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Leichtathletik

Burglengenfelder überzeugen in Augsburg

Simon Röhrl schaffte die Norm für die Süddeutschen Meisterschaften, Sebastian Gleissl unterbot die Norm für die Deutschen.
Von Franz Pretzl

Das Grinsen kommt nicht von ungefähr: Die Leichtathleten des TV Burglengenfeld boten eine starke Vorstellung bei den Bayerischen Meisterschaften; von links: Andriy Griny, Simon Röhrl und Sebastian Gleissl. Foto: bpf
Das Grinsen kommt nicht von ungefähr: Die Leichtathleten des TV Burglengenfeld boten eine starke Vorstellung bei den Bayerischen Meisterschaften; von links: Andriy Griny, Simon Röhrl und Sebastian Gleissl. Foto: bpf

Burglengenfeld.Die überraschenden und eminent starken Leistungssteigerungen der drei Sportler der Leichtathletikabteilung des TV Burglengenfeld bei den Bayerischen Meisterschaften in Schwabens Metropole Augsburg freuten am Ende nicht nur die Sportler, sondern besonders auch die Trainer beim TV Burglengenfeld.

Simon Röhrl sprintete bei der U 18 auf Rang 6 über die 400 Meter, Sebastian Gleissl rannte auf Rang 4 über die 800 Meter – und Andriy Griny hielt im Männerfeld über die 800 Meter auf Platz 10 hervorragend mit. Und: Alle drei schraubten dabei mit ihren energischen Auftritten ihre persönlichen Bestleistungen stark nach oben.

Zwar war die Fahrt zu diesen Bayerischen Meisterschaften – ins legendäre Augsburger Rosenaustadion – etwas lang, doch die Reise ins Schwäbische hat sich in der Gesamtabrechnung für die Aktiven des TV Burglengenfeld gelohnt. Alle drei hatten sich schon im Vorfeld sehr über ihre neuen Bestzeiten und Qualifikationen beim Läufermeeting in Regensburg und Neustadt gefreut. Sebastian Gleissl, Simon Röhrl und Andriy Griny waren zum richtigen Zeitpunkt in Augsburg topfit.

Als erster durfte der gerade einmal 16-jährige Münchshofener Athlet Simon Röhrl über die Stadionrunde in den Startblock. Nachdem er anfangs etwas Stress mit den Stellplatzkarten hatte, da dort ein Fehler seitens des Veranstalters passiert war, konnte er gerade noch rechtzeitig im ersten Zeitlauf starten. Man hatte ihn nachträglich auf Bahn 1 gesetzt, was sich für ihn aber am Ende sogar als ein glücklicher Zufall herausgestellt hat, da er so seine Konkurrenten im Blick hatte.

In der langsameren der zwei 400 Meter Sprintentscheidungen erwischte der Münchshofener Athlet Simon Röhrl einen mittelmäßigen Start, hatte aber auf der Gegengeraden bereits einige seiner Konkurrenten eingeholt. Mit langen und stets kraftvollen Schritten bog die talentierte Mehrkampfnachwuchshoffnung somit als Zweiter auf die Schlussgerade ein – und begann mit schmerzenden Oberschenkeln seinen Schlussspurt. 30 Meter vor dem Ziel führte er das achtköpfige Läuferfeld an und spürte, dass seine Kräfte am Ende waren. Bereits völlig verausgabt, rettete er sich noch ins Ziel und gewann etwas überraschend knapp mit einer Zehntel Sekunde Vorsprung seinen Zeitlauf. Ausgepumpt und erschöpft lag er am Boden, doch freute er sich riesig über seine fabelhafte neue Bestzeit von 52,71 Sekunden. Damit verbesserte er seine alte Zeit um starke 1.26 Sekunden und rannte auf den tollen 6. Platz. Trainer Werner Buckley freute sich zugleich mit ihm über die überraschende Qualifikation für die Süddeutschen Meisterschaften.

Sebastian Gleissl darf zu den deutschen Meisterschaften! Mit einer solchen Leistungssteigerung hatte Anfang der Saison selbst Trainer Franz Pretzl nicht gerechnet. Zwar sah er bei Sebastian Gleissl dessen Talent für die Mittelstrecke, jedoch liebte dieser die etwas längeren Strecken.

Mit 2.01.32 Minuten über die 800 Meter aus 2016 startete er in die neue Saison und schraubte letzten Samstag mit einem famosen Auftritt seine Bestleistung auf 1.56. 20 Minuten und unterbot dabei sogar noch die Norm für die Deutschen Meisterschaften. Das Bauchkribbeln fehlte natürlich nicht, aber nach dem Startschuss mit seinen zwölf starken Kontrahenten waren diese verflogen. Ein arges Gedränge prägte die 800 Meter Meute nach dem Einbiegen auf die Innenbahn, da die ersten 100 Meter auf Bahnen gelaufen werden. Gleissl fand sich dann auf in etwa Platz 8 wieder und absolvierte die erste Stadionrunde in 58 Sekunden, wobei er sich noch recht locker fühlte.

So blies er 300 Meter vor dem Ziel zur Aufholjagd, kassierte einen Rivalen nach dem anderen ein und sprintete so auf Rang 3 liegend mit dem überholten Pulk im Schlepptau dem Ziel entgegen. Fast auf der Ziellinie schob sich jedoch dann noch ein Gegner an ihm vorbei – und so finishte er als Vierter mit der neuen herausragenden neuen Bestzeit von 1.56.20 Minuten. Was diese Zeit wert ist, zeigt, dass er damit startberechtigt ist nicht nur für die Süddeutschen Meisterschaften am 29. Juli in Ingolstadt, sondern sogar auch für die Deutschen Meisterschaften am den 5. August in Ulm.

Griny trotzt der Jugend: Für Andriy Griny war es schon eine große Genugtuung, bei den Bayerischen Meisterschaften der Aktiven (ohne Altersklasse) starten zu dürfen. Bei der Regensburger Laufnacht schaffte er dazu die Norm mit schnellen 1.56.58 Minuten. So stand er diesmal etwas gelassener an der Startlinie, war er doch mit seinen 35 Jahren weitaus der älteste Mittelstreckler im 800 Meter Männerfeld.

Flott war die erste Runde mit 27 Sekunden auf den ersten 200 Metern und 56 Sekunden bei 400 Metern für ihn. Er hielt sich dabei am Ende des Hauptfeldes auf und ging das scharfe Anfangstempo mit. Zwar waren die Beine schon schwer, doch mit einem 150 Meter langen Schlussspurt sammelte er noch zwei Gegner ein und finishte als Zehnter. Andriy Griny freute sich dann riesig über sein Ergebnis, denn er schraubte seine Bestzeit um fünf Zehntelsekunden nach oben auf ausgezeichnete 1.56.15 Minuten. (bpf)

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