen Tempo schon in den Top Ten des Frauenfeldes. Mit einem Blitzwechsel reihte sie sich gleich zwei Plätze weiter vorne zum Biken ein. Darauf freute sie sich schon, denn sie durfte erstmals ihr neues Bike sozusagen unter Stressbedingungen testen. Mit viel Elan nahm sie so den mit 800 Höhenmetern gespickten zweiten Part in Angriff. Das zahlte sich aus, sie wechselte auf Rang vier zum finalen Teil.

Fünf Frauen an der Spitze

Doch insgesamt fünf Damen stürmten innerhalb von nur 20 Sekunden aus der Wechselzone und Pretzl in der Mitte des Quintetts. So lieferten sich die fünf Frauen einen harten Kampf um die Podestplätze zwei und drei, denn die Führende war bereits mit drei Minuten Vorsprung enteilt.

Ein Unterschenkelkrampf auf einer Treppe zwang Pretzl zu einem kurzen Dehnhalt, und so musste sie eine Verfolgerin ziehen lassen. Beim Einbiegen ins Stadion hatte sich ein Fünf-Sekunden-Loch aufgetan, das Pretzl trotz aufbieten aller Kräfte nicht mehr schließen konnte. Zwar verlor die Prembergerin Silber, aber dafür gewann sie Bronze. Mit so einem Erfolg hatte niemand gerechnet, und als Zugabe darf sich außerdem noch deutsche Meisterin in der Altersklasse nennen. (bpf)

Statistik

Michael Schaller: 16. Platz, 3. in M 20, 1.34.32 Std, 17.29 min, 67.44 min, 9.18 min

Philipp Filchner: 42. Platz, 5. Platz in M 35, 1.46.19 Std, 19.34 min, 75.11 min, 11.33 min

Tobi Zeller: 66. Platz, 8. Platz in M 25, 2.05.21 Std, 20.19 min, 87.10 min, 17.51 min

Helena Pretzl : 3. Platz, 1. Platz in 1.50.58 Std, 21.20 min, 78.42 min, 10.55 min

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