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Inlineskating

Christian Kraus ist Vize-Europameister

Der ehemalige Teublitzer braucht in London für die Marathon-Strecke 1.19.44 Stunden. Mit letzter Kraft erreichte er das Ziel.
von Franz Pretzl

Kraus (Mitte) ist in der M 50 Vize-Europameister. Foto: Franz Pretzl
Kraus (Mitte) ist in der M 50 Vize-Europameister. Foto: Franz Pretzl

Teublitz.Der Mann auf den schnellen acht Rollen wohnt mittlerweile in Haselbach, doch der M-50-Starter hat nach seinem Hausbau noch nichts verlernt. Mit einem starken Auftritt bei den offiziellen Masters-Europameisterschaften der Speedskater in London erkämpfter sich der ehemalige Teublitzer Christian Kraus die Silbermedaille in 1.19.44 Stunden auf der Marathondistanz.

Der 1,6 Kilometer lange Außenkurs um die Olympia-Bahnradhalle war mit 23 Höhenmetern sehr selektiv und forderte sowohl technisches Können als auch Kraft an den Bergen. Heftiger Gegenwind machte vor allem auf der Geraden und der Bergabpassage das Rennen sehr schwer.

Um 14 Uhr startete die Altersklasse 30 bis 39 und mit 30 Sekunden Abstand Kraus im Feld der Altersklasse 50 bis 59 Jahre. Nach einem flotten Beginn und anschließenden Tempoverschärfungen an den Bergaufpassagen zog sich das Feld gleich auseinander. Christian Kraus blieb dran und beobachtete aus der Mitte des Feldes das Renngeschehen. Aufgereiht wie an einer Perlenschnur düste das Feld mit enormem Tempo um die Bahn. Nach drei Kilometern lösten sich bereits zwei Franzosen vom Feld, die aber durch die gute Zusammenarbeit der Deutschen, Schweizer und Spanier wieder gestellt werden konnten.

Speedsakting

  • Hochwertig:

    Das Material für die schnellen Flitzer sind hochwertige Teile und Maßanfertigungen. So wird beim Speedskating mit Schuhen aus Carbon gefahren.

  • Kostenintensiv:

    Die Schuhe sind zu 90 Prozent Maßanfertigungen für ca. 1000 Euro. Rund 400 Euro kosten die Schienen, an denen die Rollen befestigt sind.

  • Auf Rollen:

    Die jeweils vier Rollen an den Schienen sind verschieden groß – von 110 bis 125 Millimeter –, und die Kosten pro Rolle betragen um die 30 Euro.

  • Outfit:

    Speedskating ist auf diesem Niveau also kein billiger Sport. Der windschnittige Rennanzug schlägt nochmals mit 100 Euro zu Buche. (bpf)

Durch die Tempoverschärfungen fuhr das Feld der AK 50 auf die AK 30 auf, so wurde es von diesem Zeitpunkt an ein rein taktisches Rennen. Bei Kilometer acht machte Kraus bei der Bergaufpassage einen erfolgreichen Ausreiss-Versuch, um dem Gedränge und der Tempoverschleppung zu entkommen. Danach vermischten sich die zwei Startfelder. Die Schiedsrichter reagierten, trennten diese und drohten mit der Disqualifikation bei erneuter Vermischung. So formierten sich die Teams wieder neu und das Belauern begann von vorne.

Durch den heftigen Gegenwind wagte keiner mehr einen Ausreiss-Versuch, darin sah aber Kraus dann seine Chance. Neun Runden vor Schluss attackierte allerdings der stärkste Fahrer im Feld, ein Spanier, und Kraus setzte sofort nach. Eine harte ganze Runde mit viel Energie brauchte dann Kraus um den Zehn-Meter-Abstand zum Spanier aufzuholen. Dicht hinter dem Spanier konnte Kraus am nächsten Berg jedoch das Tempo nicht mehr mitgehen, da die Aufholjagd zu viele Körner gekostet hatte. Sein Ziel war nun, Rang zwei auf den letzten acht Runden zu sichern. Mit gleichmäßig hohem Tempo versuchte er, den Abstand zum Feld etwas auszubauen. Das gelang ihm ein paar Runden ganz gut, bis das Feld zur Schlussattacke blies. Immer näher kam daraufhin das Verfolgerfeld heran, und Kraus hetzte mit letzter Kraft sowie völlig ausgepumpt gerade noch vor der ansausenden Meute ins Ziel. Damit gewann er dank einer taktischen Meisterleistung und seinem kämpferischen Einsatz den Vize-Europa-Titel in der M 50. Seine Zeit von 1.19.44 Stunden auf dem selektiven Kurs bedeutet immerhin einen Stundenschnitt von knapp 40 km/h.

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